Amanohara


 
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Zeit
Wetter und Zeit

Es ist Morgen, 7.00 Uhr

Nach einer klaren Nacht ziehen nun von Osten her Wolken auf. Über dem nördlichen Meer braut sich eine Front zusammen, die auch bereits von der Küste aus zu sehen ist. Es herrscht ein feuchter Ostwind.
In Tinae geht etwas verspätet die Sonne auf, noch wird der Himmel lediglich von einzelnen Schäfchenwolken bedeckt.
In der Höhe liegt Raureif bei spätwinterlichen Temperaturen, auf tieferen Ebenen ist es trocken und etwas wärmer bei leichtem Südostwind.
Im Südenwesten ist es vorläufig noch klar und es ist ein schöner Sonnenaufgang zu geniessen.
Was gerade los ist
Ereignisse & Plots

Ereignisse:
Die Gildenkämpfe haben sich gelegt, doch die unmittelbaren Folgen sind deutlich sichtbar: verbarrikadierte, beschädigte oder sogar abgebrannte Häuser und unzählige Verletzte. Die Säle der Heilergilde sind zum Bersten voll und es fehlt an fast allem: Material, Platz und Helfer. Jede helfende Hand ist sofort willkommen.
Die Aufräumarbeiten sind schneller angelaufen, aber auch hier könnten zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht werden.
Zudem wollen manche Gilden ihre Position verstärken und sind nun auf der Suche nach neuen Mitgliedern.

Plots:
- Eine Elfe in Amanohara?
- Wir waren es nicht!
- Mirars Vermächtnis
- Rekruten gesucht
- Gelehrte verschollen

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 Hauptstraße Kirena

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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Mai 11, 2013 3:51 am

Warum... Wie sollte er ihr das erklären? Würde es nicht wie eine Ausrede klingen? Ungeschehen konnte er es nicht machen. Egal was er sagen würde. Doch Kha war schon froh, das sie nicht ging und ihm wenigsten zuhörte. Langsam hob er wieder den Kopf und sah sie an. Aus den Augenwinkeln sah er die Faust die sie ballte. Ob es ihr helfen würde, wenn sie zuschlug? Er hätte sich nicht gewehrt. "Es freut mich das ihr mir zuhört und mir die Chance gebt es zu erklären. Ich will mein Tun nicht rechtfertigen. Das kann ich nicht. Und ich kann es mir selbst kaum erklären..." Er atmete tief ein und nutzte die Zeit um sich seine Worte zu überlegen. Er hatte Akiko schon seine Vergangenheit anvertraut. So musste er nun nicht mehr schweigen. Hoffentlich sah sie in seinen Worten nicht den Versuch sich heraus zu reden.
"Die Krieger die zuvor über den Marktplatz gegangen sind...sind jene die damals mein Dorf angegriffen haben. Ich habe sie an dem Zeichen erkannt, das sie auf ihren Rüstungen trugen." ,erklärte er. "Als ich sie sah war ich wie versteinert. Ich muss gestehen, in meinen Gedanken habe ich sie unzählige Male getötet. Doch mein Körper hat mir nicht mehr gehorcht. Als ihr mich angestoßen habt...habe ich nicht euch gesehen. Ich war in Alarmbereitschaft. Ich möchte mich gar nicht rechtfertigen....ich hätte vermutlich jeden angegriffen. Selbst wenn es ein Kind gewesen wäre..." Es war schrecklich zu wissen, das man selbst so unberechenbar ist.
"Ich kann nicht rückgängig machen was geschehen ist und ich verstehe eure Wut." ,meinte er leise und blieb weiterhin reglos vor ihr stehen.
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Akiko Yoe
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Mai 11, 2013 5:08 am

Akiko hielt den Blick weiterhin von ihm abgewandt, doch ihre Augen zuckten kurz, als er ihr erklärte, dass die Krieger auf dem Marktplatz dieselben waren, wie jene die damals sein Dorf zerstörten und seine Familie und Freunde töteten. Das war also der Grund, warum er so die Fassung verloren hatte.
Erst wollte sie fragen, ob er sich sicher sei – doch wie konnte man die Mörder seiner Familie verwechseln?! Gar nicht.
„So war das also…“, erwiderte sie und klang dabei nicht mehr ganz so vorwurfsvoll. Es hatte also nichts mit ihr zu tun gehabt. Aber machte das die Sache leichter? Nein…im Gegenteil. Wenn jeder innerhalb von Sekunden zu seiner Zielscheibe werden konnte, wie konnte sie dann sicher sein, dass er sie nicht wieder angreifen würde?
„Was wollt ihr nun tun?“, fragte sie und schaute ihn nun doch wieder an.
„Wollt ihr die Krieger verfolgen? Wir haben sie beide gesehen Kha. Mit denen ist nicht zu spaßen. Ich glaube nicht, dass ihr im Stande seit sie zu töten – schon die Mehrzahl ist ein Pluspunkt für sie. Diesen Kampf könnt ihr nicht gewinnen.“
Dann schwieg sie. Was sollte sie nun tun? Sie fuhr sich mit ihren Fingern über die Stirn und dachte nach. Die nötige Ruhe für ein paar klare Gedanken waren ihr nicht vergönnt, da die Menschen auf dem Marktplatz sich natürlich ebenfalls unterhielten. Und das nicht gerade leise.
Sie hätte ihm gerne vertraut, aber wie konnte sie das? Nun hatte sie die Wahl. Sie konnte gehen oder ihn weiterhin begleiten. Wenn sie ging, war sie wieder alleine. Wenn sie blieb würden viele Dinge einfacher werden und die Gesellschaft würde ihr gut tun, auch wenn sie mit dem Risiko leben musste, wieder verletzt zu werden. Die beiden hatten keinen guten Start gehabt, und dennoch hatte Kha ihr ohne lange zu zögern eine zweite Chance gegeben, nachdem sie ihn ausrauben wollte. Vielleicht war es jetzt an der Zeit sich zu revanchieren. Ihm eine zweite Chance zu geben.
Sie blickte in seine Augen. Sie schaute ihn lange an, als suche sie die Antwort auf ihre stummen Fragen in seinen Augen.
„Ich…vergebe euch…“, brachte sie schließlich hervor und hoffte inständig, dass sich diese Entscheidung nicht als ein Fehler herausstellen würde.
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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Mai 11, 2013 5:49 am

Sie...!? Sie wollte ihm vergeben!? Erstaunt sah er die junge Frau aus großen Augen an. Meinte sie es so wie sie es sagte? Kha hatte nicht damit gerechnet das sie ihm einen solchen Angriff verzeihen würde, auch wenn er sie darum gebeten hatte. Ihre anderen Fragen die Krieger betreffend gerieten in den Hintergrund. Der Jäger war einfach nur sprachlos das Akiko ihn nicht stehen ließ. Sie sah ihm genau in die Augen und er hielt ihrem Blick stand. Mehr noch, Kha zog seinen Dolch, drehte ihn und ließ sich auf ein Knie herab. So vor Akiko kniend hielt er ihr den Dolch mit dem Griff voran entgegen und sah zu ihr auf. "Ich danke euch für euer Vertrauen und um sicher zu gehen, möchte ich das ihr meinen Dolch bei euch tragt. Ich will euch nie wieder mit dieser Klinge gefährden können." ,bat er. Er besaß ja noch seinen Bô-Stab. Mit diesem konnte er sich wenn nötig verteidigen, würde aber niemanden so gefährlich verletzen können.
"Ihr habt recht. Ich hätte keine Chance gegen die Krieger. Vermutlich nicht einmal gegen einen von ihnen. Aber ich möchte mehr über sie erfahren. Die Beweggründe für den Angriff heraus finden. Vielleicht finde ich dann einen Weg mich zu rächen." ,sagte er einlenkend. Es wäre wirklich Selbstmord gewesen den Männern und auch dieser Frau nach zu gehen und sie an zu greifen. Doch vielleicht konnte er anders an sie heran kommen? Wenn es eine von diesen Gilden war, von denen er schon mal gehört hatte, dann konnte er dieser vielleicht beitreten und so mehr erfahren? Vielleicht traf er dann auch eines Tages auf den Mann, der ihm den Dolch in die Brust gestoßen hatte? Und wenn er die Schuldigen fand, würde er seine Rache bekommen! Und wenn er sein Leben dafür hergeben musste.
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Akiko Yoe
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Mai 11, 2013 11:33 pm

