Amanohara


 
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Wetter und Zeit

Es ist Morgen, 7.00 Uhr

Nach einer klaren Nacht ziehen nun von Osten her Wolken auf. Über dem nördlichen Meer braut sich eine Front zusammen, die auch bereits von der Küste aus zu sehen ist. Es herrscht ein feuchter Ostwind.
In Tinae geht etwas verspätet die Sonne auf, noch wird der Himmel lediglich von einzelnen Schäfchenwolken bedeckt.
In der Höhe liegt Raureif bei spätwinterlichen Temperaturen, auf tieferen Ebenen ist es trocken und etwas wärmer bei leichtem Südostwind.
Im Südenwesten ist es vorläufig noch klar und es ist ein schöner Sonnenaufgang zu geniessen.
Was gerade los ist
Ereignisse & Plots

Ereignisse:
Die Gildenkämpfe haben sich gelegt, doch die unmittelbaren Folgen sind deutlich sichtbar: verbarrikadierte, beschädigte oder sogar abgebrannte Häuser und unzählige Verletzte. Die Säle der Heilergilde sind zum Bersten voll und es fehlt an fast allem: Material, Platz und Helfer. Jede helfende Hand ist sofort willkommen.
Die Aufräumarbeiten sind schneller angelaufen, aber auch hier könnten zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht werden.
Zudem wollen manche Gilden ihre Position verstärken und sind nun auf der Suche nach neuen Mitgliedern.

Plots:
- Eine Elfe in Amanohara?
- Wir waren es nicht!
- Mirars Vermächtnis
- Rekruten gesucht
- Gelehrte verschollen

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 Der südliche Kraterrand

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BeitragThema: Der südliche Kraterrand   So Dez 25, 2011 10:15 am


.: :.


Eine Steintafel steht ca. 100 m vor dem tiefen Abgrund des Kraters.

Die Innschrift einer steinernen Tafel schrieb:

Oh Wanderer, der du dich am tosenden Abgrund der Geschichte befindest;
Vor Euch erblickt ihr die tobende Ruhestätte unserer Vergangenheit.
Ganze Völker und die legendäre Stadt Kyuden fanden hier ihren Ruin. Die Überreste ihrer Geschichte sind durch den immerwährenden Sturm für immer verloren.

Zögert nicht, blickt hinab in die tiefen des Kraters.

Ist Eure Zeit gekommen und fürchtet Ihr nicht den Tod, so stürzet Euch hinab in die Nebelwaden, denn zurückkehren werdet Ihr nicht.

Seid Ihr noch gebunden an die Laster, Leiden und Freuden des menschlichen Lebens, so kehret um von diesem unwirtlichen Ort, an dem die Sinne getrübt und der Verstand geraubt wird und dort hin zurück, wo Eure Anwesenheit benötigt wird.

Möge die Vergangenheit eines Tages Ruhe finden in diesen tosenden Nebelschwaden...



Die Landschaft um den Krater herum ist nur karg. Aufgrund des Aufschlags der alten Stadt Kyuden wurde die umgebende Vegetation aus dem Boden gerissen. Nun erinnern vereinzelte, kleinere Bäume und Büsche an die vielleicht ehemalige Vegetation.

Viel Steingeröll ist um den Krater herum verteilt. Die grössten Brocken sind grösser als die Bäume im ehemaligen Elfenwald und die kleinsten erinnern an Schneebälle. In den Ritzen und Löchern haben sich Eidechsen und auch sonstiges Kriechvieh verschanzt.

.: :.

Eine Frau von mittlerer Grösse und mit schneeweissem, kurzen Haar, sitzt auf einem der grösseren Steine neben dem Krater und blicktegedankenverloren in die Tiefe. Der Wind pfeifft ihr durch das Haar und lässt ihre spitzen Ohren immer wieder aufblitzen. Ihr Gesicht war von antiker Schönheit und zeugte von Bitterkeit und Schmerz.
Und doch konnte man in ihren Augen einen kleinen Hoffnungsschimmer erkennen. Aus ihrer Jacke holte sie eine Laute, so weiss wie ihr Haar, hervor und begann, eine verzauberte Melodie zu spielen, die ihr eigens Herz erwärmte und ihr Mut gab.
Vor ihr war eine Aufgabe, die nicht leicht werden würde. Ohne die nötige Konzentration würde sie die Chance, die die Götter mit solch Müh und Not ermöglicht haben, vermasseln. Mit der Musik beruhigte sie ihr Herz und summte eine kleine Melodie zur magischen Musik. Nicht mehr lange und der Zeitpunkt ist ideal.



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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Fr Jan 13, 2012 9:02 am

Eine Stunde lang war Safnir geflogen, ohne seinen Blick auch nur einen Moment vom Horizont abzuwenden. Mit Erleichterung hatte er beobachtet, wie der Streifen Land immer deutlicher zu erkennen war, hatte jedoch weiterhin vermieden, nach unten zu blicken. Erst nachdem das braune Kargland sich weit vor ihm ausbreitete, wagte er einen Blick nach unten und erblickte auch dort harter Boden. Er wandte den Kopf zurück und bemerkte, dass er den Fluss schon eine Weile hinter sich gelassen hatte.
Safnir seufzte und seine Anspannung löste sich. Er schüttelte sich in der Luft und lockerte die seit einer ganzen Zeit immer in der gleichen Position verharrten Glieder. Mit der Erleichterung kehrte auch seine Freude am Fliegen zurück und vor Übermut schlug Safnir einen Looping. Dabei bemerkte er Vayshan wieder hinter sich. Der Himmelsdrache war während der Flussüberquerung schweigend hinter ihm geflogen, auch wenn er keine Mühe gehabt haben konnte, sein Tempo mitzuhalten.
Safnir brüllte ihm fröhlich zu und stiess zwei kleine Rauchwölkchen aus. Dann machte er sich lang, zog die Flügel etwas an und liess sich einmal um seine Längsachse rollen. Der Rauch schlang sich spiralförmig um seinen Körper und wehte als kurze Rauchfahne hinter ihm. Zum Abschluss stiess Safnir eine Stichflamme aus und brüllte noch einmal, bevor er wieder geradeaus flog.
Unter ihnen lag eine flache, karge Ebene, wie sie Safnir auch aus seiner Heimat kannte. Zwar wuchs hohes Gras, aber nur wenige verkrüppelte Bäume trotzten dem starken Wind. An leichten Erhebungen hatte der Wind die Erde abgetragen und nackter Fels hinterlassen. Safnir erblickte eine kleine Gruppe Horntiere auf ihrer Wanderung durch die Steppe, aber er verspürte keine Lust zu jagen und liess sie ziehen. Vereinzelt lagen auf der Ebene grosse Steine, die irgendwie fremd in der Gegend wirkten.

Mit der Zeit, je weiter die Drachen flogen, wurden die Steine immer häufiger und auch grösser, bis sie die Überhand übernommen hatten und das Gelände dominierten. In ihrem Schutz wuchsen Büsche, aber immer noch wenige Bäume. Die Gerölllandschaft wirkte definitiv abweisend, hart und lebensfeindlich. Und genau das erinnerte Safnir an seine Heimat. Neugierig blickte er sich um, wobei seine Aufmerksamkeit geweckt wurde.
„Was ist denn das?“, fragte sich Safnir laut und deutete mit seiner Schnauze auf etwas schräg unter ihnen. Das Geröllfeld endete dort abrupt an einer Klippe. Unwillkürlich steuerte Safnir darauf zu und liess sich etwas sinken.
Am Rand häuften sich die Felsbrocken, stapelten sich auf – und dahinter fiel die Felswand gerade nach unten in nicht erkennbare Tiefen. Obwohl er angestrengt in die Tiefe starrte, konnte er nichts erkennen. Rauch stieg daraus auf, doch Safnir konnte sich keinen Reim daraus machen.
Neugierig und erstaunt betrachtete Safnir den Abgrund. „Sieht aus wie ein riesiger Vulkan“, meinte Safnir und liess sich noch tiefer sinken. „Die Ältesten haben mir nichts von so etwas erzählt.“
Der Wind stürmte über die flache Ebene und pfiff zwischen den Felsen hindurch. Aus der Tiefe des Abgrundes stieg jedoch ein ähnliches Geräusch auf, wie der Pfeifen eines weiteren Sturmes. Und während Safnir über der Klippe kreiste, lauschte er den tosenden Schreien der Stürme.
„Das ist sicher der Krater, von dem der Rat der Neun gesprochen hat“, stellte Safnir fest und drehte den Kopf zu Vayshan. „Sollen wir hinunterfliegen?“

Out: Keine Angst, Yona. Selbst wenn Vayshan den Feuerdrachen nicht davon hält, was ich natürlich hoffe, wird sich Safnir nicht so schnell in die Tiefe stürzen. Zumindest nicht mehr, sobald er den Nebel bemerkt.
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Vayshan
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   So Jan 15, 2012 4:03 am

Safnir's Freudenausbrüche amüsierten Vayshan, jedoch kam er nicht umhin sich ein wenig herausgefordert zu fühlen, als der Feuerdrache seine zwar etwas unbeholfene, jedoch durchaus nicht zu verachtende Kunstflugeinlage darbrachte. Zwar war er gerade nicht in Stimmung für solche Flugmanöver jedoch lies er sich von Safnirs Freude ein wenig anstecken.
Dass das bloße Hintersichlassen von Wasser so eine Freude bei jemandem auslösen kann... Wenn man sich Safnirs' Verhalten ansah würde man kaum meinen, dass er der ältere der zwei Drachen war. Sein Freudenausbruch erinnerte ihn stark an seine Reaktion, als er zum ersten Mal einen längeren Flug alleine hatte unternehmen dürfen...
In der jetzigen Landschaft fühlte Vayshan sich allerdings auch nicht wirklich wohl. Sie war zu flach! Es gab kaum Erhebungen und nirgends einen Ort, an den man sich ungestört zurückziehen konnte. Überall war man wie auf dem Präsentierteller! Zudem war die Steppe ihm einfach zu eintönig. Die abwechslungsreichen Konturen der Landschaften der Berge fehlten ihm. Im Gebirge wusste man nie, was hinter dem nächsten Gipfel auf einen wartete. Ein grünes Tal, ein Vulkan, ein riesiger Bergsee oder schlicht ein noch höherer Gipfel, den es zu bewältigen galt.
Hier jedoch konnte man auf zwanzig Meilen sehen, was einen erwartete. Je weiter sie kamen, desto mehr bedeckte sich der Boden mit Steinen jeder Größenordnung, die stetig anzuwachsen schienen. Keine allzu guten Landebedingungen...

