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Nach einer klaren Nacht ziehen nun von Osten her Wolken auf. Über dem nördlichen Meer braut sich eine Front zusammen, die auch bereits von der Küste aus zu sehen ist. Es herrscht ein feuchter Ostwind.
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Im Südenwesten ist es vorläufig noch klar und es ist ein schöner Sonnenaufgang zu geniessen.
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Ereignisse & Plots

Ereignisse:
Die Gildenkämpfe haben sich gelegt, doch die unmittelbaren Folgen sind deutlich sichtbar: verbarrikadierte, beschädigte oder sogar abgebrannte Häuser und unzählige Verletzte. Die Säle der Heilergilde sind zum Bersten voll und es fehlt an fast allem: Material, Platz und Helfer. Jede helfende Hand ist sofort willkommen.
Die Aufräumarbeiten sind schneller angelaufen, aber auch hier könnten zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht werden.
Zudem wollen manche Gilden ihre Position verstärken und sind nun auf der Suche nach neuen Mitgliedern.

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- Eine Elfe in Amanohara?
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 Der Schwanensee

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Tenschino Yona
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Beruf: Geist der Vergangenheit
Waffen: Sense und Schwert
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BeitragThema: Der Schwanensee    Sa Nov 12, 2011 7:58 am


.: :.

„Hat Euch der Schwanensee verzaubert?“
Ich drehte mich um ohne mich zu erheben. Mein Gastgeber stand an der Türe und beobachtete mich. Es war der elfte Tag meiner Reise, die mich heute in dieses abgelegene Tal geführt hatte. Eingerahmt von Wald und Felsen bildete der Bach einen See und über dem Wasser krallte sich ein kleines Haus in den steilen Hang. Ich wurde gerne aufgenommen von dem alten Einsiedler, der sich wahrscheinlich freute, endlich einmal wieder einen Menschen aus der Ebene zu treffen.
Erstaunlich aufrecht für einen so alten Mann trat er zu mir auf die Terrasse und setzte sich im Schneidersitz neben mich auf den verwitterten Holzboden.
„Dieser Ort ist Nyme geweiht“, brach der Alte das Schweigen und deutete mit seiner zitternden Hand auf den bläulich-silbrig glitzernden See unter uns. Die Oberfläche wurde von leichten Wellen bewegt, wodurch ein sich ständig wechselndes Spiegelbild zustande kam.
„Einer Göttin der Waldmenschen?“, erkundigte ich mich. Ich hatte noch nie von Nyme gehört, aber ich wusste auch nur sehr wenig über das Volk der Waldmenschen, dessen Gebiet ich vor etwa zwei Tagen betreten haben musste. Sie lebten sehr zurückgezogen in den Bergwäldern und pflegten nur sehr wenig Kontakt mit den Hochmenschen, so dass ich noch keinem begegnet war.
„Sie ist die Göttin der Liebe, ihr Lieblingstier ist der Schwan.“
„Ich nehme an, deshalb heisst dieser See so“, folgerte ich. „Einen Schwan kann ich hier nämlich nicht entdecken.“
„Eigentlich hat der Ort keinen Namen, die Waldmenschen halten es für unverschämt, einem heiligen Ort einen Namen aufzudrängen. Aber wenn man so lange Zeit an einem Ort verbringt, möchte man ihm dennoch einen Namen geben. Deshalb nenne ich ihn so“, entgegnete der Alte und wandte sich mir zu. „Wollt Ihr seine Geschichte hören?“
Ich erwiderte sein Lächeln und nickte. „Sehr gerne, ich liebe Geschichten.“
„Diese Geschichte mag etwas anders sein als jene, die ihr zuvor gehört habt. Denn sie ist wahr“, beteuerte er. Wieder lächelte ich. Jeder Geschichtenerzähler versicherte, dass seine Geschichten der Wahrheit entsprächen, vielleicht glaubten sie es tatsächlich, aber die meisten wollten damit einfach die Spannung erhöhen. Ich setzte mich bequemer hin und lauschte dem Alten, als er mit ruhiger Stimme zu erzählen begann:

„Früher erstreckte sich am Unterlauf des Flusses eine grüne Ebene, die von Menschen besiedelt wurde. Der Wald erschien noch nicht so dicht und abweisend, und die Bewohner des Waldes pflegten freundschaftlichen Kontakt mit den Hohen Leuten. In jener Zeit lebte im Schloss auf der Ebene ein junger Prinz, er war ein kühner Krieger, ein intelligenter Kopf und möglicherweise ein wenig selbstgefällig, aber beim Volke sehr beliebt. Sein Vater war der Herr über die grüne Ebene und eines Tages sollte er den Titel und das Fürstentum übernehmen.
In der Hoffnung auf eine Vermählung schickten viele Edelleute ihre Töchter vorbei und auch die Mädchen waren voller Erwartung, denn im ganzen Land schwärmten die Prinzessinnen von diesem ansehnlichen Prinzen.
Doch sie alle hofften vergebens, denn der Prinz hatte sein Herz bereits verloren. Seine Erwählte war eine der Waldmenschen, die Priesterin der Göttin Nyme, was der Prinz als gutes Omen sah, denn Nyme war die Göttin der Liebe. Er warb schon länger um sie und sie hatte ihn bis jetzt immer abgewiesen, aber die Liebe liess den Prinzen stark sein und so gab er nicht auf. Er hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, ihr jede Woche erneut ein aussergewöhnliches Geschenk darzubringen und ihr so seine Liebe zu beweisen.
An einem Tag streifte er auf der Suche nach Beute durch den Wald, denn er war ein leidenschaftlicher Jäger ohnegleichen, und während er über eine neue Gabe für seine Angebetete nachdachte, erreichte er den Rand dieser Lichtung.
Auf dem See schwamm ein wunderschöner, schneeweisser Schwan mit anmutig gebogenem Hals und im Prinzen stieg der Wunsch auf, diesen Vogel für seine Liebe zu schiessen. Er wusste, dass der Schwan das Tier der Liebe war, und beschloss seiner Angebeteten als Zeichen seiner grossen Liebe ein Kleid aus Schwanenfedern zu schenken.
Vorsichtig legte er einen Pfeil an, hob den Bogen und zog mit geübter Bewegung die Sehne zurück. Dabei musste er vor Ungeduld eine kleine Bewegung gemacht und ein Geräusch verursacht haben, denn der Schwan drehte seinen Hals in seine Richtung. Für einen atemlosen Augenblick blickte einer in die Augen des anderen und der Prinz zuckte überrascht zusammen angesichts des Ausdruckes in diesen Augen. Seine Hand erschlaffte und der Pfeil entglitt. Unbeirrbar schwirrte er durch die neblige Luft und fand sein Ziel.
Der Vogel stiess einen Schrei voller Entsetzen aus, als sich die Spitze in seine weisse Brust bohrte. Er hob Flügel und Kopf gegen den Himmel und stimmte einen unbeschreiblich schönen Gesang an, der dem Prinzen durch Mark und Bein ging.
Er trat aus dem Schutz der Bäume hinaus und näherte sich langsam dem See, während der Gesang des Schwanes schwächer wurde. Von einer bösen Vorahnung getrieben watete der Prinz ins Wasser auf den weissen Vogel zu, der sich seine letzten Lebenskraft von der Seele sang. Ihre Blicke kreuzten sich erneut und diesmal lag deutlich erkennbar Trauer und Bedauern in den tiefblauen Augen des Schwanes. Und als der Prinz den Flügel des sterbenden Tieres berührte, verwandelte sich der Vogel vor seinen Augen. Sein Körper wurde grösser, die Flossen verwandelten sich in nackte Füsse, die Flügel zu schlanken Händen, die Federn wurden zu weich weissem Stoff und langem weissen fliessendem Haar. Der Kopf verwandelte sich in den einer jungen Frau mit tiefblauen Augen, die den Prinzen immer noch tieftraurig anblickten. Entsetzt erwiderte er den Blick seiner Angebeteten. Ihre Brust hob sich krampfhaft noch ein letztes Mal, dann brachen ihre Augen.
Fassungslos berührte der Prinz die leblose Gestalt seiner Geliebten, die reglos im Wasser trieb. Der Pfeil musste genau ihr Herz getroffen haben, denn das Wasser um sie herum hatte sich bereits tiefrot verfärbt und immer noch floss Blut aus der Wunde.
Behutsam hob der Prinz sie auf seine Arme und trug sie ans Ufer, wo er sie vorsichtig niederbettete. Tränen sammelten sich langsam in seinen Augen und rannen die Wangen hinunter, zuerst langsam, dann immer schneller. Ein krampfhafter Schluchzer stieg seine Kehle hinauf und er vergrub das Gesicht in den Händen. Unfähig zu begreifen, dass er seine grosse Liebe getötet hatte.
Ganze drei Tage harrte er bei der Leiche seiner Angebeteten aus. Am ersten trauerte er um ihren Tod, am zweiten haderte er mit dem grausamen Schicksal und am dritten lag er ermattet neben ihr auf der Wiese. Es war an jenem dritten Tage, da ihn alle Kraft verlassen hatte, an dem Nyme erschien.