Es war ihm ernst. Er hielt der jungen Frau den Dolch entgegen und kniete sich vor ihr nieder. Die Leute in der näheren Umgebung blickten zu den beiden hinüber und Akiko war sofort peinlich berührt. Sie wollte nicht die Aufmerksamkeit der Leute auf sich ziehen. Und das Knien vor ihr hätte man auch anders interpretieren können. So nahm sie schnell den Dolch entgegen und hielt den Griff mit beiden Händen fest umschlossen.
Sie hatte gesagt, dass sie ihm vergeben würde – das hieß aber nicht, dass sie das Geschehene vergessen würde.
„Wenn ihr es wirklich wollt, bewahre ich den Dolch für euch auf“, antwortete sie. In ihrem rechten Stiefel bewahrte sie bereits ihren eigenen Dolch auf, umschlossen von einer eingenähten Tasche, sodass er sie nicht am Bein verletzten konnte. Kha`s Dolch verstaute sie vorerst bei ihrer Hüftgegend, bis sie einen besseren Platz dafür finden würde. Er vertraute ihr seine Waffe an. Das bedeutete einerseits, dass ihm der Vorfall wirklich leid tat und anderseits, dass er sich selbst nicht über den Weg traute. Als Kha wieder aufstand, wendeten sich auch die Leute wieder ab und jeder ging seiner Tätigkeit nach.
Der Gedanke an die Vergeltung und die Rache seiner Familie schienen Kha am Leben zu halten.
Es kam Akiko so vor, dass dies sein einziges Lebensziel war. Zwar konnte sie diese Haltung teilweise nachvollziehen, doch fand es auch bedauerlich, dass er sich so an die Vergangenheit klammerte.
„Ihr müsst eure Familie wirklich sehr geliebt haben, aber…glaubt ihr wirklich, dass sie sich gewünscht hätten, dass ihr sie rächt und dabei euer eigenes Leben riskiert? Hätten sie nicht viel mehr den Wunsch gehabt, dass ihr weiter lebt?“, fragte sie nachdenklich. Dennoch war Kha so entschlossen, dass ihr klar war, dass er sein Vorhaben nicht so leicht aufgeben würde.
„Ich nehme mal an, dass viele Bewohner diese Krieger kennen. Allein diese gespenstische Stille als sie vorbei marschierten lässt vermuten, dass die Leute wussten, um wen es sich handelt. Vielleicht kehren sie auch hin und wieder ein Gasthaus oder eine Bar ein. Womöglich können uns die Geschäftsbesitzer mehr über sie erzählen“, schlug sie vor, doch fragte sich innerlich, ob Kha es reichen würde, die Beweggründe zu erfahren. Das würde seine Familie nicht wieder zum Leben erwecken und seine Rachegelüste nicht befriedigen.

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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Mai 12, 2013 7:09 am

Warum seine Geste die Aufmerksamkeit der Leute auf sie zog wusste Kha nicht. In seinem Dorf hatte man sich nie hingekniet um jemanden einen Antrag zu machen. Dafür hatten sie die Perlenketten. Vor jemandem zu knien bedeutete Unterwürfigkeit. Ein Zeichen von Demut. Leicht verwundert sah er die Menschen an, die sich auch schon wieder abwandten, kaum das er sich erhoben hatte.
Wieder zu Akiko geblickt, versuchte sie ihm ins Gewissen zu reden. Das hingegen verwundete ihn nicht. Er hatte nichts anderes von ihr erwartet. Ihr zugehört schüttelte er langsam den Kopf. "Ich verdanke mein Leben nur einem Zufall. Wäre auch ich gestorben, hätten diese Bestien das ganze Dorf ausgelöscht ohne je zur Rechenschaft gezogen zu werden. Vielleicht ist das meine Bestimmung. Einen anderen Lebenssinn sehe ich nicht mehr. Diese Krieger haben meine kleinen Schwestern getötet und noch viele andere Kinder im Dorf. Unzählige Lebensjahre wurden gestohlen. Meine zerstörte Zukunft ist nichts gegen all jene die verloren sind." ,sagte er mit ruhiger Stimme, auch wenn ihn ihm die Trauer und die Wut wie ein Feuer seine Organe verbrennen wollten.
Wieso sollte er weiter leben? Sicher, es gab viele Menschen mit denen er sich anfreunden konnte. Wie auch Akiko. Aber seine große Liebe wurde ihm genommen. Ebenso gute Freunde und seine Familie. Er wollte seiner jüngsten Schwester die Welt zeigen. Bei der Hochzeit seiner anderen Schwester dabei sein. Seinen Eltern Enkelkinder schenken. Doch all das war zunichte gemacht worden. Er stand alleine da. Und das er überhaupt noch auf der Erde wandelte war für ihn ein Zeichen das er handeln musste!
Akikos weitere Worte klangen einleuchtend. Daran hatte er auch bereits gedacht. Er hatte Jahre nach den Männern gesucht, so würden nun ein paar Wochen auch nicht mehr schwer sein, in denen er Nachforschungen anstellen würde. Er würde den Ort finden wo sich die Krieger aufhielten und sie ausräuchern!
Er nickte. "Ich werde mir eine Arbeit suchen und Nachforschungen anstellen." Akiko musste ihn dabei nicht zwingend unterstützen. Sie wollte den Umgang mit dem Schwert lernen und ein neues Leben anfangen. Dem wollte er nicht im Wege stehen.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Mai 12, 2013 8:22 am

Es klang beinahe so, als wünschte sich Kha den Tod, sobald er die Krieger ins Jenseits geschickt hatte. Sofern das überhaupt möglich war. Warum konnte er keinen neuen Lebenssinn finden?
Akiko verdankte ihr Leben auch einem Zufall. Oder genauer gesagt zwei Zufällen. Zum einen war es Zufall, dass Akikos „Mutter“ sie in dem Gebüsch fand, als sie ein Baby war und ausgesetzt wurde und zum anderen, dass sie nach der Verfolgungsjagd vor wenigen Tagen in den Wasserfall stürzte, bevor die Räuber sie töten konnten. Das sie noch am Leben war, war genau genommen also auch nur ein Zufall.
„Ich werde ebenfalls eine Arbeit brauchen“, gestand Akiko und verschwieg Kha lieber, dass sie drauf und dran gewesen war in ihr altes Ich zu verfallen. Eigentlich hätte sie den beiden Jungs dafür dankbar sein müssen. Im Nachhinein hätte sie ihr Tun doch bereut.
„Wo sollen wir anfangen nach einer Arbeit zu suchen? Ich beherrsche kein Handwerk…aber vielleicht kann ich in einem der Gasthäuser putzen?“, grübelte sie und stellte sich das ganze gedanklich vor.
Das war sicherlich nicht die Erfüllung einer Arbeit, aber wenn sie damit etwas Geld verdienen konnte, war es ein guter Anfang. Ohne Geld konnte sie jedenfalls nichts in dieser Stadt erreichen.
„In einem Gasthaus sind immer viele Leute, vielleicht kann ich auch etwas herausfinden über diese Krieger. Und wenn wir ganz großes Glück haben, können wir vielleicht sogar dort eine Bleibe finden?“, sprach sie unbeschwert und klang dabei, als hätte sie bereits eine Arbeit sicher. Sie war vielleicht etwas zu optimistisch. Doch jetzt, wo Kha wieder bei ihr war, glaubte sie, dass es leichter sein würde eine Arbeit zu finden. Er wusste, wie er mit den Leuten reden konnte. Er hatte ganz andere soziale Kontakte pflegen können als sie. Sie musste noch viel lernen…
„Wir bleiben doch zusammen, nicht wahr? Ich meine, selbst wenn jeder eine Arbeit findet können wir uns doch trotzdem weiter sehen…oder?“ Vielleicht klang die Frage etwas merkwürdig. Die beiden hatten noch nicht konkret darüber gesprochen, aber die Tatsache, dass er sie gesucht hatte ließ doch vermuten, dass er sie wieder bei sich haben wollte. Und dass er ihr einen gewissen Rückenhalt gab, spürte sie nicht nur jetzt. Selbst ihre Furcht hatte sich wieder etwas gelegt. Trotzdem fühlte sie sich tatsächlich etwas wohler mit dem Wissen, das Kha`s Dolch in ihrem Besitz war.
Sie hoffte, dass sie ihm mit der Zeit wieder etwas mehr vertrauen konnte.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Mai 12, 2013 10:25 am