Vayshan sah auf, als Safnir, der ein kleines Stück vor ihm flog, plötzlich verwundert nach etwas auf dem Boden fragte, das offenbar seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Vayshan, der wiedereinmal in Gedanken versunken gewesen war, hatte es bis jetzt gar nicht bemerkt und was er nun erblickte war durchaus überaschend: Mitten in der öden Landschaft klaffte ein gewaltiges Loch im Boden! Von einem Moment auf den anderen fiel das Gelände steil ab und bildete einen riesigen Ring, der zur Mitte hin immer tiefer wurde und sich in der Tiefe verlor. Zudem konnte man das Rauschen von sehr heftigen Windböen hören, die tief unter ihnen toben mussten.
Konnte es tatsächlich sein, dass sie den Krater in so kurzer Zeit gefunden hatten? Wenn Safnir ihm alles richtig erzählt hatte, waren bereits achtzehn Drachen seiner Sippe auf die Suche gegangen und nicht zurückgekehrt, aber wie konnte das sein, wenn der eigentliche Krater so einfach zu finden war? Vermutlich ist er nicht so harmlose wie er aussieht... dachte Vayshan bei sich und versuchte, weiter unten etwas zu erkennen.
Der heftige Wind war ihm ganz und gar nicht geheuer. Er konnte die Ausläufer von starken Fallwinden spüren, die von den Kraterrändern in die Tiefe schossen.
"Der Wind ist extrem stark und je tiefer wir kommen, desto stärker wird er werden..." antwortete er auf Safnirs' Frage hin nachdenklich. "Dieser Krater ist mir nicht geheuer. Irgendwas ist daran faul! Lass uns lieber erstmal landen und schauen, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, auf dem Boden weiterzukommen. Die Winde in diesem Krater sind so stark, dass sie uns ohne große Probleme in die Tiefe reißen könnten..."
Während er sprach ging Vayshan langsam tiefer, immer darauf achtend, dass er keiner der Luftströmungen zu nahe kam.
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Sa Jan 21, 2012 11:45 pm

Safnir war schon kurz davor, sich in die Tiefe des grossen Vulkans zu stürzen, als er Vayshans Bedenken hörte und inne hielt. An dem Krater sollte etwas faul sein? Das war doch nur ein sehr, sehr grosser Vulkan, er hatte sich schon öfter, als der denken konnte, in die Tiefe eines Vulkans gestürzt.
Trotzdem prüfte er nun bewusst die Winde und bemerkte, dass tatsächlich etwas ungewöhnlich war. Der starke Wind störte ihn heute weniger, da er ausgeruht und voller Kraft war, und woher der Himmelsdrache wissen wollte, dass dieser Wind in der Tiefe stärker werden wird, war ihm schleierhaft. Was ihm fehlte, war das sanfte Schmeicheln warmer Luft, die aus der Tiefe jedes Vulkanes aufstieg, unter die Flügel griff und die Drachen trug. Selbst bei dem Sturm da draussen, hätte Safnir zumindest ein Anzeichen davon bemerken müssen. Statt dessen drückte ein starker Wind von oben auf seine Flughäute und zwang den Feuerdrachen, mit kräftigen Flügelschlägen über dem Rand des Kraters zu kreisen. Deshalb konnte er die Bedenken des Himmelsdrachen nicht ganz von der Klaue weisen. Vom Fliegen und Winden schien er einiges zu versehen.
Vorsichtig steuerte Safnir tiefer, landete auf dem grössten der aufgetürmten Felsen und krallte sich mit seine scharfen Krallen in den Stein. Während er seine Flügel zusammenfaltete, reckte er den Hals in alle Richtungen und suchte die Umgebung nach etwas Auffälligem ab – abgesehen vom Abgrund selbst natürlich.
„Siehst du etwas?“, brüllte er Vayshan durch den Wind zu. „Etwas anderes als Felsen und Steine“, ergänzte er und liess seinen Blick vielsagend über die Geröllfeld streifen. Dann reckte er den Hals weit vor und blickte abschätzend in den Abgrund hinunter. Wie tief er wohl sein mochte? Vielleicht war es wirklich nicht die beste Idee, direkt hineinzufliegen, schliesslich wussten sie ja nicht einmal, wie gross der Krater wirklich war, und wegen des aufsteigenden Rauches konnten sie nicht wirklich etwas erkennen.
„Vielleicht später“, brummte Safnir und verschob das Vorhaben vorläufig auf. Doch hier so vor sich hinsinnend sitzen zu bleiben, lag ihm gar nicht. Am Ende würde er noch genauso werden wie Vayshan und auch anfangen, Gedankenlöcher in die Luft zu starren.
„Wir können ja mal dem Rand entlang fliegen“, schlug er statt dessen vor. „Vielleicht finden wir ja dabei etwas Aufschlussreiches.“
Sofort sprang er wieder in die Luft. Den kräftigen Wind fing er in seinen Flügeln auf und liess sich von ihm weiter Richtung Feuerrad tragen. In rasendem Tempo kurvte er dicht über den Gesteinsbrocken immer dem Abgrund entlang. Er wurde immer schneller, geriet plötzlich in eine seitliche Luftströmung und wurde Richtung Abgrund gezogen. Kurz geriet er wieder einmal in Bedrängnis, stemmte sich aber mit aller Kraft gegen den Wind und befreite sich mit einigen kraftvollen Flügelschlägen aus der gefährlichen Luftströmung. Mit einer seitlichen Rolle versuchte er sein Missgeschick zu kaschieren und stieg etwas auf, um erst einmal vor den Seitenwinden in Sicherheit zu sein. Das mussten die reissenden Winde sein, von denen Vayshan gesprochen hatte. Kurz wurmte es Safnir, dass der Himmelsdrache schon wieder Recht hatte mit seiner Vorhersage, dann wurde seine Aufmerksamkeit bereits wieder von etwas anderem angezogen.
Nun, da er wieder etwas höher aufgestiegen war, hatte er natürlich einen besseren Überblick und bemerkte etwas vor ihnen eine Gestalt, die am Abgrund kauerte. Neugierig steuerte Safnir darauf zu, ging jedoch nicht tiefer und brüllte auch nicht auf, um das Wesen ja nicht aufzuschrecken. Beim Näherkommen erkannte er nach und nach mehr von der Gestalt. Erst stellte er fest, dass es ein weitere Zweibeiner sein musste, dann bemerkte er, dass es dieses Mal jedoch um einen handelte, der mehr wie die vereinzelten Jäger oder die herumziehenden Nomaden in der Steppe aussah, wenn auch mit weissen Haaren. Da sie mit dem Wind flogen, hörte er die Musik erst, als sie schon ziemlich nah waren. Zudem wurde die Melodie vom Wind verweht und drang nur leise an sein Ohr, aber trotzdem berührte sie Safnir tief und zwang ihn zuzuhören. Ein Windstoss traf ihn von der Seite und weckte ihn aus seiner Trance. Verärgert über sich selbst – ein Feuerkrieger sollte immer einen klaren Verstand behalten – schüttelte er heftig den Kopf.
Dann drehte er ihn zu Vayshan, um zu sehen, was der Himmelsdrache machte und ob er auch von der Musik verzaubert wurde. Nicht dass es einen grossen Unterschied machen würde, so oft wie Vayshan mit seinen Gedanken auf Reisen ging oder über irgendetwas nachsinnierte. Himmelsdrachen schienen in jeder Verfassung fliegen zu können und Safnir schoss der Gedanke durch den Kopf, ob sie sich wenigstens zum Schlafen hinlegten oder ob sie das auch im Fliegen erledigen konnten.
„Dann sollten wir 'mal wieder eine Bekanntschaft schliessen“, schlug Safnir laut vor, als er bemerkte, dass auch seine Gedanken abgeschweift waren. „Dieser Zweibeiner sieht aus, als könnte er uns weiterhelfen.“
Wieder übernahm er die Führung und tauchte ab, ohne Vayshan auch nur Zeit für seine Bedenken zu lassen, von denen er mit Sicherheit wieder eine Unmenge auf Lager hatte. Mit heftigen Flügelschlägen aber so vorsichtig wie möglich landete er etwa zwei Drachenlängen hinter dem Zweibeiner, der immer noch auf dem Stein sass und in die Tiefe blickte, faltete die Flügel zusammen und setzte sich aufrecht hin. Da sich Safnir nicht sicher war, ob der Zweibeiner – nein, es war ja wieder eine Zweibeinerin – ihn bemerkt hatte, stiess er ein leises, sanftes Brummen aus und wartete darauf, dass sie sich vorstellte.

OUT: Äh, Vayshan, ist der Krater nicht etwas zu gross, als dass man ihn selbst aus der Luft überblicken könnte? Schon der Fluss war ja so breit, dass die Drachen das andere Ende kaum sehen konnten, und der Krater ist laut Karte ja noch viel grösser.
Und sorry, dass ich Safnir solche Flugmanöver durchführen lasse, das wäre eigentlich schon eher deine Stärke und daher auch dein Part. Aber Safnir ist einfach nicht der Typ dazu, erst einmal vorsichtig die Luftströmungen auszukundschaften. Dass er so in Schwierigkeiten gerät, ist vorprogrammiert. Wie du sagtest: „Mit dem Kopf durch die Wand“ trifft es genau.
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Vayshan
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Fr Jan 27, 2012 9:32 am

Vayshan war die meiste Zeit schweigend hinter Safnir hergeflogen und hatte seinen Monolog stillschweigend verfolgt. Er selbst hatte sich während dieser Zeit auf sein Gehör und seinen Geruchssinn konzentriert. Wenn das Auge nicht weiterhalf - Was bei diesem Nebel ganz eindeutig der Fall war - konnte er über den Geruch und die Geräusche fast ebensoviel über eine unbekannte Gegend erfahren, wie wenn er sich umsah... Doch selbst diese beiden Sinne ließen ihn in diesem Fall im Stich! Merkwürdig... Gewöhnlicher Nebel schluckt doch keine Geräusche und normalerweise auch kaum Gerüche! Kann es wirklich sein, dass dieser hier magischen Ursprungs ist? Eins so gewaltige Nebelbank? dachte er misstrauisch.

In seine Überlegungen brach auf einmal ein völlig fremder Geruch, der ihm in die Schnauze stieg. Es war weder der, mitlerweile gewohnte Geruch der Menschen, noch passte er zu irgendeinem Tier... Oder, doch! Er ähnelte dem der Menschen, war aber irgendwie anders...
Als die Ursache des Geruchs in der Ferne auftauchte verengte Vayshan leicht die Augen um erkennen zu können, wer es war.
Es hatte die gleichen Konturen und ähnelte in fast allen Belangen den Zweibeinern, doch beim Näherkommen erkannte er, dass ihre Ohren eine ungewöhnliche Form hatten: Sie liefen spitz zu und auch allgemein schien sie sehr viel graziler zu sein...
Auf Safnirs Vorschlag reagierte er mit einem zustimmenden Grollen und landete wie dieser in einiger Entfernung der Zweibeinerin.
Er wollte die Fremde - Denn offensichtlich war sie wie Leda eine Frau - nicht erschrecken und so näherte er sich langsam und hielt den langen Hals gesenkt. Auch er brummte zunächst leise, um die Fremde auf sich aufmerksam zu machen, obwohl das vollkommen überflüssig sein dürfte. Immerhin waren nur unweit hinter ihr zwei Drachen gelandet... "Verzeiht, wenn wir euch stören..." begann er zögerlich und trat noch einen Schritt näher. "Mein Name ist Vayshan vom Stamm der Winddrachen und mein Gefährte ist Safnir aus der Sippe der Feuerdrachen! Dürfte ich fragen, was euch an einen so lebensfeindlichen Ort führt?" fügte er vorsichtig hinzu.

out: Whoops... Ich hab völlig vergessen, dass das der Kyuden-Krater ist Razz Naja, Schwamm drüber Very Happy
Yona, postest du jetzt für die Elfe weiter? Oder sollen wir das machen?
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Sa Jan 28, 2012 3:11 am

out: Ich denk mal durch meinen Post erübrigt sich die Frage^^ Ihr wisst ja nicht, was ich mit der Elfe anstellen möchte, also spiele ich sie.

in: Trotz der Ankunft zweier Wesen der alten Zeit wandte sich die Elfe nicht von ihrer Musik ab. Niemand konnte und durfte sie in ihrer Konzentration stören und so mussten sich die beiden Drachen, die näher kamen, ihr zubrummten und sich sogar vorstellten, warten, bis sie ihr Lied beendete. Da noch immer nicht der richtige Zeitpunkt für ihr Vorhaben gekommen war, störte sie die Gesellschaft der beiden überhaupt nicht und war sogar bereit, eine kleine Unterhaltung mit ihnen zu führen. Vielleicht würden sich dadurch die Drachen und Menschen, die momentan auf Amanoharas Wiesen und in seinen Wäldern wandelten, an das Wesen erinnern, das fähig war, einen entscheidenden Schritt in die Zukunft zu ermöglichen.