„Was beklagt Ihr, Prinz?“, fragte sie. Die Göttin hatte das Drama beobachtet und beim Anblick dieser tiefen Liebe beschloss sie, ihren Zorn zu vergessen und Nachsicht walten zu lassen.
Der Prinz blickte zu der schimmernden Gestalt auf. „Ich klage um meine grosse Liebe“, antwortete der Prinz. „Und ich selbst habe sie getötet. Aber wie hätte ich auch wissen können, dass sie sich in einen Schwan verwandeln konnte und woran hätte ich sie erkennen können?“
„Hat sie dich nicht darum angefleht, keine Tiere zu töten?“, entgegnete die Göttin.
„Das hat sie“, bekannte der Prinz. „Aber ich bin ein Jäger, es würde bedeuten, jemand anders sein zu wollen, als man ist. Ausser diesem hätte ich ihr jeden Wunsch erfüllt. Ich wollte sie zu meiner Königin machen, sie nur in feinste Stoffe kleiden, ihr nur die besten Speisen auftischen. Dienerinnen sollten ihr jeden Wunsch erfüllen, Musikerinnen sie nach Lust und Laune unterhalten. Im Schlossgarten hätte ich ihr ein grosses Vogelgehege bauen und die Wiesen mit ihren Lieblingsblumen säumen lassen.“ Er sah hinunter ins bleiche Gesicht seiner Angebeteten. „Ich hätte alles für sie getan“, wiederholte er und seine Stimme brach erneut.
„Ich sehe dein tiefes Leid“, sagte die Göttin mitfühlend, „und ich kann dabei nicht tatenlos zusehen. Deshalb werde ich ihr ein zweites Leben schenken, aber sei gewarnt“, fügte sie gleich hinzu, als der Prinz hoffnungsvoll aufblickte, „möglicherweise wird dies für dich noch schmerzhafter sein.“
Aber der Prinz hörte nichts anderes, als dass sein Fehler wieder gutzumachen und seine Liebe wieder zu ihm zurückkommen würde. Eilig befolgte er die Anweisungen der Göttin und legte die reglose Frau in die Mitte des Sees, bevor er sich mit bangem Herzen wieder ans Ufer stellte.
Die Göttin trat mit ihren blossen Füssen ins Wasser, ihre Gestalt leuchtete weisslich durch die dunkler werdende Dämmerung. Langsam begann das Wasser zu schimmern, dann sanft zu leuchten. Das Licht strahlte von der Göttin aus, sammelte sich in der toten Priesterin und umhüllte ihre ganze Gestalt. Das Licht wurde immer heller, bis es mit einem lautlosen Knall explodierte und eine Lichtwelle die Lichtung überrollte. Geblendet hob der Prinz die Hand vors Gesicht und blinzelte gegen die Helligkeit.
„Ich habe ihr ein zweites Leben angeboten“, eröffnete Nyme, die Quelle der hellen Silberstrahlen, „aber es ist ihre Entscheidung, ob sie zurückkehren will. Jeder Vollmond, der sich in diesem See spiegelt, wird ihr ihre menschliche Gestalt und ihr altes Leben zurückgeben, wenn das ihr Wunsch sein sollte.“
Das Leuchten verblasste und die Göttin verschwand. Mit angehaltenem Atem sah der Prinz in die Mitte des Sees und erblickte erneut einen wunderschönen, schneeweissen Schwan. Der Vogel drehte seinen anmutigen Hals zu ihm um und dem Prinzen jauchzte das Herz vor Freude. Über dem See stand der volle Mond und ergoss sein silbernes Licht über das Tal und der Prinz wartete atemlos auf die Verwandlung. Doch der Schwan – seine Angebetete – erwiderte nur traurig seinen Blick, reckte dann die weissen Flügel gegen den Himmel und flog davon.
Fassungslos und zunehmend traurig starrte der Prinz dem weissen Vogel hinterher, unfähig zu begreifen, warum seine grosse Liebe lieber als Schwan weiterlebte, als zu ihm zurückzukehren.
Doch er erinnerte sich an die Worte der Göttin Nyme und kehrte fortan jeden Vollmond in dieses Tal zurück, um auf seine Angebetete zu warten. Manchmal kam sie, manchmal nicht, aber nie verwandelte sie sich zurück. Zunehmend verlor der Prinz die Hoffnung, dass eines Vollmonds seine grosse Liebe zurückkommen und ihm verzeihen würde, aber er schaffte es nicht, dem Tal auch nur einen Mond fernzubleiben. “

Als der Alte seine Geschichte beendet hatte, breitete sich ein längeres Schweigen zwischen uns aus. Die Nacht hatte das Tal endgültig umfangen und bei mir machten sich die Anstrengungen des Tages bemerkbar. Ich drehte mich zu dem Alten, um ihm für die Geschichte zu danken, und stellte erstaunt fest, dass er weinte. Sein Blick war starr auf etwas unter uns gerichtet und als ich ihm folgte, entdeckte ich die hell schimmernde Gestalt eines Schwans. Er lag am Rande des Sees, den Kopf unter einen Flügel gesteckt, und schlief. Der helle Schein des Vollmondes beleuchtete ihn.

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