Nach der Zerstörung des Dorfes waren seine Lebensträume wie ausgelöscht. Sein Wissensdurst, die Neugierde auf die weite Welt... seine Zukunft mit Feh. Alles war sinnlos und störend. Zwar kam er nicht umhin immer noch viele Dinge interessant zu finden. Doch der Antrieb neue Sachen zu lernen war gesunken. Wozu?
Was die Arbeit anging...Kha legte die Hand ans Kinn und dachte ebenfalls nach. Ob er als Jäger hier arbeiten konnte? Er könnte es den Gasthausbesitzern anbieten für sie Wild jagen zu gehen. Darin war er besser als Stoffe zu färben oder Salben her zu stellen. Das hätten seine Schwestern und seine Mutter besser gekonnt. Irgend etwas würde sich schon finden lassen. Und für diese Nacht hatte er ja genug Geld beisammen. Auf Akikos Vorschläge hin, nickte er. "Wir werden schon etwas finden. Am Besten wir suchen eines der Wirtshäuser auf und fragen." ,meinte er und zog seinen Gürtel etwas enger.
Als sie fragte ob sie zusammen bleiben würden, sah er sie kurz erstaunt an. Er hätte nicht gedacht das sie ihn das fragen würde. Wo er doch befürchtet hatte sie würde ihn nun meiden. "Ich würde mich freuen. Kommt." Nun ohne die dicke Felljacke fühlte er sich sichtlich wohler und vor allem beweglicher. Es war angenehm nicht so viel tragen zu müssen. Wobei er dadurch wesentlich dünner wenn nicht sogar mager wirkte. Kha wollte ihr Vorhaben nun in die Tat umsetzen und ein Gasthaus suchen. Der Tag war noch nicht zur hälfte vergangen, so blieb ihnen vielleicht sogar noch Zeit eine Arbeit zu finden. Es war sicher auch schlauer früh genug eine Bleibe zu haben. Dann könnten sie auch vergleichen ob es Herbergen gab die günstiger waren.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Mo Mai 13, 2013 6:20 am

In der Stadt gab es unzählige Wirtshäuser. Es gab demnach genug Stellen, wo man fragen konnte, ob eine zusätzliche Arbeitskraft benötigt wurde beziehungsweise ob eine Unterkunft zur Verfügung gestellt werden konnte. Der jungen Frau entging nicht, dass Kha seine Felljacke nicht mehr bei sich trug. Er hatte so eine schmale Statur. Ihm fehlten der typische Bierbauch und das unrasierte Gesicht um das Bild der Männer zu erfüllen, mit denen Akiko in der Vergangenheit gelebt hatte. Doch das hatte sie bereits öfters registriert. Mit etwas gemischten Gefühlen folgte sie Kha. Auch wenn der Angriff aus einem Reflex geschah und sie nun verstehen konnte, was ihn dazu getrieben hatte, war es doch etwas widersprüchlich, dass sie nun wieder mit ihm ging. Aber sie erinnerte sich an die zweite Chance, die sie ihm geben wollte. So wie er sie ihr gegeben hatte. Damit waren die beiden quitt.
„Ihr tragt eure Jacke nicht mehr bei euch…habt ihr sie verloren?“, fragte sie beiläufig und hielt Ausschau nach Gaststuben. Rund um den Marktplatz konnte sie auf Anhieb 4 Kneipen entdecken.
Wahrscheinlich mussten die beiden einfach irgendwo beginnen.
Akiko entschied sich für ein Wirthaus, das ebenfalls eine kleine Terrasse besaß, auf welcher die Gäste Platz nehmen und Speiß und Trank genießen konnten. Zur Zeit saßen zwar nur wenige Gäste, aber die Mittagssonne stand auch schon weit am Himmel, sodass viele sicherlich noch ihrer Arbeit nachgingen und andere ihr Mittagessen bereits hinter sich hatten.
Das Häuschen sah gepflegt aus. Eine robuste Holztür, die gegenwärtig offen stand, verband die Terrasse mit dem Innenbereich und diente gleichzeitig als Eingangstür. Einige Topfpflanzen zierten die Fensterbänke.
„Lasst uns dort beginnen“, schlug Akiko vor und zeigte mit ihrem Zeigefinger in die Richtung des Gasthauses.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Jun 16, 2013 8:23 am

Akiko steuerte eines der Wirtshäuser an und Kha folgte ihr wortlos. Irgendwo mussten sie ja beginnen. Doch vermutlich war es das Beste nicht direkt die Wirte nach dem Preis zu fragen. Noch bevor sie das Haus erreichten, fragte ihn die junge Frau ob er seine Jacke verloren habe. Kha verneinte. "Ich habe sie eben verkauft. Bärenfell ist selten und man hat mir einen guten Preis gemacht." Zumindest vermutete er dies. Der Jäger war immer noch ein Neuling im Umgang mit Münzen und dem Handeln. Doch sein Bauchgefühl sagte das er einen guten Preis ausgehandelt hatte. Wer weiß, vielleicht war er darin ja gar nicht so schlecht? 
Als sie bei den Tischen ankamen hielt er kurz inne und wand sich an einen Mann mittleren Alters der alleine dort saß und aus einem Humpen trank. "Könnt ihr mir vielleicht sagen wo man in Tinae die günstigsten Gasthäuser findet?" ,fragte er den Mann direkt, der ihn wiederum einen Augenblick irritiert ansah und musterte, bevor er ihm antwortete. Er erzählte von verschiedenen Stadtteilen abseits des Zentrums. Jene in denen man sich besser nicht nachts herumtreiben sollte und jene die einfach nur ruhig und abseits lagen. Dort würde man die günstigsten Bleiben finden. Dankend nickte Kha dem Mann zu und folgte Akiko dann in das dunkle Innere des Wirtshauses. "Es wird wohl das Beste sein wenn wir eines der Gasthäuser abseits des Marktplatzes aufsuchen um dort die Nacht zu verbringen." ,schlug Kha ihr nun vor. Sie mussten ja nicht im selbigen auch arbeiten. Arbeit fanden sie sicher mehr im Zetrum.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Jul 28, 2013 4:33 am