Nachdem der letzte Ton sich im rauschenden Wind verlor, wandte sich ihr Blick von dem Instrument ab und ihre violetten Augen blickten in diejenigen der zwei Drachen. Sie musterte die beiden eingehend, bevor sie mit ihrer leicht singenden Stimme Vayshan antwortete. "Oh, ihr stört mich nicht, Sohn des Windes und des Feuers. Ihr bereichert meinen Tag auf dieser Welt mit Eurer Anwesenheit und ich möchte Euch dafür danken." Sie schenkte den beiden ein Lächeln und blickte dann auf den Krater, bevor sie mit einer Antwort fortfuhr. "Und was führt Euch, Vayshan und Safnir, zu diesem Ort?" Sie lächelte erneut und blickte die beiden wieder an. "Etwa, um die Vergangenheit in der Gegenwart zu suchen? Oder seid Ihr schlicht von den magischen Winden, dem Nebel und seinen Geheimnissen angezogen worden wie so viele, die sich hierher begeben? Ich selbst bin hier, um zu helfen. Bleibt in meiner Gesellschaft, und ihr werdet bald diejenigen treffen, denen ich zu helfen weiss. Ob das Treffen im Guten oder im Bösen endet, weiss nur das Schicksal." antwortete sie und blickte erneut auf den Nebel hinunter.

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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Fr Feb 03, 2012 9:53 am

Out: Mmhh, schätze mal, dass Safnir nicht sonderlich begeistert über diese Behandlung ist. Werde das folgende Drama so gering halten wie möglich, versprochen. (Schliesslich hat nicht jeder so viel Geduld und Verständnis wie Vayshan.)

In: Im ersten Moment war Safnir einfach nur verwundert, als sich Vayshan vorschob und sie beide dem fremden Zweibeinerwesen mit dem silbernen Fell vorstellte. Dann kniff er leicht die Augen zusammen und zuckte abwägend mit der Schwanzspitze, ohne seine Haltung jedoch weiter zu verändern. Seit ihrem Abflug hatte sich Vayshan selbstverständlich im Hintergrund gehalten, ohne ihm auch nur einmal die Führung streitig zu machen, und jetzt das. Safnir spürte, wie erneut leichter Ärger in ihm hoch stieg und sich sein Ehrgefühl meldete. Trotzdem hielt er sich zurück. Der Rat der Neun hatte ihn gewarnt, dass sich nicht mehr viele an die alten Verhaltensvorschriften erinnerten. Vielleicht wusste es Vayshan es einfach nicht besser und wollte ihn gar nicht herausfordern. Safnirs Schwanzspitze legte sich wieder auf den Fels und er richtete seinen Blick nun auf die Zweibeinerin.
Diese reagierte nicht und spielte einfach weiter. Auch hier war Safnir erst einmal irritiert. Hatten sich die Höflichkeitsvorschriften in den letzten Jahrhunderten so stark verändert? Doch je länger die Zweibeinerin spielte, desto sicherer war er sich, dass sie die Drachen absichtlich ignorierte. Und das war etwas, was Safnir überhaupt nicht mochte.
Auch Safnir hätte nicht sofort geantwortet, sondern die Ankömmlinge erst einmal gemustert, aber sich nicht einmal zu ihnen umzudrehen, war eine Unerhörtheit und wäre ihm nicht im Traum in den Sinn gekommen. Verärgert zog er seine Krallen über den felsigen Boden und erzeugte dabei ein lautes Quietschen. Er stellte seine Stacheln auf, spreizte seinen Dornenkragen und hob die Flügel leicht an. Zwei kleine Rauchwölkchen entwichen aus seinen Nüstern, während die Schwanzspitze wieder zu zucken anfing.

Endlich verstummte die Musik und die Zweibeinerin liess sich dazu herab, sich zu ihnen umzudrehen. Abschätzend erwiderte Safnir den musternd Blick aus den seltsamen violetten Augen. Sie waren viel tiefgründiger als diejenigen der Leda-Zweibeinerin und schienen älter zu sein, doch davon er liess sich nicht beeindrucken. Wollte sie sich auf ein Kräftemessen einlassen, hatte er nicht vor, es zu verlieren.
Doch das war gar nicht ihre Absicht, denn schon bald antwortete sie Vayshan mit heller Stimme. Safnir verstand nicht den Sinn all ihrer Worte, aber er glaubte nicht, dass sie die Frage des Himmelsdrachen beantwortet hatte. Anscheinend hatte sie das nicht für nötig befunden.
„Wir hatten nicht vor, Eure Zeit übermässig zu beanspruchen“, entgegnete er daher abweisend und hob den Blick schräg über sie auf den aufsteigenden Rauch. Es gefiel ihm ganz und gar nicht, wie diese Zweibeinerin mit ihnen sprach.
„Es interessiert mich nicht, was in den vergangenen Sonnenwendungen auf dieser Erde alles geschehen ist“, stellte Safnir klar, den Blick immer noch völlig desinteressiert auf den Kraterrand gerichtet. „Das einzige, woran ich interessiert bin, ist zu erfahren, wie das grosse Schlamassel von vor knapp zwei Gestirnstreffen rückgängig gemacht werden kann.“
Er schwenkte den Kopf nur leicht und sah nun die Zweibeinerin geradewegs von oben her an. „Ich bin Safnir aus den Vulkanfeuern, der junge Prinz, von der Feuerdrachendynastie. Und der Rat der Neun entsandte mich, diese Aufgabe zu erfüllen.“
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   So Feb 05, 2012 2:56 am

out: ^^ Naja, selbst wenn du die Geduld verlieren würdest, hätte sie noch was in Petto.

in: Der rote Drache, der während ihres Liedes mit Krallen quitschte, antwortete als erster auf ihre Frage und schien aber nicht gerade daran interessiert zu sein, was sie zuvor gesagt hatte. Er sprach davon, dass ihn die vergangenen Sonnenwendungen nicht interessierten, sondern sei aufgrund des Untergangs hier. Wie es schien, hatte der Drache sie nicht richtig verstanden, denn sie hatte durchaus vom Untergang gesprochen, wenn ihn auch nicht wortwörtlich erwähnt. Vielleicht wäre es besser, einen anderen Umgangston mit dem Drachen zu finden und weniger wie die Vorfahren, dessen Abbild sie verkörperte, zu sprechen.

Doch das war nicht so einfach, wie es den Anschein hatte. "Ihr interessiert Euch nicht für die Vergangenheit, sondern nur um die Lösung des Problemes, das seither existiert? Doch um die Zukunft zu verstehen und das Geschehen ungeschen zu machen, ist es unumgänglich, das Geschehen von vor 200 Jahren zu verstehen." Sie dachte über ihre eigenen Worte nach und kam zum Schluss, dass sie schon wieder in Rätseln sprach. "Ein Problem kann nicht behoben werden, bevor man nicht die Ursache kennt, Prinz des Feuers." Diese Zusammenfassung schien ihr weitaus verständlicher. Sie blickte auf den Krater hinab. "Was ist Euch über den Untergang von vor zu langer Zeit bereits bekannt? Ich weiss vieles und werde Euch gerne in die richtige Richtung weisen." Ihre Augen erhielten einen traurigen Blick, als sie an die Geschichten dachte, die ihr von den Höheren erzählt wurden. Geschichten über Dämonen und seltsame, dunkle Wesen, über einen Krieg, der das Anlitz des Landes für immer veränderte, über die Taten der Götter und über das Schicksal der Überlebenden. So vieles hatte sie erfahren und so vieles ging in den 200 Jahren verloren.

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Jeremy Mondragon
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Mo Feb 06, 2012 11:35 am

Schon seit einigen Tagen hielt sich Jeremy in der Nähe des Kraters auf, umrundete ihn und sah sich die Umgebung an. Der Krater war der deutlichste Beweis für den Untergang Amanoharas wie es einmal war. Er kampierte Abends nur einige hundert Meter vom Krater entfernt, selbstverständlich hatten ihm die Leute gesagt dass es gefährlich sei, doch das war ihm egal. Es hatte ihm noch nie wirklich etwas ausgemacht sich in Gefahr zu begeben, besonders nicht wenn es irgend einen Preis zu gewinnen gibt. In diesem Fall war der Preis die genaue Erkundung des Kraters an erster Stelle, es war faszinierend die Schlieren und Nebel zu betrachten die sich im Krater winden. Der zweite Preis, der Unwahrscheinliche, war die Elfe von der er gehört hatte. Es gab nicht wirklich einen Grund aus dem nun plötzlich die Völker wieder auftauchen sollten von denen er gelesen hatte. Das Geschwafel eines Betrunkenen, ein Gerücht. Doch es bestand die Möglichkeit und diese wollte er nicht ungenutzt verstreichen lassen. Leider würde er nicht mehr lange ohne Umweg diesen Ort untersuchen können, seine Essensvorräte wurden langsam knapp, das selbe galt für Wasser.

Er war schon früh aufgestanden und 2-3 Stunden unterwegs, er war nicht im geringsten in Eile, er würde so oder so am morgigen Tage einen Umweg machen müssen um sich frisches Wasser zu besorgen. Er schien die unwirtliche Landschaft sogar zu geniessen, sie war neu und sein Interesse nicht gerade gering.
Nach einiger Zeit, erkannte er in der Entfernung durch den Nebel hindurch zwei Felsen, der eine rötlich und der andere grünlich. Es mussten Felsen sein, kein Tier in der Nähe war so gross und doch hörte er Geräusche in der Entfernung, sie waren durch den Nebel gedämpft und unidentifizierbar, aber nicht zu verkennen.
Als er näher kam, erkannte er dass es sich um Drachen handelte, nun war es durch die Tiefen Stimmen der Beiden geradezu unmöglich dies zu leugnen, doch das war nicht das einzige was seine Aufmerksamkeit weckte, die beiden sprachen mit einer Frau, die offensichtlich die Ursache der Geräusche, der Musik war, und als er sie schliesslich erblickte, stockte ihm einen Moment lang der Atem und ein schelmisches Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. Dann nähert er sich der ungewöhnlichen Gesellschaft, leise genug um Niemanden zu stören, aber laut genug damit niemand auf den Verdacht kommen könnte er schleiche sich an.


Zuletzt von Jeremy Mondragon am Fr Feb 10, 2012 1:51 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Fr Feb 10, 2012 12:48 pm

Vayshan blickte unbehaglich aus dem Augenwinkel zum sichtlich gereizten Safnir hinüber. Mitlerweile kannte er das Temperament des anderen Drachen gut genug um zu wissen, dass die Zweibeinerin sich auf sehr dünnem Eis bewegte... Er hatte sich bereits einmal seinem Vetter entgegenstellen müssen und er wollte es nur äußerst ungern noch ein zweites Mal tun.
Zudem schien die Tatsache, dass er als erster das Wort an die Elfe gerichtet hatte, den Roten Drachen irgendwie beleidigt zu haben, warum jedoch wusste er nicht.

Die Elfe - denn dass sie eine war, stand mitlerweile außer Frage - hatte zwar keine direkte Antwort gegeben, jedoch kannte Vayshan diese Art des verworrenen Redens, die auch viele der Ältesten seines Stammes zu eigen hatten. Dementsprechend lies er sich von den unbefriedigenden Antworten nicht irritieren sondern beschloss, ersteinmal die silberhaarige Zweibeinerin die Richtung des Gesprächs bestimmen zu lassen, denn hilfsbereit schien sie auf jeden Fall zu sein. "Ich, für meinen Teil, weiß nur das wenige, was mir die Ältesten meines Stammes weitergegeben haben: Demnach soll vor etwa zweihundert Sonnenzyklen die schwebende Stadt der Flügelmenschen auf die Erde gestürzt sein. Zeitgleich sind sie, sowie dein Volk und das der kleinen Bergbewohner aus diesem Land verschwunden sein... Ist dies etwa die Stelle, an der früher einmal diese Stadt gestanden hat, oder vielmehr geflogen ist? fragte er und blickte bei den letzten Worten ehrfürchtig Richtung Himmel. Er hatte bisher nie darüber nachgedacht, aber jetzt kam ihm die Vorstellung auf einmal völlig unfassbar vor, das eine ganze Stadt wie Tinae einfach in der Luft schweben konnte...
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Mo Feb 13, 2012 12:44 pm

Interessiert hörte sie Vayshans Erklärungen zu, wobei sie bei der Stelle, an dem er die Elfen erwähnte, ein geheimnisvolles Lächeln zeigte und den Blick, den sie zuvor auf Vayshan hatte, senkte. Erst bei der Frage blickte sie wieder auf, wobei sie rechts in ihrem Blickfeld eine Bewegung wahrnahm.