Ohne Antwort lauschte sie Kha`s Erklärung. Wie konnte er einfach so sein Eigentum verkaufen? Hingen keine Erinnerungen an dieser Jacke? Hatte sie ihn nicht durch viele kalte Tage und Nächte begleitet und seinem Körper Wärme gespendet? Und nun hatte er sie einfach so verkauft. Akiko konnte nicht verstehen, wie er sie einfach so verkaufen konnte. Aber scheinbar hatte es für ihn Priorität Geld für eine Mahlzeit und ein Dach über den Kopf zu haben. Akiko hörte aufmerksam zu, als Kha den Gast am Tisch ansprach und sich mit ihm unterhielt. Der Grundgedanke war sicher richtig. Abseits des Zentrums würden die Unterkünfte nicht so viel kosten wie hier im Zentrum. Die junge Frau ließ kurz ihre Augen durch das Wirtshaus schweifen. Es war schattig und angenehm kühl. Nur wenige Gäste saßen noch an den Tisch, aber die Bedienung war damit beschäftigt die schmutzigen Trinkbecher und Teller der leeren Tische wegzuräumen. Dort saßen also vor kurzem noch Gäste. Mit einem vollen Tablett lief die Dame wieder zurück an dem robusten, hölzernen Tresen vorbei und verschwand dann hinter einer Türe. Vermutlich lag dort die Küche.
Kurze Zeit später kam sie wieder hinaus und lief hinter den Tresen. Erst jetzt bemerkte sie Kha und Akiko. Freundlich lächelnd begrüßte sie die neue Kundschaft. Akiko grüßte ebenfalls und nutze sogleich die Chance etwas näher an den Tresen heran zu treten. Es war ja klar was sie fragen wollten und Akiko konnte sich nicht immer hinter Kha verstecken. Auch wenn sie etwas unsicher war und nicht so recht wusste wie sie anfangen sollte, beschloss sie diesmal den Anfang zu machen. Ohne umschweifende Worte wollte sie ihr Anliegen vorbringen.
„Verzeiht bitte, wir hätten eine Frage. Wir sind vor kurzem in der Stadt angekommen und sind auf der Suche nach Arbeit...“
Es war kurz und bündig, aber treffend. Die ältere Dame fuhr gleich fort.
„Oh da seit ihr hier an der falsche Adresse. Wir haben hier keine freie Stelle zu vergeben. Da kann ich euch nicht weiterhelfen.“, sprach sie gemütlich und wischte über die lange Theke.
Akiko hatte auf eine andere Antwort gehofft, aber es wäre wohl auch zu einfach gewesen gleich bei der ersten Anlaufstelle erfolg zu haben.
„Oh, ich verstehe.“, entgegnete sie.
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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Sep 29, 2013 3:53 am

Der Jäger war Akiko gefolgt bis sie den Tresen erreicht hatten. Nun war es die junge Frau die nach einem Job fragte. Doch schnell kam die Antwort. Hier würden sie nicht fündig werden. Doch so schnell gab Kha nicht auf. Auf seiner Reise hatte er schon in so manchem Dorf ausgeholfen um Unterkunft und Verpflegung zu erhalten. Diese Dörfer waren zwar um ein Vielfaches kleiner als Tinae und sicher auch weniger anonym, dennoch erhoffte er sich auch hier, das die Menschen miteinander sprachen und sich austauschten. Zu der älteren Dame gewandt, legte er die Hände auf den hölzernen Tresen. "Könnt Ihr uns dann vielleicht sagen ob es freie Stellen gibt? Ob nun in der Bedienung oder den Küchen. Wir würden auch Holz hacken oder Kräuter sammeln. Ich bin Jäger. Vielleicht habt Ihr ja etwas gehört?" ,hakte er einfach mal nach. Die Frau hielt inne und schien ernsthaft zu überlegen. Dann hob sie prüfend den Blick und sah von Kha zu Akiko und zurück. ~"In letzter Zeit grassieren wieder einige schwere Erkrankungen im Land. Die Leute haben Angst sich an zu stecken. Darum haben die Heiler und Mediziner viel zu tun. Versucht es doch dort. Und unweit der Stadtmauern sind die Falkner und Jäger. Auch sie haben in den letzten Tagen viel zu tun gehabt."~ ,erzählte sie. Der Schwarzhaarige bedankte sich und ließ sich von der netten Wirtin auch den Weg zu den Medizinern weisen. So hatten sie zumindest einen Anhaltspunkt wo es vielleicht Arbeit gab.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Do Okt 31, 2013 9:22 am

Dank Kha´s Nachhaken schien die erste Anfrage nun doch nicht sinnlos gewesen zu sein. Die beiden bedankten sich bei der netten Wirtin und verließen dann gemeinsam den Gasthof wieder. Hinsichtlich des Rates der älteren Frau hatte Akiko gute Hoffnungen. Wenn die Jäger Unterstützung brauchen würden, war sie sich sicher, dass er eine Chance erhalten würde. Im Wald hatte er ihr demonstriert, was für ein geschickter Jäger er war. Zudem hatte er oben in den Gebirgen dieses Handwerk sicher erlernt. Dort musste man jagen, um nicht zu verhungern.

Die beiden marschierten quer über den Marktplatz und folgten dann einer größeren Nebenstraße, die die Frau ihnen angewiesen hatte zu passieren. Wenn man ihr folgte gelangte man an den Rand der Stadtmauern, wo man häufig, jedoch nicht immer, die Jäger und Falkner antreffen konnte.

„Ich habe ein gutes Gefühl“, begann die weißhaarige zu Kha und verschränkte ihre Arme hinter ihrem Rücken. Auch sie wollte ihr bestes geben. Ob sie jedoch in einem Gasthaus oder bei einem Mediziner ernsthaft helfen konnte, wusste sie nicht. Doch ganz gleich wo, sie würde es versuchen. Das würde auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung sein. Ein Schritt in die Zukunft. Und einen Schritt weg von ihrer Vergangenheit...

„Was mögen das für Krankheiten sein, die hier im Lande kursieren?“,
fragte sie Kha und blickte leicht zu ihm hinüber. Immerhin war er viel umhergereist, vielleicht hatte er ja etwas mitbekommen? In den Wäldern, in denen sie gelebt hatte, waren Krankheiten sehr selten. Dort gab es auch nur wenig Hilfe, manchmal auch gar keine. Als Dieb war es nicht so einfach in eine Stadt zu marschieren und sich zum nächst besten Arzt zu bemühen. Man musste immer damit rechnen erkannt zu werden. Also begab man sich nicht in diese Gefahr. War man krank, musste man alleine damit fertig werden.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Do Dez 12, 2013 2:55 am

Schwer beladen schlängelte sich Tanja durch das Menschenmenge auf dem Marktplatz. Heute war wieder einmal sehr viel los, die Strassenkämpfe waren bereits zwei Tage her und die Leute trauten sich wieder aus ihren Häusern. Die Normalität kehrte zurück.
Leider konnte das von den Hospiz nicht behauptet werden, dort sah es nicht anders aus als vor zwei Tagen – mit dem Unterschied, dass die Heiler nicht mehr so frisch waren. Für sie gab es mehr Arbeit, als zu bewältigen war. Das war mit ein Grund, wieso Tanja heute alleine auf den Markt gegangen war. Die Vorräte waren aufgebraucht, aber mehr als eine Person konnte nicht entbehrt werden.
Am Rande des Marktplatzes blieb Tanja kurz stehen und blickte zum Himmel. Die Sonne stand bereits tief, wie viel Zeit schon wieder vergangen war! Ächzend hob die Heilerin ihre Beutel wieder auf ihre Schulter und packte die Riemen ihrer Taschen neu, bevor sie die Strasse hinunter eilte. Doch auch an ihr war die Anstrengung der letzten Tage nicht spurlos vorbei gegangen, sie war genauso müde wie alle anderen Heiler. Und so kam es, dass sie die beiden Personen auf der Strasse nicht bemerkte, bis sie fast in sie hineinrannte. Im letzten Moment versuchte sie auszuweichen, aber ihre Last raubte ihr das Gleichgewicht, so dass sie stolperte und der Länge nach hinfiel. Ihre Taschen wurden ihr aus der Hand geschlagen und kippten um. Mehrere ihrer Äpfel rollten über das Pflaster davon.
Stöhnend blieb Tanja einen Moment liegen, bevor sie sich wieder hoch rappelte. Das hatte ihr nun gerade noch gefehlt!