"In der Tat befand sich die alte Stadt der Engel vor über 200 Jahren über uns." Auch sie blickte nun in den Himmel hinauf und stellte sich eine riesige, fliegende Insel zwischen den Regenwolken vor. "Man sagt, selbst Wesen ohne die Fähigkeit, sich durch die Lüfte zu bewegen, waren in der Lage, sie zu bereisen und sich an ihrer Schönheit zu erfreuen. Wesen aus ganz Amanohara wandelten in ihren Strassen und die Stadt war erfüllt von ihren Stimmen. Raue Stimmen der Zwerge, melodiöse Stimmen der Elfen und Engel, glockenähnliche Klänge der Feen, raue von den Zwergen, die ein wenig undeutliche Stimmen der Wassermenschen, das Brüllen der wenigen Drachen, die damals nicht schliefen, und auch die Stimmen des Volkes, das noch immer auf dieser Erde wandelt, die Menschen, waren in ihr zu hören. Doch wie Ihr bereits erwähntet, Vayshan, ist sie damals vom Himmel gestürzt, und das lag unter anderem an den Stimmen, die man vor der dunklen Zeit noch nicht in ihrem Innern hören konnte." Sie machte eine Pause in ihrer Aufzählung. Ihr war nicht entgangen, dass Vayshan nicht alle Rassen, die damals das Land bevölkerten, aufgezählt hatte. Ob dies nun daran lag, dass er es nicht für nötig hielt, daran, dass er nur von diesen gehört hatte oder daran, dass er nicht zu lange Monologe von sich geben wollte, wusste sie nicht, dennoch war sie der Meinung, dass wenn man von den Bewohnern Amanoharas sprach, alle miteinbeziehen sollte.

Da seine Frage nun beantwortet war und noch keine neue vom roten oder dem grünen Drachen kam, wandte sie sich nun der Bewegung, die sie vorhin bemerkt hatte, zu. Sie war sich sicher, dass die beiden Drachen den Neuankömmling auch schon bemerkt hatten, doch da sich keiner bisher um eine Begrüssung gekümmert hatte und San'thara die letzte war, die gesprochen hatte, empfand sie es als nötig, als erste den jungen Menschen zu begrüssen. "Seid gegrüsst junger Wanderer. Ich bin wirklich überrascht, an einem so unwirtlichen Ort wie diesen gleich 3 Reisende zu treffen."

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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Mo Feb 13, 2012 5:06 pm

Jeremy legt seinen Rucksack auf den Boden und deutet etwas wie eine Verbeugung an. "Ich wollte den Krater selbst sehen, dass sicherste Zeichen für die Existenz, der Alten Welt und damit, auch eures Volkes. Ich war auch, auf der Suche nach euch, jedoch hielt ich eure Existenz für ein Gerücht, da ich befürchtete euer Volk sei ausgelöscht worden, Meine Hoffnung liegt in der Vergangenheit, um eine Lösung für die Probleme der Zukunft zu finden. Hoffentlich werdet ihr meinen Wissensdurst stillen können, doch für den Moment reicht es mir ein Wesen von solcher Pracht und Schönheit zu erblicken wie das eurige."

Jeremy lehnt sich mit dem Rücken an eines der Beine von Vayshan. Er scheint entweder Lebensmüde zu sein oder, aus irgend einem absurden Grund Drachen für eine nicht allzu grosse Gefahr zu halten.

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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Di Feb 14, 2012 12:20 am

„Was bringt es, den genauen Hergang des „Untergangs“ zu verstehen? Es ändert nichts an der Gegenwart“, erwiderte Saphir immer noch recht kühl. „Die Vergangenheit ist vergangen, - Geschichten, um die lange Kältezeit zu verkürzen. Und die Zukunft muss man nicht verstehen, sondern formen.“
Vayhan bewegte sich unbehaglich und schnell registrierte Safnir, dass er der Grund für seine Sorge war. Leicht erstaunt blickte er aus einem Auge zu ihm hinüber. Tatsächlich war bereits wieder Ärger in ihm hochgestiegen und der Himmelsdrache hatte den drohenden Wutausbruch vorausgesehen. Kurz erinnerte sich Safnir, dass er ja schon einen in Vayshans Gesellschaft gehabt hatte, und beschloss, ihn so schnell nicht zu wiederholen.
Er atmete einmal tief ein und versuchte sich zu beruhigen. Langsam stiess er die Luft wieder aus, legte die Stacheln wieder ab, faltete die Flügel zusammen und zwang seine zuckende Schwanzspitze zur Ruhe. Dann schickte er ein beruhigendes Summen in Vayshans Richtung und wandte sich wieder der Zweibeinern zu, nun mit bedeutend ruhigerer und wärmerer Stimme. „Auch wenn ich nicht gerne über die Vergangenheit spreche, wenn es Euer Wunsch ist, verbietet mir meine Höflichkeit, ihn auszuschlagen. Für die Feuerdrachendynastie existiert leider ein Loch von mehreren Gestirns wechseln in der Chronologie der Vergangenheit. Ich trage die Erkenntnisse und übermittelten Erinnerungen der Ältesten unserer Dynastie in mir, aber sie stammen aus Zeiten, bevor sich unser Volk aus der damaligen Welt zurückgezogen hatte.“
Safnir bewegte sich leicht, denn ein Stein drückte ihn. Er setzte sich bequemer hin und machte sich auf eine längere Unterhaltung gefasst. Vayshan enttäuschte ihn nicht und begann sofort, Fragen zur fliegenden Stadt der geflügelten Zweibeiner zu stellen. Safnir hörte schweigend zu.
Während des Gespräches spürte er plötzlich schwache Erschütterungen des harten Bodens, die allmählich stärker wurden: Da kam jemand auf sie zu. Unwillkürlich konzentrierte sich Safnir darauf und die Unterhaltung rückte in den Hintergrund. Sein Jagdtrieb hatte sich gemeldet. Anhand der Erschütterungen erkannte er, dass es sich nicht um ein Huftier handelte, sondern um eines mit weichen Pfoten. Es musste ein mittelgrosses Tier sein und es bewegte sich regelmässig fort, auch wenn der Takt ungewöhnlich war. Safnir liess seine Zunge seitlich aus dem Mundwinkel schnellen und schmeckte die Luft. Der Duft kam ihm vertraut vor. Er schmeckte die Luft noch einmal und da kam ihm die Erkenntnis: Es näherte sich ein Zweibeiner, und zwar einer von der Leda-Sorte, wenn auch mit leicht abgewandeltem Beigeschmack.
Safnir bemerkte, dass im Gespräch eine Pause zustande gekommen war (wirklich unglaublich bei Vayshans Wissensdurst). Er schaltete sich wieder ein und stellte die Frage, deren Antwort seiner Meinung nach eigentlich bereits zu Beginn jeden Gesprächs ungefragt gegeben werden sollte: „Bevor wir diese Gespräch weiterführen: Würdet Ihr uns verraten, mit wem haben wir die Ehre haben?“

Der neue Zweibeiner war zu ihnen herangetreten, erwiderte die Begrüssung der Silberhaarigen mit einem schnellen Schwall von genauso wirren Worten und machte diese Verrenkung, von der Safnir mittlerweile fast sicher wusste, dass es sich um eine Verbeugung handelte.
Dann trat er noch näher heran und lehnte sich doch tatsächlich an eines von Vayshans Beine! Entrüstet hob Safnir seine Flügel leicht an, verengte die Augen und fauchte warnend. Dass ein so junges Geschöpf so respektlos mit einem ehrenwerten Drachen umgehen konnte, war wirklich unterhört. Sein Glück, dass der Zweibeiner sich dazu Vayshan ausgesucht hatte, Safnir hätte ihn bereits in hohem Bogen davongeschleudert oder in Brand gesteckt, oder beides zusammen. (Seinen Vorsatz, nicht so schnell wieder sein Temperament durchgehen zu lassen, war sofort wieder vergessen.)
Doch der Himmelsdrache mit seiner Schwäche für Zweibeiner mochte dieses Verhalten vielleicht sogar dulden.
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Di Feb 14, 2012 1:55 am

Auch wenn Safnir mit dem Einwand, dass die Vergangenheit nichts an der Gegenwart ändere, recht hatte, so blieb San'thara trotzdem dabei, in der Vergangenheit zu bleiben. Ihr machte es den Anschein, als würden die Menschen, aber vor allem die Drachen nicht wissen, was damals geschah und sie hatte nicht die Absicht, es so zu belassen. Es war zwar nicht ihre Aufgabe, die Bewohner des Landes in die richtige Richtung zu lenken, aber sie wollte es trotzdem. Eigentlich sollte sie ihnen nur den Weg für die Zukunft öffnen, doch wie es schien, hatten die Lebenen noch immer nicht herausgefunden, was zum Teufel sie machen mussten, um Amanohara wieder zu dem zu machen, was es einst war. Sie wollte schon einen neuen Aspekt in ihre Unterhaltung einbringen, als Safnir sie dazu aufforderte, sich vorzustellen. Der Mensch war mitlerweile bei ihnen.

Die Elfe, oder zumindest schien sie eine zu sein, blickte Safnir freundlich an. "Entschuldigt, dass ich dies noch nicht getan habe. Ich habe bisher nie Unterhaltungen mit Fremden geführt. Ihr könnt mich San'thara nennen, denn es ist der Name, den mir die Götter gaben."
Der Jüngling setzte sich an Vayshans Bein und schon ein wenig verunsichert musterte San'thara die schmale Gestalt. Auch den roten Drachen schien dieses Verhalten zu irritieren und er bekundete dies dementsprechend. Der Junge stellte sich und seine Absichten nun vor und San'thara war überrascht, dass er die Antworten für die Gegenwart in der Vergangenheit suchte, denn das war genau das, was sie selbst zuvor gesagt hatte. Stirnrunzelnd blickte sie ihn an. Er war überraschend zu ihnen gestossen und noch mehr überraschte er sie damit, dass er Gerüchten auf den Grund ging. Die Menschen erzählten sich vieles, etwa, dass die Stadt Kyuden damals zerstört worden war, doch nur wenige wagten es, das Gerücht zu überprüfen, indem man den Grund des Kraters inspizierte. Das lag wohl auch daran, dass niemand aus dem Krater zurückkehrte. Trotzdem schenkten zu viele Menschen den Gerüchten zu schnell glauben, aber dieser Junge schien anders. Vielleicht wäre er einer von jenen, die sich auf den Grund des Kraters wagen würden.

Die Worte des Jungen schmeichelten ihr und so verstummte sie erst kurz. Eines musste sie jedoch klar stellen, und so ergriff sie das erneut das Wort. "Das Schicksal des Volkes, dessen Anlitz ich teile, ist mir nicht genau bekannt, ausser, dass sie vor 200 Jahren von der Oberfläche verschwanden. Ihr könnt mich nicht zu ihnen zählen, denn ich bin nicht das, was sie einst waren." Sie nahm einen tiefen Atemzug. Ein seltsames Gefühl regte sich in ihr, es war das Gefühl, dass ihr sagte, das die Zeit für die Erfüllung ihrer Aufgabe nahe war. "Was auch immer mit jenem Volk, sowie auch mit den anderen Völkern geschah, die Zeit, es zu erfahren, ist noch nicht gekommen."

San'thara versuchte, sich an die Worte der Höheren zu erinnern. Die Höheren erzählten San'thara über das Überleben der Alten Völker und über die eine Möglichkeit, wie diese den Untergang tatsächlich überleben konnten. Da dies der Wahrheit entsprach, so waren die Wesen aus alter Zeit aber nicht dazu fähig, ihre Verstecke zu verlassen. Erst, wenn der Fehler aus alter Zeit rückgängig gemacht wurde, würden sie zurückkehren. Das Herz...

Sie schaute rüber zu Safnir. "Ihr sagtet, ihr möchtet die Gegenwart ändern? Gerne möchte ich Euch ein wenig in die richtige Richtung lenken. Dafür müsst ihr von einem jedoch wissen." Sie blickte nun Vayshan an. "Wir sprachen zuvor von der fliegenden Stadt. Ist Euch bekannt, weshalb sie sich in den Wolken befand? Wenn nicht, was glaubt Ihr, ist die Antwort auf diese Frage?" Sie blickte zu dem Jungen. Vielleicht wusste auch er eine Antwort?

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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Mi Feb 15, 2012 10:50 pm

out: AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH ZU VIELE POSTS ZUM BEANTWORTEN o.O'

Nachdem Safnir sich wieder beruhigt hatte, entspannte sich auch Vayshan. Die Ausführungen der Elfe - oder wohl eher des Wesens, das aussah wie eine Elfe - jedoch wurden immer rätselhafter und die unangekündigte, und zugegeben recht unangemessene Einmischung des jungen Menschen machte die Situation nicht gerade einfacher zu verstehen.
So verlegte Vayshan sich darauf tatsächlich zu Schweigen und ersteinmal zuzuhören, während der unhöfliche Mensch die "Elfe" begrüßte und ihr die Gründe seines Kommens erzählte.
Sein Verhalten dabei, war irgendwie ungewöhnlich. Er schien sich mit aller Macht bei ihr einschmeicheln zu wollen...
Am Ende seines kurzen Berichts geschah etwas, womit Vayshan jedoch trotzdem nicht gerechnet hatte. Der Mensch besaß tatsächlich die Dreistigkeit, ihn einfach als stützte zu benutzen. Normalerweise war er ja nicht sonderlich empfindlich, doch dieser Zweibeiner war dabei, den Bogen erheblich zu überspannen. Er hatte sich nichteinmal vorgestellt, tatsächlich ignorierte er ihn und Safnir sogar vollständig!
Vayshan fauchte leise aber scharf, hob sein Bein und stieß den Menschen kräftig zur Seite.
Dann wandte er sich umstandslos wieder der Frau zu. Ihre Aussage, dass sie nur aussähe wie eine Elfe verwirrte ihn irgendwie. Jedoch beschloss er, nur ein Thema nach dem anderen abzuhaken, vor allem um den tausenden von Fragen in seinem Kopf nicht noch mehr hinzuzufügen.
"Wie könnte die Stadt anders in der Luft geblieben sein, als durch Magie? Es gibt viel unkontrollierte und vor Allem mächtige Magie in Amanohara. Gut möglich, dass die Flugfähigkeit der Stadt ebenso dazu gehören..." vermutete er und dachte bereits über andere Möglichkeiten nach. Um ehrlich zu sein, hatte er darüber noch nie nachgedacht. Er hatte es einfach hingenommen, dass diese Stadt mal geflogen war...

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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Do Feb 16, 2012 1:36 am

Es befriedigte Safnir ungemein, als Vayshan den aufdringlichen, anstandslosen Zweibeiner zur Seite stiess. Anscheinend war dieses Verhalten sogar für den toleranten Himmelsdrachen zu viel des Guten und ohne sich weiter mit diesem Winzling abzugeben, wandte er sich sofort wieder an die Silberhaarige. Safnir liess seinen stechenden Blick noch einen Moment länger auf dem Kleinen ruhen, zog leicht die Lefzen hoch und zeigte seine spitzen Eckzähne: eine überdeutliche Warnung, ihm nicht zu nahe zu kommen und nicht einmal daran zu denken, nun ihn als Stütze zu benützen.
Dann liess er die Lefzen wieder sinken und wandte sich ebenfalls der Silberhaarigen zu. Sie hatte sich mittlerweile vorgestellt, ihr Name war San’thara.
„Ich möchte diese Welt verändern“, präzisierte Safnir. „Damit diese Gegenwart nicht noch lange in die Zukunft hinein besteht.“ Wenn sie unbedingt kompliziert sprechen wollte, na schön. Schliesslich hatte er beinahe einhundert Sonnenwechsel in Gesellschaft uralter Drachen verbracht, die auch nicht viel anders sprachen. Als Nestling hatte er jeweils eine seiner Tanten um Rat fragen müssen, was das Gefasel der Ältesten eigentlich bedeutete. Aber mit den Sonnenwechseln hatte er gelernt, zumindest den Sinn dahinter zu erkennen; -falls er sich konzentrierte.
Obwohl es ihm nicht behagte, sich das einzugestehen, eine Bemerkung von Vayshan und die Antwort der Silberhaarigen (hatte sie tatsächlich eine Antwort gegeben?) ergaben für ihn noch keinen Sinn. Gehörte sie wirklich einem der alten Zweibeinervölker an, wie der Himmelsdrache vermutete? Sie bestritt es, wobei sie es aber gleichzeitig auch zugab. Dann wehte ihr der Wind durch die Haare und zwischen den Strähnen sah Safnir spitze Ohren aufblitzen. Bisher hatten alle Zweibeiner, die er gesehen hatte, runde Ohren gehabt. Er suchte in seinem Gedächtnis und schwach tauchte eine Beschreibung von alten Zweibeinervölkern auf, aber Safnir erinnerte sich nicht mehr an den Namen und auch nicht mehr, ob es mehrere mit spitzen Ohren gab. Erkennen würde er wahrscheinlich lediglich die geflügelten und jene im Wasser. Also blieb die Zweibeinerin eben „San’thara, die Silberhaarige-mit-den-spitzen-Ohren“, beschloss Safnir und ergänzte nach kurzem Überlegen: „und-dem-singenden-Kasten“.

Die Silberhaarige-mit-den-spitzen-Ohren schien wirklich gerne über die Vergangenheit zu sprechen und erkundigte sich nun nach dem Grund, wieso diese Stadt der geflügelten Zweibeiner fliegen konnten. Vayshan gab ihr eine Antwort, aber das konnte ja noch nicht alles sein. Das wäre zu banal, die Energiequelle mit dem Namen „Magie“ war damals doch so alltäglich wie Luft, wer würde sich schon über Luft Gedanken machen?
„Sie befand sich über dem Erdboden, weil ihre Gründer sie dort haben wollten“, antwortete er daher. „Weil sie überheblich waren und sich für etwas Besseres hielten. Weil sie über dieses Land und andere Völker herrschen wollten und weil jeder die Stadt und ihre Macht sehen sollte“, fügte er hinzu. Wieder einmal waren es nicht seine eigenen Worte, zumindest nicht ganz, sondern diejenigen von Alanon, dem Weisen. Safnir kannte nicht alle Umstände, welche den Ältesten zu diesem harten Urteil geführt haben, aber er erinnerte sich noch gut an dessen ungewöhnlich heftigen Ausbruch. Diese geflügelten Zweibeiner seien mit ein Grund gewesen, weshalb die Drachen sich aus der damaligen Welt zurückgezogen hätten.
„Jedenfalls haben sie damit ihren Untergang besiegelt“, schloss Safnir nüchtern.
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Do Feb 16, 2012 5:21 am

Als der "Zweibeiner" von Vayshan eher Unsanft weggeschubst wird, landet dieser erst mal sprichwörtlich mit der Nase im Dreck. Danach steht er vor sich hin murmelnd auf - Eine Person die Ihm gut zuhört könnte unter anderem die Worte "...übergewichtige Echse..." vernehmen. Danach setzt dieser sich auf seinen Rucksack und lauscht den Annahmen der Drachen. Als schließlich auch der Rote (ein überaus garstiges Tier) geendet hatte, stand er auf und fing an ähnlich einem Dozenten auf und ab zu laufen, seine ziemlich staubige Brille putzend und ab und zu gestikulierend "Ich weiss nicht auf welche Art und Weise genau die Stadt in der Luft gehalten wurde. Wahrscheinlich war einer der Gründe Arroganz und Eitelkeit, jedoch zweifle ich daran dass dies der einzige Grund war. Aus meiner Sicht stellt eine fliegende Stadt ein unnötiges Risiko dar. Ein... Ich weiss nicht genau, hoher mit Gold verkleideter Turm wäre genau so auffällig aber bedeutend weniger aufwendig und trotzdem weniger gefährlich. Ich meine," er deutet auf den Krater, "ich denke nicht dass Jemand der sich auf oder in der Nähe der Stadt befunden hat überlebte. Was mir jedoch einleuchten würde, wäre dass die Stadt als Verteidigungsmassnahme in die Luft erhoben wurde. Ein Gebiet dass man nicht einfach erreichen kann ist nur sehr schwer einzunehmen. Selbst von den alten Völkern gab es nur wenige denen es möglich gewesen wäre die Stadt Effektiv anzugreifen. Aber eine sichere Antwort wird wohl Niemand geben können der heute noch lebt." Er zieht seine Brille wieder an, blickt ein wenig sehnsüchtig in den Himmel über dem Krater und schüttelt dann den Kopf "Ich hoffe dass ihr zumindest einen Teil des Nebels der Vergangenheit lichten könnt."
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Do Feb 16, 2012 10:36 am

San'thara hörte den Ausführungen/ Vermutungen ihrer Gesprächspartner jeweils zu. Nachdem sie alles gehört hatte, begann sie mit ihren Erklärungen. Erst wandte sie sich an Vayshan. "Ihr sagtet, es gäbe viel unkontrollierte Magie in Amanohara. Eurer Aussage nach existiert die Magie also noch?" San'thara lächelte. Wenigstens so viel war klar. "Aber warum stürzte die Stadt vom Himmel? Aus welchem Grund auch immer sie dort hin gebracht worden war.." Dabei blickte sie Safnir und Jeremy, dessen Bemerkung sie überhört hatte, an. "Wenn es die Magie war, die sie dort oben hielt und die Magie noch immer existiert, warum stürzte Kyuden ab? Wenn es die Magie noch gibt, dann hätte dies doch nicht geschehen sollen?" San'thara seufzte und wartete noch ein wenig. Die drei sollen sich erst eigene Gedanken dazu machen, bevor sie ihnen das Schlamassel von vor 200 Jahren erklären würde. Nun, eigentlich wusste sie selbst nicht so genau, was es mit den Zaubern von damals auf sich hatte, doch deren Auswirkungen waren ihr genauestens bekannt.