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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Jan 05, 2014 2:40 am

Ja ein gutes Gefühl beschlich auch den Jäger so langsam. Sicher war es kein Grund froh zu sein, da es scheinbar viele kranke Menschen in dieser Stadt gab, doch Hilfe wurde immer gebraucht und in der Medizin zu helfen war zusätzlich auch gut für die Seele und die Mitmenschen. Als ihn Akiko fragte was das wohl für Krankheiten waren, musste der Schwarzhaarige die Schultern ahnungslos heben. "Ich habe zwar viele Dörfer bereist in der letzten Zeit, doch eine besondere Erkrankung an der mehrere litten ist mir dabei nicht untergekommen." ,gestand er. Langsam ging er weiter und dachte zurück an die Zeiten, in denen er etwas länger an einem Ort verweilt hatte.
Von seiner Mutter hatte er sich einiges zeigen lassen, was damals in ihrem Dorf wichtig gewesen war. Ob es nun die Geburtshilfe war oder die Verarbeitung spezieller Heilkräuter. Auch bei ihnen wurde man krank und Kha konnte sich erinnern das die reisenden Händler auch immer überschwänglich von den schrecklichen Krankheiten erzählt hatten.
"Meist quälten die Betroffenen nur Bauchschmerzen oder Erbrechen. Oder aber man war gestürzt und hatte offene Wunden." Von ernsteren Gebrechen hatte er nur gehört, sie aber nie zu Gesicht bekommen. Dementsprechend war sich der Jäger auch nicht sicher, ob seine Kenntnisse über die Heilpflanzen hier wirklich hilfreich sein würden. Wenn die Stadt tatsächlich von erheblich schlimmeren Krankheiten heimgesucht wurde, waren die Heiler um einiges besser geschult wie er.
Als Kha schnelle Schritte hinter sich hörte, blickte er erst zu Akiko, doch die lief genau neben ihm, bevor er sich umdrehte und eine Frau erblickte, die schwer beladen war. Ächzend kam sie ihnen entgegen, den Blick gesenkt als würde sie von einer Meute Hunde gejagt werden. Fragend blickte er zu seiner Begleiterin, bevor er einen Schritt zurück machte, um der eilenden Dame nicht im Weg zu stehen. Doch auch diese Geste verhinderte nicht den drohenden Zusammenstoß, als sie aufblickte und im letzen Moment doch noch die Richtung ändern wollte. Das Gewicht ihrer Waren schien sie aus dem Gleichgewicht zu bringen, so das sie stolperte und der Länge nach hinfiel. Einen Augenblick später beugte sich der Jäger hinunter und begann die verstreuten Äpfel auf zu sammeln und zurück in eine der Taschen zu stopfen. Auch die anderen Beutel aufgehoben, sah er zu den beiden Frauen. Scheinbar wurde sie nicht verfolgt, was hatte sie dann dazu getrieben so zu eilen?
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Mi Jan 15, 2014 11:19 am

Stöhnend rappelte sich Tanja auf. Eine schmale Hand streckte sich ihr entgegen, welche die Heilerin sie ohne zu zögern und sich aufhelfen liess.
„Danke“, stiess sie hervor, immer noch ausser Atem vom Laufen, und musterte kurz die junge Frau, die ihr aufgeholfen hatte. Von mittelgrosser, schlanker Statur wirkte sie ganz gewöhnlich, auch gekleidet war sie wie eine Waldläuferin in unauffälligem braunem Leder. Ihr Gesicht war interessant, die smaragdgrünen Augen gaben ihm einen geheimnisvollen Eindruck. Aber wirklich gefesselt war Tanja von ihrer silbrig-weisser Haarpracht, die ihr wie ein Vorhang über den gesamten Rücken fiel. Die Frau sah jung aus, möglicherweise nur wenige Jahre älter als sie selbst, wie also kam es, dass sie so weisses Haar hatte?
„Faszinierend“, flüsterte Tanja, immer noch von den Haaren gebannt. „Solch eine Farbe bei einem so jungen Menschen habe ich noch gesehen.“ Sie machte einen Schritt zur Seite, um einen besseren Blick auf die Haare zu erhalten. „Die Folge einer Krankheit? Eines schweren Schicksalsschlages? Angeboren? Oder seid Ihr so viel älter, als Ihr ausseht?“
Plötzlich wurde ihr bewusst, wie unhöflich sie sich gerade verhielt. Wieder einmal war ihr Forschergeist mit ihr durchgegangen und ihre Neugierde hatte Überhand genommen. Als ihr dies bewusst wurde, machte sie sofort zwei Schritte zurück und senkte den Blick auf ihre Zehenspitzen.
„Verzeihung“, murmelte sie, wobei sie ihre Wangen rot anlaufen fühlte. „Ich wollte Euch nicht zu nahe treten.“
Verlegen schaute sie zur Seite, wo ihr Blick auf die Person fiel, in die sie beinahe hineingelaufen wäre. Ein Mann von mittlerer Statur, gekleidet in ein abgenutztes  Hemd und Fellstiefel, mit langem schwarzem Haar und ernstem Gesicht. Er hatte ihre Taschen aufgehoben, die verstreuten Sachen eingesammelt und hielt ihr nun beides hin.
„Oh, danke vielmals“, erwiderte Tanja mit einem Lächeln und nahm die Last wieder entgegen. „Ich schätze, ich bin wohl doch übermüdeter, als ich dachte.“ Woher er wohl kam? Er wirkte irgendwie fehl am Platz und war definitiv nicht aus der Gegend. Solche gesprenkelte Augen wären ihr schon früher aufgefallen und durch ihre Studien wusste sie, dass so etwas häufig von einer Generation an die nächste über ging. Zudem wirkte sein Gesicht verbittert und sein Haar war von grauen Strähnen durchzogen. Was ihn wohl vorzeitig altern gelassen hatte? Mit leichtem Entsetzen stellte sie fest, dass ihr Verstand schon wieder dabei war, sich in fremde Angelegenheiten einzumischen. Mit einem verlegenen Lachen versuchte sie diese Gedanken zu verscheuchen und riss ihre Augen von den beiden interessanten Menschen los.
Sie wollte schon ihre Sachen packen und weiter zum Hospiz laufen, als sie inne hielt und sich die beiden noch einmal anschaute. Sie wirkten beide wirklich fremd hier, weder feindsehlig noch in Eile wie die meisten Bewohner Tinaes zur Zeit.
„Ihr habt nicht zufällig etwas freie Zeit zu entbehren?“, erkundigte sie sich zögernd. Kurz starrte sie auf ihre Füsse, dann liess sie ihre Taschen sinken und hob entschlossen den Blick. „Ich bin Heilerin, schon ziemlich müde und sollte diese Vorräte vollständig ins Hospiz bringen. Nasara wird’s euch vergelten, ich könnte Hilfe gebrauchen.“

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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Jan 19, 2014 10:12 am

Bevor Akiko die heraneilende junge Frau richtig realisierte, war diese schon zu Boden gestürzt. Ihre Lebensmittel rollten über die Boden und die Frau stöhnte genervt. Ein wenig unschlüssig hielt Akiko ihr die Hand hin und half ihr auf, während Kha ihr Obst wieder zusammen trug. Der Umgang mit fremden Personen erwies sich für sie immer schwierig, doch hielt sie es für angemessen der Frau die Hand zu reichen.
Kaum dass sie sich wieder aufgerichtet hatte, starrte sie Akiko gefesselt an. Was sollte denn dieser neugierige Blick?! Eigentlich hatte Akiko angenommen, sie würde ihren Korb wieder entgegen nehmen und ihrer Wege ziehen. Stattdessen murmelte sie etwas von „Faszinierend“ und musterte die Diebin von Kopf bis Fuß. Besonders ihre Haare schienen es der jungen Dame angetan zu haben, denn sogleich löcherte sie Akiko mit Fragen. Also das war aber alles andere als höflich! Und diese neugierige, vielleicht auch leicht aufgedrehte Art irritierte Akiko sehr.
„Ich bin nicht alt!“, verteidigte sie sich und zog ihr Haar schützend über Ihre Schulter nach vorn, während sie einen Schritt seitwärts machte.
„Und mein Haar geht nur mich etwas an!“, sprach sie nun mit energischer Stimme weiter. Unbewusst versuchte sie damit ihre Unsicherheit zu verbergen, denn mit der Situation war Akiko sichtlich überfordert.
Wer war denn diese Frau?! Die Wahrheit war jedoch, dass Akiko sich selbst schon oft gefragt hatte, warum ihre Haarfarbe so unnatürlich war, sie hatte allerdings bisher keine Antwort darauf finden können.