San'thara stand auf. Die Zeit wurde langsam knapp. "Nun... Man hat mir erzählt, dass diese Stadt, von der wir sprechen, schon seit langer Zeit in den Lüften schwebte. Keinem Sterblichen wäre es möglich gewesen, eine solch grosse Stadt mit eigenen Kräften in den Lüften zu halten, denn der Ursprung ihrer Kraft speiste sich nicht aus deren Energie. Ihre Kraft ist wesentlich reiner, natürlicher und mächtiger als jene der magischen Völker, und somit auch um vieles Gefährlicher. Es rankten sich viele Legenden um jene Kraft, man nannte es "Das Herz Kyudens". Viele machten sich auf die Suche danach, doch sie alle waren gescheitert." Erneut machte sie eine Pause und blickte dabei traurig in den Krater herunter. "Die Pracht des Herzens übersteige alles, so erzählte man es sich." Sie war inzwischen nahe an den Kraterrand gelaufen, der Wind zerzauste ihr das Haar. Die Drachen und den Menschenjungen hatte sie mittlerweile im Rücken, weshalb sie sich wieder umdrehte. "Doch wie ihr ja bereits wisst, schien selbst das Herz nicht stark genug gewesen zu sein, um die Stadt davor zu bewahren, auf die Erde niederzustürzen." Sie blickte nun wieder zu Safnir. "Nicht die Existenz der fliegenden Stadt besiegelte den Untergang der Völker, sondern die Völker zerstörten sich selbst." Sie blickte erneut herunter. Sie sollte sich beeilen. "An jenem dunklen Tag versuchten die guten Völker von Amanohara, den dunklen Krieg zu beenden und woben einen Zauber, der dem Land seine ganzen Kräfte entzog. Grauen und Tod kam über das Land und es wäre noch schlimmer gekommen, hätten die Götter nicht eingegriffen und... die Verbindung zur Magie verschlossen." Erneut blickte sie zu den dreien hin. "Ihr Eingriff war so gewaltig, dass die meisten Wesen, die an die Magie gebunden waren und bereits den ersten Zauber überlebt hatten, ihr Leben verloren. Auch das Herz verlor an Kraft, wobei es aber zu mächtig war, um ganz von der Magie getrennt zu werden. Trotzdem war es nicht mehr im Stande, Kyuden in den Lüften zu halten und die Stadt stürzte in den Krater, der durch die Überreste des immensen Zaubers enstanden war."

Sie schloss ihre Augen und ballte ihre Hände zu Fäusten. Kämpfe gegen die Dämonen, beinaher Untergang der Welt... Die Geschichten waren so immens, dass sie gar nicht wusste, wie sie ihren Zuhörern eine richtige Vorstellung davon geben konnte. Sie drehte sich wieder zum Krater um. "Der Krater wurde von geheimnisvollem Nebel erfüllt, der es keinem sterblichen Wesen erlaubte, hinein oder hinaus zu gelangen und ob Kyuden noch existiert, wissen nur die Götter." Sie lächelte. Nein, das stimmte nicht ganz. "Den Untergang der Magie haben jedoch wenige Artefakte überlebt. Es gibt noch immer Schwerter, die in Flammen aufgehen können oder Rubine, die nachts hell leuchten. Es sind Relikte aus alter Zeit, die gehütet werden wie Schätze. Ich bin mir sicher, dass wenn solche Gegenstände noch existieren, auch das Herz Kyudens noch immer auf dem Grunde des Kraters ruht und nur darauf wartet, seine Kräfte erneut zu entfalten." Sie drehte sich zu Safnir um. "Ihr möchtet etwas an der Gegenwart ändern, Safnir? Das Herz ist die einzige Möglichkeit, um die Verbindung zur Magie wiederherzustellen, denn es ist das einzige Relikt, das noch die Macht dazu besitzt. Findet ihr das Herz und findet ihr jemanden, der in der Lage ist, seine Kraft einzusetzen, so sollte es möglich sein, alles wieder zu dem zu machen, wie es war. Glaubt meinen Worten, denn es sind die Worte der Götter." Ihr Gesichtsausdruck wurde ein wenig traurig, auch wenn sie die drei anlächelte. "Ich wurde hierher geschickt, um zu versuchen, den magischen Nebel zu lichten. Erst, wenn der Nebel verschwindet, ist es euch überhaupt möglich, im Krater auf die Suche nach dem Herzen zu gehen. Was auch immer gleich geschehen mag, bitte handelt nicht überstürzt. Ihr solltet keinesfalls den Nebel betreten, selbst nicht, wenn er nur noch zum Teil vorhanden sein sollte. Ihr steht nicht unter dem gleichen Schutz, unter dem ich stehe. Es ist soweit, die Zeit ist um."

Auch wenn die drei wohl noch mehr Fragen gehabt hätten, sie ging nicht darauf ein. Während ihrem ganzen Monolog hatte sie immer schneller gesprochen, da sie merkte, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb, um die drei in die richtige Bahn zu lenken. Vielleicht würden sie das, was sie ihnen erklärt hatte, weiter erzählen, auf das die Menschen endlich verstanden, was sie zu tun hatten.

Sie atmete tief ein und aus, nahm ihre Harfe hervor und schloss die Augen. Alles um sie herum wurde schwarz, die Wesen, die sie umgaben, erloschen, nur ein tobendes Ding blieb in ihrer Wahrnehmung noch gegenwärtig: Der Nebel. Verlangend streckte er seine Fühler nach dem lebenden, leuchtenden Ding aus, das in ihrem Innern ruhte. Es war der Funken, den sie von den Göttern erhalten hatte und der nun zum Einsatz kam. Sie befand sich in einer Art Trance und nichts konnte sie daraus reissen, ausser Safnir badete sie beispielsweise in sirrend heissen Flammen und würde so das Überleben ihrer sterblichen Hülle gefährden. In Verbindung mit dem Funken entwich ihren Lippen ein alter, gesungener Zauber, verwoben in der Melodie ihrer Harfe. Erst tat sich nichts, doch schon bald machte es den Anschein, als würde der Nebel vor ihr ein wenig zurück weichen. Ein wenig nur, doch es war schon einmal ein Schritt.

out: Das war jetzt viel zum Lesen und es gibt nicht viel, das ihr jetzt darauf schreiben könnt. Ich möchte euch bitten, bis zum nächsten Post von einem Admin nichts zu unternehmen, was das momentane Geschehen verändern könnte, da der nächste Adminpost ein entscheidender sein wird (Siehe Flammenbeispiel). Da ich euch aber nicht die Möglichkeit nehmen will, eine Reaktion auf das, was San'thara gesagt hat, jetzt schon zu posten, da es bis zum erwähnten Post noch ein wenig dauern könnte, könnt ihr das ruhig tun. Starrt euch ungläubig an, spricht was untereinander, starrt euch ungläubig an, folgt euren Gedanken dazu oder starrt euch einfach ungläubig an, was auch immer^^ Oder ihr wartet bis zu jenem Post und schreibt eure Reaktionen auf das Gesagte später. Wie auch immer, ich hoffe ihr seid noch kribbeliger als ich, denn obwohl ich den Inhalt weiss, nimmt es mich sehr wunder, wie epic es werden wird^^

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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Fr Feb 17, 2012 3:22 am

„Was weiss ich schon, wie die Zweibeiner es geschafft haben, ihre eigene Stadt zu zerstören“, entgegnete Safnir der Silberhaarigen gereizt. Wie lange standen sie nun hier schon herum und redeten im Kreis? Anscheinend wusste selbst die Silberhaarige nicht, was damals wirklich geschehen war. Dieses ganze Gespräch war nichts als Zeitverschwendung.
Die Bemerkung des kleinen Zweibeiners hatte er überhört, ebenso wie seine Ausführungen, denn er hatte beschlossen, diesen unanständigen Wicht vorerst einmal zu ignorieren. Und zwar genau so lange, wie dieser seine Aufdringlichkeit und Anstandlosigkeit zur Schau trug.
„Es interessiert mich auch nicht im geringsten“, fuhr Safnir fort. „Und nichts liegt mir ferner, als diese Stadt wieder in den Himmel zurückzubringen. Woran ich als einziges interessiert bin, ist das verschwundene Lebensfeuer zurückzuholen.“

Gelangweilt hörte er dem Vortrag der Silberhaarigen zu, ihrem Gerede über eine ach so wunderbare Kraft, welche die alte Stadt damals in der Luft hielt, über irgendeinen grausamen Krieg zwischen guten und dunklen Mächten, wie die Zweibeiner sie ständig führten, und dass am Ende die „Guten“ mit ihrem Zauber das Land zerstört hätten, wenn nicht ihre Götter eingegriffen und diese „Magie“ verbannt hätten, wodurch die meisten Wesen schlussendlich aber dennoch gestorben waren. Wie auch viele der Feuerdrachen… Wut stieg in Safnir auf, aber er drängte sie nieder. Was brachte es schon, auf die Zweibeiner-Götter wütend zu sein. Sie hatten sich in ihre Heimat zurückgezogen und die Welt sich selbst überlassen. Eine Welt, die gut ohne ihre Zweibeiner-Geschöpfe ausgekommen wäre.
Silberhaar sprach ihn persönlich an und befreite ihn damit von seinen … höchst emotionalen Gedanken.
„Eure Götter können von mir aus im strömenden Regen stehen bleiben“, entgegnete Safnir. „Aber sollte dieses „Herz“ existieren oder sonst irgendetwas, das wirklich die Kraft besitzen soll, unser Lebensfeuer wiederherzustellen, werde ich es finden.“ Endlich mal etwas konkretes. Jetzt musste sie ihnen nur noch sagen, wo es war und woran sie es erkennen konnten.
Doch Silberhaar gab keine Antwort mehr. Als sei sie in Eile, hatte sie immer schneller gesprochen und sich dann von ihnen ab und dem Krater zugewandt. Wieder hatte sie ihren weissen singenden Kasten hervorgeholt, ihre Augen geschlossen und ihre Haltung wirkte seltsam abwesend. Irgendwie erinnerte sie Safnir an einen Ältesten, der gerade in Erinnerungen aus ferner Vergangenheit schwebte. Ratlos blickte er zu Vayshan, wobei er den unfreundlichen Zweibeiner absichtlich ignorierte. Langsam kamen ihm auch wieder die anderen Worte der Silberhaarigen in den Sinn, wenn auch nur schwach. Sie hatte irgendetwas über „Artefakte“ gesprochen, die den Untergang des Lebensfeuers überstanden hatten.
„Was meinte sie mit Artefakte?“, fragte er den anderen Drachen. „Und was ist so speziell an ihnen?“ Dass sie in Feuer aufgingen oder leuchten gewiss nicht, fügte er in Gedanken hinzu und liess eine kleine Flamme zwischen seinen Zahnreichen züngeln.
„Dieses „Herz“ könnte uns vielleicht weiterhelfen“, fügte Safnir nach kurzem Nachdenken hinzu.
„Der Rat der Ältesten wird wissen, was damit zu tun ist. Schliesslich haben sie die Zeiten des Lebensfeuers noch in Erinnerung“, erklärte Safnir. „Und wenn dieses Ding wirklich so mächtig ist, sollte es in der Obhut der Drachen bleiben. Die Zweibeiner haben schon einmal die halbe Erde zerstört, beim nächsten Mal mag es noch schlimmer kommen.“
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Fr Feb 17, 2012 6:48 am

Jeremy sagte während des gesamten Monologes der Elfe nichts, er versuchte möglichst wenige Geräusche zu verursachen und sie auch sonst nicht zu stören da sie plötzlich von einer Eile, einer Unruhe erfüllt war und er ihr noch so viele Informationen wie möglich entlocken wollte. Als sich die Elfe schliesslich daran machte ihre Musik weiterzuspielen war er erst versucht sich der Melodie hinzugeben, doch dass hätte ihm nichts gebracht, er hatte kein Verständniss für Musik. Stadtdessen wendete er sich an den grünen Drachen und auf seinem Gesicht war ein Ausdruck zu erkennen der wiederspiegelte dass ihm erst jetzt klar geworden war dass sein benehmen wohl ungehobelt gewesen war, eine Mischung aus Scham und Überraschung. "Entschuldigen sie bitte mein Verhalten. Mein Wissen was ihre Rasse anging war wohl fehlerhaft. Anhand der Informationen die mir zur Verfügung standen musste ich annehmen dass ihre Rasse kaum mehr als marginal sprachbegabte Tiere mit dem Intellekt eines solchen darstellt. Infolgedessen hielt ich die Dame für das einzige Vernunftbegabte Wesen doch ihre Aussagen und ihr Verhalten haben mich eines besseren belehrt. Ich möchte mich wirklich in aller Form für dieses Missverständnis entschuldigen, Ich könnte ihnen den Namen des Autors des Buches nennen, sollten sie Vorhaben diese Missinformation aufzuklären. Achja bevor ich es wieder vergesse mein Name lautet Jeremy Mondragon. Ich nehme an ihr seit der Anführer dieser Gruppe?"
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Vayshan
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   So Feb 19, 2012 10:51 am