Sogleich entschuldigte sich die Fremde. Akiko schwieg. Sie wusste nicht, was sie davon halten sollte. Doch was sie schließlich erzählte, ließ Akiko aufhorchen. Diese Person sollte eine Heilerin sein? Und sie brauchte Unterstützung? Hospiz sagte sie...davon hatte Akiko einmal gelesen. Ein Ort, an welchem Menschen versorgt werden, bei denen keine Aussicht auf Heilung mehr bestand und der Tod folglich ihr Ende bedeuten würde. Akiko schluckte. Sie bot den beiden einen Job an, das war ja eigentlich etwas Gutes. Doch Akiko war zu unsicher, um ihr zu antworten. Auch wenn sie es vielleicht nicht böse meinte, so war sie doch furchtbar aufdringlich gewesen. Das fand zumindest Akiko. Mit einem solchen Verhalten war sie in der Vergangenheit oft von diesen ungehobelten Räubern konfrontiert wurden, und folglich missfiel es ihr. Ein wenig Hilfe suchend blickte sie zu Kha.
Klar war, dass sie ohne Geld in Tinae nicht weiter kamen. Und es würde sie wahrscheinlich nicht gleich wieder jemand auf der Straße ansprechen.
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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Jan 26, 2014 6:39 am

Kha schwieg beharrlich während die junge Frau seine Begleiterin regelrecht löcherte. Scheinbar waren die hellen, fast weißen Haare der Grund für ihr Staunen. Akiko schien mehr als nur verunsichert und sah hilfesuchend zu ihm. Der Jäger erwiderte ihren Blick und lauschte weiter den Worten der Fremden. Ja übermüdet wirkte sie wirklich. Ihr Gesicht wirkte blass, ihre Augen müde und ein gräulicher Schimmer zeigte sich unter ihnen. Sein Blick ging über die vielen, voll bepackten und schweren Taschen die sie bei sich hatte. Dann wand sie sich direkt fragend an die beiden Reisenden. Eine Heilerin war sie also, welch treffender Zufall. Sie bat um Hilfe und mit einem kurzen Blick zu Akiko nickte der Schwarzhaarige. Doch statt ihr die Antwort zu nennen, griff er über seine Schulter nach hinten. Den Bô-Stab umfasst, zog er ihn aus der Halterung. Für einen misstrauischen Menschen sah das ganze wohl mehr nach einem Angriff aus. Schließlich zog der Jäger seine Waffe. Doch er verfolgte ein anderes Ziel. Den Stab in einer Hand haltend ging er auf die Frau zu und nahm ihr wortlos die Taschen ab. Diese gleichmäßig auf beide Enden des verwitterten Stabes verteilt und befestigt, hob er diesen über seinen Kopf und legte ihn auf seine Schultern. So konnte er die Sachen wesentlich rückenschonender tragen und nahm der jungen Frau die Last ab.
"Das trifft sich gut. Wir waren grade auf dem Weg zu den Heilern um unsere Hilfe an zu bieten. Zeigt uns den Weg." ,sagte Kha mit fester und ernster Stimme. Auch ihm blieb der forsche und fragende Blick der jungen Frau nicht erspart. Er konnte in ihren Augen ablesen wie sie nachdachte und versuchte Akiko und ihn ein zu ordnen. Mit einem Nicken machte er der Fremden deutlich das sie vorausgehen sollte. Dann sah er zu Akiko die noch immer etwas sprachlos wirkte. Da merkte man das sie nicht viel unter Menschen gekommen war. Kha war es schon mehr gewohnt fragend und neugierig beäugt zu werden. So war es ihm in fast jeden Dorf ergangen das er bereist hatte. Und dort war es meist noch schlimmer als in einer großen Stadt wie hier in Tinae. Hier wirkten die Leute wesentlich weniger interessiert an ihren Mitmenschen.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Di Jan 28, 2014 1:50 am

Die junge Frau reagierte heftig und stark abweisend auf ihre Fragen, was Tanja zusammenzucken liess. „‘Tschuldigung“, murmelte sie noch einmal und ging einen Schritt auf Abstand.
Der Mann blieb ruhiger als seine Begleiterin, schweigend holte er seinen Stab hervor, was Tanja wachsam aufblicken liess. Doch dann befestigte er nur ihre Taschen daran und hob den Stab auf seine Schultern. Interessiert beobachtete Tanja sein Tun.
„Clever“, beurteilte sie seine Konstruktion. „Ist dies eine verbreitete Transportmethode, wo Ihr herkommt?“, erkundigte sie sich. Sie wandte sich ab und ging zügigen Schrittes die Strasse hinunter. Munter plapperte sie weiter: „Ich habe gelesen, dass gewisse Nomanden auf der Hisen-Ebene ihr Gepäck auf dem Kopf transportieren, und im Shuju-Gebirge sollen sich die Leute riesige Tragegestelle bauen.“
Sie erreichten eine Kreuzung und Tanja bog rechts ab. Hinter den Häusern war bereits die Stadtmauer zu sehen. „Ich habe dem Hospiz vorgeschlagen, einen Esel zu kaufen, aber Leiterin Indria meinte, das wäre zu teuer. Dass wir kein Pferd oder Ochse kaufen können, ist ja klar, wo sollten wir die auch unterbringen? Aber ein Esel – der hätte leicht Platz im Stall bei den Ziegen und so viel frisst der doch nicht.“
Sie drehte sich kurz zu ihren Begleitern um, die tatsächlich Schritt halten konnten, bevor sie weiter eilte. Die Strasse war hier nicht so gut gepflastert wie im Zentrum um den Marktplatz und Tanja wich geschickt den hervorstehenden Pflastersteinen und Schlaglöchern aus. Schliesslich war sie diesen Weg schon tausende Male gegangen. Mittlerweile rannte sie beinahe.
„Dort ist das Hospiz“, rief sie über die Schulter und zeigte auf ein langgestrecktes, zweistöckiges Gebäude wenig die Strasse hinunter. „Wir sind gerade da!“

tbc: Hospiz

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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Nov 22, 2015 8:28 am

-> cf: Hospiz

Kha wollte ihr zuhören. Akiko schloss die Augen und nickte kurz, aber besonders glücklich sah sie nicht aus. Natürlich konnte er die Zusammenhänge nicht verstehen. Vermutlich würde er nach dem Sinn hinter ihren Fragen stellen. Wollte sie denn wirklich darüber reden?
Nein, das wollte sie nicht. Aber das Verlangen nach seiner Antwort war stärker und so begann sie schließlich.
Sie öffnete ihre Augen. „Angenommen …ihr hättet eine Frau und eine Tochter“, sprach sie zögerlich und legte ihre Hände ineinander. „Ihr würdet weit abseits der Städte und Dörfer wohnen und nur selten Besuch bekommen. Und dann bietet sich eurer Tochter die Chance….eine weite Reise anzutreten. Eine Reise, die alles verändert. Nehmen wir an, die Umstände sind so, dass ihr nicht alle gemeinsam zu dieser Reise aufbrechen könnt und das ein Wiedersehen ziemlich unwahrscheinlich ist. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder ihr bleibt bei eurer Frau oder ihr begleitet eure Tochter auf der Reise…Für wen entscheidet ihr euch?“
Akiko biss sich leicht auf die Lippen, als hätte sie Angst vor Kha´s Antwort. Sie hatte sich bemüht die ganze Angelegenheit ein bisschen zu umschreiben, aber natürlich spielte sie auf ihre Mutter an. Als Akiko mit ihr fliehen wollte, sprach es ihre Mutter zwar nicht aus, doch ihre Augen sagten genug. Sie sagten: Ich bleibe hier. Bevor Akiko der Sache auf den Grund gehen konnte, wurde sie zu Ryo, dem Anführer der Räuberbande gerufen. Obwohl es nun schon einige Tage her war, so schien ihr gerade  jetzt die Situation wieder gegenwärtig. Dieser arrogante, ungehobelte und wieder widerwärtige Kerl. Er wollte Akiko tatsächlich zu seiner Frau nehmen! Dieser Gedanke ekelte sie zutiefst. Und als sie ihm den Antrag verweigerte, befahl er seinen Räubern sie zu töten. Akiko fröstelte es bei dem Gedanken, wie knapp sie dem Tod entkommen war. Wenn Ryo jemals erfahren sollte, dass sie noch am Leben war….sie durfte nicht darüber nachdenken. Sonst würde sie nachts nie wieder ein Auge zumachen können. Schaudernd wand sie sich von Kha ab und drehte ihm den Rücken zu. Sie dachte mit keiner Silbe daran, dass sie Kha vielleicht mit dieser Anspielung auf einer Familie verletzten könnte. Dafür war sie momentan viel zu sehr auf ihre eigene Vergangenheit fixiert.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Nov 22, 2015 11:17 am