Vayshan hatte der spitzohrigen Frau aufmerksam zugehört und die Vielzahl an Informationen aufgesogen wie ein Schwamm. Ihre immer hastiger werdende Stimme jedoch beunruhigte ihn... Was meinte sie damit, dass ihre Zeit um sei?
Als sie jedoch aufstand, auf den Nebel zuging und erneut begann ihren Musik erzeugenden Kasten anzuschlagen begann der Grüne Drache wirklich sich Sorgen zu machen. Er spürte, dass gleich irgendetwas besonderes passieren würde... Doch auch, wenn es eventuell gefährlich für die Frau sein sollte, wagte er es nicht, sie zurückzuhalten oder sich sonst irgendwie einzumischen.
Fast war er erleichtert als Safnir mit seinen Fragen die unheimliche Spannung durchbrach.
"Wenn ich sie richtig verstanden habe, sind diese Artefakte allein wegen der Tatsache speziell, dass sie überhaupt über magische Fähigkeiten verfügen. Immerhin ist die Magie ansonsten vollständig aus Amanohara verschunden... Natürlich fragt man sich dann, warum dies bei diesen Gegenständen nicht der Fall war!" erwiderte er. Mit diesem Herz wirst du vermutlich Recht haben. Wir sollten uns alle Mühe geben es zu finden! Wenn du meinst, dass eure Ältesten uns dabei weiterhelfen können, sollten wir es auf jeden Fall versuchen. Vayshan war sich nicht ganz sicher, ob es ihn freute, Safnir's Stamm kennenzulernen oder nicht. Einerseit machte es ihn natürlich glücklich, seine Verwandten kennenzulernen, die selbst die Ältesten seines Stammes seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hatten, andererseits beunruhigte es ihn auch. Er war mit ihren Sitten und Gebräuchen kaum vertraut und die Vorstellung, dass alle Roten Drachen das gleiche Temperament hatten wie Safnir, jagte ihm einen Schauder über den Rücken. Ich werde jedes Wort viermal abwägen müssen, bevor ich es ausspreche... dachte er besorgt.

In seine Überlegungen brach die Stimme des Menschenjungen, der sich auf eine sehr... eigenwillige Weise für sein vorheriges Verhalten entschuldigte. "Ich nehme eure Entschuldigung an Jeremy. Mein Name ist Vayshan..." erwiderte er mit verhältnismäßig kühler aber ruhiger Stimme und sah zu dem kleinen Menschen hinab. "Dem Verfasser dieses Buchs würde es jedoch wohl besser bekommen, wenn sein Name unbekannt bleibt. Uns mit dummen Tieren gleichzusetzen ist eine Beleidigung, die keinem Menschen ungestraft über die Lippen kommt!" fügte er mit einem nachdrücklichen Knurren hinzu. Er selbst nahm es Jeremy nicht übel, da er nicht für seine mangelhaften Informationen verantwortlich war: Er schien noch ein Junges seiner Rasse zu sein und konnte somit lediglich das wissen, was ihm seine Ältesten berichtet hatten. Lediglich seine Manieren konnte man infrage stellen.
"Und was eure Frage angeht: Nein, ich bin niemandes Anführer... Safnir und ich reisen Seite an Seite!" Während er dies sagte warf er einen kurzen Blick zur Seite auf Safnir, da er sich nicht sicher war, wie dieser auf die Entschuldigung Jeremys reagieren würde...



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Sardai
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Sa Feb 25, 2012 3:21 pm

Vorsichtig ließ Sardai sich weiter durch den Nebel treiben, den Trümmern, die wie die Arme von vergrabenen und vergessenen Riesen aus dem Boden ragten, misstrauische Blicke zuwerfend. Obwohl der Krieg bereits viele Jahre zurücklag, glaubte er immernoch die Stimmen und Schreie der Wesen die hier ihr Leben gaben zu hören. Selbst der Boden unter ihm schien sich immernoch vor Schmerz zu winden, denn obwohl er den, teilweise geschmolzenen, Erdboden durch die Nebelschwaden kaum erkennen konnte schien es ihm, als ob die gewundenen Formen jedes Mal, wenn er wegblickte ihre Form und Position zu ändern schienen. Wie lange bewegte er sich jetzt nun schon durch diesen allesverschlingenden Nebel? Es kam ihm vor als seien Wochen, wenn nicht gar Monate vergangen seit er das letzte Mal den Himmel gesehen hatte. Sein Blick wanderte hoch, dahin wo er jetzt eigentlich die Sonne sehen sollte und wo sich jetzt nur die selbe graue Wand streckte wie sie sich auch vor ihm und hinter ihm befand. Gleichzeitig spürte er nun aber auch wieder dieses Ziehen, als ob etwas nach seinem Körper wie auch nach seinem Geist griff und ihn runter ziehen wollte. Er merkte plötzlich, wie sich einige seiner alten Wunden zu öffnen schienen und stöhnte leicht auf und blieb schließlich stehen.
Ein leises Knurren entwich ihm, als sich einige zähe Nebelschwaden an seinem Hals festzusetzen versuchten. Ihre Berührung fühlte sich wie Eis und Feuer zugleich an und schien bis in seinen Kopf zu dringen. Wieder kam in ihm die Frage auf, wie lange er sich schon an diesem verfluchten Ort aufhielt. Obwohl seine Erinnerungen ihm sagten, dass es kaum mehr als einige Stunden her sein konnte, dass er ins Zentrum Amanoharas aufgebrochen ist, sagte sein Körper ihm, dass er schon bedeutend länger über die glänzende Oberfläche des Kraters wanderte.
Dennoch...umkehren kann ich jetzt nicht mehr. Dafür ist es zu spät. Wer mag schon wissen, wie viele Meter mich von meinem Ziel trennen... In einem kurzen Anflug sinnlosen Zorns schlug Sardai nach einem Obelisk-artigen Objekt, dass wie eine übergroße Nadel aus dem kahlpolierten Felsboden ragte. Die Splitter brachen ab und trieben kurz darauf, sich langsam aber beständig drehend, durch die Luft, so als ob sich alles unter Wasser abspielen würde.
So voller Magie...und doch ist das Herz nicht hier. Hier, wo es hätte sein sollen! Die letzten Wörter spie er förmlich aus, sodass der Nebel vor seinem Kopf beleidigt flimmerte. Diesmal kostete es ihn mehr Kraft als beim letzten Mal, sich wieder in Bewegung zu setzen. Misstrauisch warf Sardai aus den Augenwinkeln einen Blick hinter sich. Hatte er da nicht gerade eine Bewegung im Nebel gesehen? Und echote da nicht das Geräusch von Klauen, die auf kaltem, starrem Boden klickten?
Nein, ich muss meine Konzentration aufrechterhalten, sonst wird mich dieser gottverdammte Nebel verschlingen... Mehr durch Willen, als durch tatsächliche körperliche Anstrengung hievte er seinen Körper hoch und setzte sich wieder in Bewegung. Bereits Tage zuvor hatte er seinen Weg durch den Nebel geplant, hatte Berechnung aufgestellt, sie mit Vermutungen aus alten Aufzeichnungen und Erinnerungen verglichen und wieder verworfen. Und jetzt, wo er so nah an seinem Ziel war, wo er den magischen Herzschlag förmlich in der Luft schmecken konnte, versagte sämtliche Theorie und sein Plan schien sich praktisch im Nebel aufzulösen. Plötzlich brach neben ihm eine der Säule aufgrund seiner Berührung zusammen und einige Trümmer schwebten, wenn auch nicht schnell so doch auf jeden Fall stur, zu Boden. Sardai warf der hyroglyphenartigen Schrift, oder zumindest dem was nach ebenjener aussah, einen Blick zu, der sowohl traurig wie auch vorwurfsvoll hätte verstanden werden können, hätte jemand seine Gesichtsregungen derart präzise deuten können.
Wie beschämend es doch für die Götter gewesen sein musste, eine solche Tragödie zuzulassen...
Plötzlich, komplett ohne Vorwarnung, brach Sardai durch die Nebelwand...

Zeitsprung...

...und gelangte wieder in den Nebel hinein. Diesen fürchterlichen, verfluchten und überaus böswilligen Nebel. Mindestens drei Stunden hatte er in der Kammer verbracht, hatte versucht und versucht und war doch zu keinem Ergebnis gekommen. Die Götter hatten ihn ignoriert und das leise Stimmchen, dass sonst so lautstark in seine Kopf tobte war erloschen, kaum dass er in den Pulsschlag gehört hatte. Doch weder der Nebel noch der seltsame Boden konnten seiner Laune noch etwas anhaben, denn er war wütend, wie er es schon seit langem nicht gewesen war. Ohne es zu bemerken, berührte er seine Halskette, während er wütete. Begleitet vom Geräusch berstender Steine und bahnte sich Sardai seinen Weg durch die makabre Landschaft. Was ihn vorher gleichermaßen fasziniert und abgestoßen hatte, brach jetzt unter seinem Zorn zusammen und meterdicke Staubwolken bildeten sich hinter ihm, hiongen kurz in der Luft und verteilten sich dann gleichmäßig im Nebel.
Dieser verdammte....! Neben ihm schlug die Spitze eines eben noch unversehrten Obelisken dumpf auf den Boden und schluckte das Wort, dass er eben ausgesprochen hatte.
Was bringt mir bloß all dieser Schund...wenn ich dadurch keine wirkliche, keine göttliche Macht erhalten kann!? Da diesmal kein Trümmerhaufen in seiner unmittelbaren Nähe war, schlug er schlichtweg auf den Boden ein und hinterließ dort tiefe Spuren. Gerade wollte er einen weiteren Schlag austeilen, als er aufhorchte. Zuerst dachte er, er hätte sich das Geräusch bloß eingebildet, aber als er nach einigen Schritten in die Richtung der Quelle immernoch das leichte Vibrieren der Luft wahrnahm beschleunigte er.
Vielleicht finde ich hier ja doch noch etwas und die Reise war nicht umsonst...
Trotz zahlreicher mittlerweile blutender Wunden schien Sardai plötzlich wieder voller Kraft zu sein. Der Gedanke auf ein, möglicherweise mächtiges, Artefakt beflügelte ihn im wahrsten Sinne des Wortes und so schoß er förmlich durch den Nebel.
Plötzlich stockte er. Das Geräusch war verschwunden und an seine Stelle traf eine unbehagliche Stille.
Sollte ich mich doch getäuscht haben?.. Es wäre nicht das erste Mal in diesem schäbigen Krater, dass meine Sinne amoklaufen...
Vorsichtig näherte er sich der Felswand, und presste die Augenlider zusammen...

Von der anderen Seite der Nebelwand hingegen sah man nicht viel davon. Während San'thara ihr Lied beendete schien der Nebel an der Stelle zunehmend dunkler zu werden. Als Nebel schließlich zögerlich einige fußweit Boden preisgab und sich soetwas wie eine kleine Kuhle in der sonst so undurchdringlichen Nebelwand formte wuchs der Schatten an. Zuerst kaum mehr als ein (un)natürliches Phänomen wurde bald klar, dass dieser Schatten einen anderen Ursprung als die ewigwährende Bewegung des Nebels hatte. Kurz bevor der Nebel die Farbe von Kohle annahm erklang ein merkwürdiges Geräusch aus dem Dunkel.
Die Stimme, die direkt aus dem Nebel brach und sich gewaltsam Zugriff zu dem Gehör der Gruppe verschaffte hatte Ähnlichkeit mit dem Gräusch, das entsteht wenn jemand zwei Kohlebrocken aneinander reibt und gleich daneben ein kleines Feuerchen prasseln würde. Obwohl der Sprecher nicht klar erkennbar war, so maß der Schatten mittlerweile etwa zwei bis drei Meter in der Breite und knapp vier Meter in der Höhe.