Sie stellte ihre Frage. Es war eine Entscheidungsfrage. Und sie war sehr...oberflächlich erzählt. Fragend blickte er Akiko in die Augen, legte den Kopf etwas schräg, als erhoffte er sich so in ihrem Blick erkennen zu können worum es ihr ging. Er war in ihrer Fragestellung Ehemann und Vater. Seine Tochter sollte eine Reise antreten, eine Chance annehmen. Sie wollte nun wissen ob er sein Kind begleiten würde und seine Frau allein ließe oder ob er bei seiner Frau bleiben und sein Fleisch und Blut alleine fortziehen ließ? Keine einfache Angelegenheit. Der Jäger ließ sich Zeit mit der Antwort. Er beobachtete dabei weiter die junge Frau. In ihrer Mimik konnte er ablesen das sie an etwas bestimmtes dachte. Die dargestellte Situation hatte mit ihrer Vergangenheit zu tun. Doch auch ihn berührte die Thematik. Seine Schwester Rhiuh wollte damals mit ihm gemeinsam hinab ins Tal. Das wäre eine lange und gefährliche Reise gewesen. Anders als in Akiko's Beschreibung wäre sie jedoch nicht allein gewesen. Ihr großer Bruder Kha versprach ihr sie zu begleiten. Doch seine Eltern standen vor der Entscheidung ob sie ihre Tochter gehen lassen sollten. Sie hätten Rhiuh nicht begleiten können. Damals hatten sie die Reise verboten. Für beide. Wie hätte er entschieden?
"Das ist schwer zu sagen. Ihr erwähnt nicht das Alter und die Reife der Tochter. Wenn ich mir sicher wäre das mein Kind reif und schlau genug ist um allein zurecht zu kommen und der Wunsch, die Chance die es erwartet so groß ist, das ich es unglücklich machen würde, würde ich es bei mir behalten...dann würde ich meine Tochter ziehen lassen. Eine Tochter wird immer eine Tochter bleiben. Aber irgendwann ist jedes Kind erwachsen und bereit seine eigenen Wege zu wählen. Meine Liebe zu...meiner Frau wäre so stark das ich sie nicht zurück lassen würde. Die Liebe zu meinem Kind aber sollte so stark sein, das ich bereit bin es los zu lassen."
Das war seine ehrliche Antwort. Ob es die Worte waren die Akiko hören wollte wusste er nicht. Doch kurz war die Vorstellung eine Familie zu besitzen, mit der Frau die er so geliebt hatte, schmerzlich und schön zugleich. Wie sehe die Tochter von Feh und ihm wohl aus? Würde sie mehr nach ihm kommen oder nach ihr? Er stellte sich vor das sie die Augen ihrer Mutter hätte. Das sie ihn genau so an der Nase herumführen könnte wie Feh es immer getan hatte. Ohne ihn dabei zu verletzen. Nur um ihn etwas zu...ärgern. Der Jäger atmete hörbar tief ein und aus um sich von diesen Fantasievorstellungen zu lösen. Solch eine Familie würde es niemals geben. Wieder zu Akiko gesehen, hatte sie ihm den Rücken zugewandt.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Di Dez 08, 2015 8:42 am

Kha überlegte sehr lange. Akiko konnte die Spannung kaum ertragen und blickte ihn schließlich hoffnungsvoll an. Doch seine Antwort versetzte ihr einen Stich in ihrer Brust. Sie konnte seiner Erklärung zwar folgen und verstand durchaus seine Überlegung, aber es war nicht die Antwort, die sie erwartet hatte. Also war es tatsächlich so, dass man lieber sein Kind ziehen ließ und bei seinem Partner blieb?
Akiko war  erwachsen und sie konnte sich alleine auf die Reise begeben. Ob auch ihre Mutter so gedacht hatte? Aber wieso…? Akiko war stets der Meinung, dass Ryo nie besonders tiefe und ehrliche Gefühle für Ihre Mutter gehegt hatte. Sie hatte immer geglaubt, dass ihre Mutter sofort mit ihr die Flucht ergreifen würde, um endlich den Fängen von diesem Scheusal zu entkommen. Und doch sah die Realität anders aus. Sie fühlte sich hilflos, denn sogar Kha, der anders schien als die meisten Menschen, denen sie bislang begegnet waren, hätte genauso gehandelt wie ihre Mutter. Langsam wandelte sich ihre Hilflosigkeit in Wut. Wie konnte ihr dieses Monster wichtiger sein als sie selbst? Wo war plötzlich diese tiefe, innere Verbundenheit, die sie und ihre Mutter immer begleitet hatte? Warum hatte sie sich für einen derart schlechten und grausamen Menschen entschieden?
„Was hat denn Loslassen mit Liebe zu tun?!“, fragte sie schließlich empört und wütend zugleich. Im Moment konnte sie Kha´s Antwort einfach nicht verkraften. Ein Funken Hoffnung, der in ihr gewohnt hatte, war nun unaufhaltsam verschwunden. Und sie fühlte sich so einsam wie noch niemals zuvor in ihrem Leben.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Fr Dez 11, 2015 4:33 am

Es war eindeutig das seine Antwort nicht dem entsprach was Akiko hatte hören wollen. Die junge Frau versuchte ihren Unmut und ihre Wut gar nicht zu verbergen. Nur leider wusste Kha nicht was in ihr vor ging, wie er sie hätte beruhigen oder trösten können. Sogleich wollte sie von ihm wissen was Loslassen mit Liebe zu tun hatte. Was sollte er ihr daraufhin sagen? Zu groß war die Wahrscheinlichkeit das seine Worte sie nur noch mehr verletzen würden. Vor allem da er nicht wusste worum es ihr ging. "Entschuldigt wenn meine Antwort nicht die war die ihr erwartet hattet. Vielleicht habe ich die Frage auch falsch verstanden." ,lenkte er ein. Dennoch glaubte er besten Wissen und Gewissens darauf geantwortet zu haben. Für ihn bedeutete Liebe zugleich auch loslassen zu können. Und wenn man die Wahl hatte war es auch viel einfacher. Ihm hatte man diese Wahl nicht gelassen. Jeder den er geliebt hatte wurde ihm genommen, ohne das er die Chance hatte los zu lassen. Und nun? Nun fühlte sich der Jäger viel zu verbittert und voller Rachegelüste um loslassen zu können. Erst wenn er seine Rache hatte, würde er den Tod all der vielen Opfer vielleicht akzeptieren können.
"Doch loslassen zu können bedeutet für mich nicht, dass man jemanden verrät oder im Stich lässt. Im Gegenteil. Es ist ein Zeichen von Liebe und Vertrauen. Zumindest...zwischen Eltern und ihren Kindern." ,versuchte er dann doch seinen Standpunkt deutlich zu machen. Dennoch wollte er mit Akiko nicht darüber diskutieren. Jeder hatte andere Ansichten und jeder von ihnen war völlig anders aufgewachsen. Vielleicht galt es dort wo Akiko gelebt hatte als grausam seine Kinder los zu lassen? Auch in Tinae schienen die Kinder bei oder mit ihren Eltern in den selben Häusern zu wohnen. Selbst wenn sie erwachsen waren. In seiner Heimat lebte man zwar in ein und dem selben Dorf...doch sobald man alt genug war errichtete man seine eigene Bleibe.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Fr Dez 18, 2015 6:16 am

Beinahe entschuldigend erklärte Kha seinen Standpunkt, während Akiko, wenn auch innerlich wiederwillig, ihm zuhörte. Ihr Frust und ihr Unmut gingen eigentlich gar nicht gegen den Jäger. Es war einfach die Gesamtsituation, mit der Akiko sich auseinanderzusetzen versuchte. Und das fiel ihr offensichtlich sehr schwer.

„Ein Zeichen von Liebe und Vertrauen zwischen Mutter und Tochter?“, fragte sie leise, aber verbittert nach und bemerkte dabei nicht, das Kha lediglich von Eltern und Kind gesprochen hatte. So wie er es betrachtete, klang es gar nicht mehr ganz so verletzend. Es vergingen einige Momente und die junge Frau versuchte ihr aufgeregtes Herz wieder zu beruhigen. Ziellos blickte sie durch die leeren Gassen der mächtigen Stadt und atmete einige Male tief ein und wieder aus.

„Darf ich euch noch eine weitere Frage stellen?“, begann sie schließlich. Es war riskant, aber vielleicht würde es ihr helfen. Und wenn sie in dieser Stadt überhaupt jemandem ein bisschen vertraute, dann war das Kha.
„Als wir gemeinsam im Wald von Tinae waren…und ihr mir erzählt habt, was euch wiederfahren ist….“, sie stockte kurz und sah ihn vorsichtig an.
„Hat es euer Herz ein bisschen leichter gemacht?“
Ja, sie fragte tatsächlich. Und das bedeutete im Umkehrschluss, dass sie überlegte, ihm auch etwas mehr von ihrer Vergangenheit zu erzählen. Gewiss nicht alles! Aber vielleicht so viel, dass er ihre Frage verstehen konnte. Und womöglich würde es ihr etwas Ballast abnehmen?
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Jan 23, 2016 12:07 am

Langsam glaubte er sie besser zu verstehen. Sie sprach nun direkt von Mutter und Tochter. Auch wenn es damals eine Lüge gewesen war...sie hatte ihm erzählt das sie mit ihrer Mutter zusammen gelebt hatte. Vielleicht war dies ja keine Lüge? Als sie sich entschlossen hatte ihr Leben als Diebin auf zu geben, hatte sie ihre Mutter zurück gelassen. Entweder weil es schnell gehen musste, weil sie sich kurzfristig entschieden hatte oder auch weil ihre Mutter nicht mit ihr gehen wollte? War es das was die junge Frau so belastete? Der verbitterte Ton ihrer Stimme ließ es ganz danach aussehen. Dann wirkte Akiko plötzlich wieder so verunsichert und verletzlich. Ihr Blick schweifte umher. Kha wusste das es ihr ziemlich zuwider war diese Seite von sich preis zu geben. Sie musste ebenfalls schlimme Dinge erlebt haben. Und ihr Verhalten Männern gegenüber ließ darauf schließen das diese daran nicht unschuldig waren.
Doch dann wand sie sich wieder an ihn und der Jäger konnte sein Erstaunen kaum verbergen. Sie kam darauf zu sprechen das er ihr damals seine Vergangenheit offengelegt hatte. Vorsichtig blickte sie ihn an. War das ihr Ernst? Der stille Begleiter der Silberhaarigen war noch sprachloser als sonst. Konnte sie sich die Antwort darauf denn nicht denken? Damals hatte er ihr, ohne das sie ihn darum gebeten hatte, von seine Vergangenheit erzählt. Alles was ihn all die Jahre belastet hatte hatte er somit auch auf sie geladen. Es war wie ein Befreiungsschlag gewesen. Ein lauter Schrei der seit langen in ihm festgesessen hatte und nun endlich herausbrach. Der Jäger war völlig in sich zusammen gebrochen. Scheute auch die Tränen nicht mehr, die er zuvor so lange und viel vergossen hatte. Er hatte sich direkt danach bei ihr dafür entschuldigt das er sie mit seiner Geschichte belastete. Das sagte doch alles? Er hatte einen Teil der Last auf sie übertragen. Demnach war auch sein Herz leichter geworden.
Sanft begann der Schwarzhaarige zu lächeln, als er sich daran erinnerte. "Ich denke diese Frage könnt ihr euch selbst beantworten." ,meinte er mit beruhigendem Ton. "Schließlich habe ich euer Herz damit ja zusätzlich beschwert." In einer für ihn ganz normalen Geste, legte er die linke Handfläche auf den Bereich oberhalb ihrer Brust, dort wo ihr Herz war. Nur kurz ließ er sie dort liegen und spürte ihr starkes Herzklopfen. Die Hand wieder weg genommen blieb er einfach stehen und wartete. Ob sie sich ihm auch irgendwann einmal öffnen würde?
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Fr Feb 12, 2016 2:51 am

Sein sanftes Lächeln war friedlich und herzerwärmend…doch was zum Teufel trieb sie hier eigentlich? Etwas kritisch folgte ihr Blick seiner Hand, die schließlich auf ihrem Herzen ruhte. Eine Berührung wie diese hätte sie noch vor kurzer Zeit niemals geduldet. Sie war unsicher ob sie zurück drehten sollte oder nicht. Bevor sie eine Entscheidung treffen konnte, hatte Kha seine Hand bereits zurückgezogen.
Sie hatte begonnen Vertrauen zu ihm zu schöpfen, weil sie sonst niemanden gehabt hätte. Und weil er anders war. Doch was sollte es bringen sich ihm zu öffnen? Wenn sie so weiter machte, dann würde sie ihm bald heulend in den Armen liegen und ihr ganzes Vergangenheitsdrama beichten. Ungewollt verfinsterte sich ihre Miene leicht, wobei sie Kha nicht direkt anblickte. Wo war die starke und unnahbare junge Frau, die viele Jahre zwischen einem Haufen abstoßender und rüpelhafter Banditen gelebt hatte? Nie, ja wirklich niemals hatte sie sich dort eine Blöße wie hier gegeben. Die Mauer, die sie um sich errichtet hatte, war tadellos gewesen. Sie konnte nicht mehr verletzt werden. Und hier stand sie nun wie ein kleines, im Stich gelassenes Mädchen vor Kha und hoffte, dass er ihr etwas von ihrem Leid nehmen konnte. Ihre gemeinsame Zeit war ohnehin begrenzt. Wenn der nächste Monat anbrach, würde er sich von ihr trennen und der Kriegergilde anschließen. Und dort würde er sehr wahrscheinlich sein Ende finden. Sollten sie ihn wiedererkennen, würden sie ihn vermutlich gleich töten. Und wenn er sich unter sie schmuggeln konnte, dann hätte er bei einem späteren Kampf trotzdem keinerlei Chancen gegen all die Krieger. Ein Mann gegen so viele? Das war unrealistisch.
Also wozu sollte sie sich ihm öffnen? In weniger als 4 Wochen würde sie wieder auf sich allein gestellt sein. Und zwar komplett. Und sie würde damit zurechtkommen. In ihrem alten Leben war sie wunderbar ohne diese negativen Gefühle zurechtgekommen. Warum sollte das also heute nicht mehr gehen…?

„Das Wettrennen“ begann sie schließlich, scheinbar völlig zusammenhangslos.
„Ich weiß jetzt, was ich mir wünsche. Das Schwert, welches ich trage, ist keine ideale Waffe für mich. Werdet ihr mir helfen eine Waffe zu suchen, die besser für mich geeignet ist?“ Besagtes Wettrennen hatte zwischen den beiden stattgefunden, als sie Tinae erreicht hatten. Und der Verlierer musste dem Gewinner einen Wunsch erfüllen.
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