Vor sich erkannte Sardai zwei kleinere Gestalten, bei denen es sich vermutlich um Menschen, Zwerge oder Elfen handeln musste und, zu seiner Überraschung, zwei Drachen. Offensichtlich schienen sie ebenfalls in den Nebel zu wollen, denn eine der keineren Gestalten hatte gerade ein kleineres Löchlein in den Nebel ge"bohrt" und ihr haftete immernoch etwas der Klang von Magie an, der Sardai hergelockt hatte. Die Menschen ignorierend richtete sich Sardai direkt an die beiden Drachen.
Na sieh mal einer an, wollt ihr etwa ebenfalls in den Krater eindringen?
Ob diesem amüsanten Gedanken gab er ein kleines Lachen von sich, dass ähnlich wie ein kleiner Vulkan klang.
Ich rate euch lieber umzukehren, solche wie Ihr sind nicht in der Lage hier einzudringen. Zumal euch, wie ich sehe, sowieso die großen Relikte fehlen! Ein leises 'Pling' ertönte, als Sardai gegen seinen Anhänger klopfte, der ebenfalls im Dunkeln um seinen Hals hing.
Und die Kleinen scheinen zur Erweckung nicht zu taugen...
Eigentlich wollte er diesen letzten Satz garnicht laut aussprechen, als er sich seines kleinen Ausrutschers gewahr wurde kniff er abermals die Augen zusammen und warf der Gruppe einen mißtrauischen Blick zu. Die Mimik der Menschen ließ sich für ihn nicht wirklich deuten, ihre Gesichter waren zu klein während die Drachen durch den Nebel ebenfalls leicht verschwommen wirkten. Dennoch hatte er das Gefühl, dass sie ihn nicht gehört hatten.
Wie um seinen kleinen Versprecher zu verdecken lachte er nochmals kurz und intensiv und sagte dann:
Allerdings würde es wohl durchaus erheiternd sein...euch bei eurem Versuch zum Herzen zu gelangen zuzusehen...Nein, vergesst am besten was ich gesagt habe, versucht zu mir zu kommen, ich werde euch hinführen...
Ein großes Versprechen für jemanden der sich bereits so lange im Nebel aufhielt wie er, das spürte Sardai. Dennoch kam er nicht umhin seine Zuhörer zu verspotten, es lag nunmal in seiner Natur.
Ehe sie ihm nun aber tatsächlich folgen konnten, drehte er sich um und entschwand in die Tiefen des Nebels. Das letzte, was die Gruppe noch hörte war:
Besorgt lieber die Steine bis zum nächsten Mal, dann werde ich euch den Weg zeigen... ehe der Schatten lachend aber geschwind im Nebel verschwand.
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Sa März 03, 2012 10:25 am

Der Zweibeiner entschuldigte sich, aber sogar Vayshan reagierte sehr reserviert darauf. Ob es dieser Mensch auch nicht so erst meinte? Safnir konnte es immer noch nicht richtig beurteilen, aber er hatte sowieso nicht vorgehabt, die Entschuldigung kommentarlos anzunehmen.
„Mir ist egal, von wem du diese Beleidigungen übernommen hast“, knurrte Safnir. „Dein ganzes Verhalten ist eine Schande.“ Das letzte Wort spuckte er von der Zunge und fügte zur Verstärkung in der Drachensprache hinzu: „Að vera til smánar!“
Er erhob sich mit einer geschmeidigen Bewegung und trat zwei kraftvolle Schritte auf den Zweibeiner zu. Langsam bog er seinen Hals zu ihm hinunter, wobei er seinen beeindruckenden, leuchtend orangeroten Dornenkragen spreizte und aus seinen Nüstern zwei feine Rauchsäulen aufsteigen liess.
„An deiner Stelle würde ich das Maul nicht so weit aufreissen, Zweibeiner“, zischte Safnir, „und schon gar nicht gegenüber Wesen, die ein Vielfaches deiner kümmerlichen Lebenszeit und Erfahrungen besitzen.“
Eine kleine Flamme flackerte über seine Zunge und seine Augen blickten starr in diejenigen des Zweibeiners. „Ich bin ein Feuerdrache, Mensch. Toleranz für solche „Missverständnisse“ liegt mir nicht im Blut“, entgegnete er und zog drohend die Lefzen hoch. „Ehre, Mut und Tapferkeit, merk dir das, Zweibeiner. Solltest du eines davon je in Frage stellen, wird es dir nicht gut bekommen.“ Eine weitere Ausführung war sicherlich nicht nötig, das Knurren, seine Haltung und die Rauchwölkchen sollten seine Drohung genug verdeutlicht haben.

Plötzlich hielt Safnir in seinem Knurren inne, etwas aus dem Abgrund zog seine Aufmerksamkeit an. Er drehte seinen Kopf in diese Richtung und erblickte im Nebel ein grosser schemenhafter Schatten, der sich verdichtete und noch dunkler wurde. Das Wesen wandte sich an sie, aber bereits seine ersten Worte verstärkten Safnirs Knurren wieder. Seine Worte waren mehr irres Gefasel als sinnvolle Worte und Safnir hielt verwirrt inne.
„Wieso sollten wir in diesen Krater hinunter wollen?“, entgegnete er dem Schatten. „Ich jedenfalls bin nicht unglücklich darüber, dass die fliegende Stadt nicht mehr fliegt.“
Doch das Wesen im Nebel schien sie nicht zu hören, es rief ihnen seine Anweisungen zu und verschwand. Sein irres Lachen reizte Safnir, der mit einem grossen Satz am Rande des Abgrundes war und aus voller Kehle seine wütende Antwort herausbrüllte. Eine grosse Stichflamme schoss aus seinem Rachen und zuckte in den Nebel, ohne dass sich der auch nur eine Klauenbreite zurückgezogen hätte.
Das Brüllen und das Lachen vermischten sich und verhallten in der Düsternis. Am liebsten wäre Safnir dem Wesen gefolgt, schwer atmend stand er am Rande des Abgrundes, die Flügel erhoben, bereit sich in die Tiefe zu stürzen, aber irgendetwas hielt ihn davon ab. Erregt peitschte sein Schwanz von einer Seite zur anderen und seine Krallen gruben sich in den Stein, während Safnir mit sich rang. Dann wandte er sich ab und drehte sich zu den anderen Anwesenden um.
„Was soll das?“, stiess er zwischen den Zähnen hervor, ruckte dann mit dem Kopf herum und fixierte Silberhaar mit flammendem Blick. „Was geht hier vor sich?“
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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   So März 04, 2012 12:16 pm

Was bei den Dreien abging, während sich Sant'hara auf die Melodie konzentriert hatte, wusste sie nicht, doch spätestens, als etwas im Nebel war, was eigentlich nicht da sein sollte, öffnete sich ihre Wahrnehmung wieder für das, was um sie war. Die Magie versiegte und sie hielt im Spielen inne, was zur Folge hatte, dass sich der Nebel zwar vor ihr gelichtet hatte, aber nicht ganz verschwand. Vielleicht war es auch besser so, denn der Schatten versuchte nicht, hindurchzudringen.

Während er sprach, stand Sant'hara nur ungläubig da und versuchte das, was der Schatten sprach, zu verstehen. Er sprach von Relikten die fehlten und der Fähigkeit, etwas zu erwecken. Sie hatte dies sehr wohl gehört aufgrund ihrer guten Ohren und auch deswegen, weil ihre ganze Aufmerksamkeit auf dem Schatten lag. Als ihr klar wurde, was dieser Schatten erwecken wollte, fiel sie in die Knie. Die Harfe klimperte, als sie auf dem steinigen Boden aufschlug. Die Vermutung bestätigte sich nur noch, als er doch tatsächlich vom Herzen sprach! Er würde sie zum Herzen führen? Hatte er es etwa gefunden, existierte es noch? Aber was meinte er mit den Relikten und den Steinen? Warum sollten sie nicht in den Krater gehen, bevor sie diese besassen? Ihre Gedanken wirbelten in ihrem Kopf herum und liessen ihr keine Ruhe. Der wohl wichtigste Gedanke, der dabei entstand, war wohl dieser: Dieser Schatten hat das Herz gefunden und möchte es erwecken! Jedoch scheint er mir keine guten Absichten damit zu haben...

Erst, als sie sich Safnirs riesigen Zähnen konfrontiert sah, die nahe vor ihrem Gesicht auftauchten als er sie anbrüllte und ihr seinen feurigen Atem in die Nase blies, versuchte sie den steinernden Bann, den sie zuvor auf sich hatte, wegzuschütteln. Ihr ganzer Körper erschauderte. "Ich... bin mir nicht sicher..." begann sie, weil dies tatsächlich der Wahrheit entsprach. Ihre Beine waren noch zu schwach, um sie sicher zu halten, weshalb sie erst mal sitzend auf dem Boden blieb. " Ich wollte eigentlich den Nebel lichten, um den Krater zu betreten, aber... E... Entweder es scheint bereits jemandem gelungen zu sein, lebend in den Nebel zu gehen und fast bis zur Oberfläche zurückzukehren als ich den Zauber sang, oder aber dieser Schatten befand sich schon seit dem Untergang in diesem Krater und hat bis heute überlebt... folglich könnten noch Überlebende von damals im Krater wohnen!" den letzten Teil sprach sie mit fester Stimme aus, die zugleich von Faszination zeugte. Die verlorene Zivilisation der Engel lebend zu sehen, das wäre durchaus ein Ereignis, das die Welt ändern könnte. Die Begeisterung flaute jedoch ziemlich schnell ab. "Nur... scheint mir dieser Schatten nicht gerade von einer gutwilligen Natur zu sein, so wie er sprach. Laut seinen Worten könnte man meinen, er habe das Herz Amanoharas bereits gefunden und hat die Absicht, es zu erwecken, aber kann es nicht... weil... ihm etwas fehlt." schloss sie ihre Ausführungen. "Und falls wir sie finden, diese Relikte und Steine, sollen wir zu ihm zurückkehren und er würde uns dann zum Herzen führen... Aber für welchen Preis?" Für sie stand es ausser Frage, dies zu tun.

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BeitragThema: Re: Der südliche Kraterrand   Mo März 12, 2012 4:22 am

Jeremy war leicht erstaunt von der Reaktion des roten und fragte sich ob der Verfasser des Buches der gleichen Kategorie Drache begegnet war wie er und sich daraus ein für die gesamte Rasse geltendes Bild gemacht hatte. Nun vielleicht war es trotzdem nicht so klug dem zweiten diese Hypothese vorzutragen da er spätestens jetzt nicht mehr daran zweifelte das zumindest einige der Angaben der Wahrheit entsprachen. Wie zum Beispiel dass für die Zähne Knochen kein Problem darstellten. Offensichtlich war die Aussage über den Mundgeruch der Rasse ebenso Korrekt.

Der Schatten dessen Stimme aus dem Nebel schallte war ihm nicht geheuer. Nunja eine Gestalt die an einem Ort auftaucht an dem man glaubt dass Leben unmöglich ist war schon für sich eine erschreckende Tatsache, allerdings eine die Jeremy hätte jubilieren lassen. Doch seine Worten schienen unecht, seine Freude im besten Fall schelmisch im schlechtesten mörderisch. Die Versprechungen waren gross, doch wer wusste, zu was die Steine und Artefakte fähig waren, die dieses Wesen von ihnen forderte.

Als er seinen Gedankengang zu ende geführt hatte wurde er auch schon durch Safnirs wütendes Brüllen und die anschließende Frage an die Elfe endgültig aus seiner Grübelei gerissen. Als diese auf seine ungestühme Frage geantwortet hatte trat Jeremy an sie heran "Wisst ihr was er mit den Relikten und Steinen gemeint hat?" Jeremys Wille diesen Kuhhandel einzugehen war genauso unerschütterlich wie der, der Elfe, wenn auch aus anderen Gründen.
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