Amanohara


 
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Zeit
Wetter und Zeit

Es ist Morgen, 7.00 Uhr

Nach einer klaren Nacht ziehen nun von Osten her Wolken auf. Über dem nördlichen Meer braut sich eine Front zusammen, die auch bereits von der Küste aus zu sehen ist. Es herrscht ein feuchter Ostwind.
In Tinae geht etwas verspätet die Sonne auf, noch wird der Himmel lediglich von einzelnen Schäfchenwolken bedeckt.
In der Höhe liegt Raureif bei spätwinterlichen Temperaturen, auf tieferen Ebenen ist es trocken und etwas wärmer bei leichtem Südostwind.
Im Südenwesten ist es vorläufig noch klar und es ist ein schöner Sonnenaufgang zu geniessen.
Was gerade los ist
Ereignisse & Plots

Ereignisse:
Die Gildenkämpfe haben sich gelegt, doch die unmittelbaren Folgen sind deutlich sichtbar: verbarrikadierte, beschädigte oder sogar abgebrannte Häuser und unzählige Verletzte. Die Säle der Heilergilde sind zum Bersten voll und es fehlt an fast allem: Material, Platz und Helfer. Jede helfende Hand ist sofort willkommen.
Die Aufräumarbeiten sind schneller angelaufen, aber auch hier könnten zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht werden.
Zudem wollen manche Gilden ihre Position verstärken und sind nun auf der Suche nach neuen Mitgliedern.

Plots:
- Eine Elfe in Amanohara?
- Wir waren es nicht!
- Mirars Vermächtnis
- Rekruten gesucht
- Gelehrte verschollen

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 Hauptstraße Kirena

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Leda
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Fr Feb 03, 2012 11:16 pm

Es war angenehm von der vollen Hauptstraße fortzukommen. Menschenmengen machten Leda keine Probleme, etwas das bei ihrem Beruf auch mehr als Hinderlich gewesen wäre, aber im Momentanen zustand ihrer Begleiterinnen war es doch besser in eine der Seitengasse abzubiegen.
Ein Schmunzeln stahl sich auf Ledas Gesicht, als sie das Gezänke der beiden mitanhörte. Es war offensichtlich wie nahe sich die beiden Schwestern doch standen.
„Es ist nicht ganz so bunt wie wir den Leuten gerne glauben machen, denn hinter jeder Vorstellung steckt eine Menge Arbeit und viel Übung. Ihr habt vielleicht eine Ahnung was bei den ersten Proben alles schiefgehen kann und nun stellt euch das bei 20-30 Leuten vor.“ Sie machte eine kurze Pause wobei sie für einen Moment in Erinnerungen verfiel, ehe sie sich wieder sammelte und fortfuhr. „Wir waren mit einem Zelt unterwegs, in der Regel zwischen Lenadur und Saneyd. Ihr könnt euch kaum vorstellen wie viel Aufwand dahinter steckt so ein großes Ding von A nach B zu bringen.“ Leda verfiel erneut in Schweigen diesmal etwas länger. Normalerweise versuchte sie es zu vermeiden über ihre Zeit beim Zirkus zu reden, denn es waren auch einige schmerzhafte Erinnerungen damit verknüpft die sie normalerweise lieber verdrängte. Deshalb war sie froh als sich ihr die Gelegenheit bot das Thema zu wechseln. „Um es kurz zu machen ich habe mit Messerwerfen angefangen und mich irgendwann zum Bühnenmagier hochgearbeitet. Letzteres bringt einfach mehr Geld ein und spricht sich besser herum auch wenn die Vorbereitungen und das benötigte Material natürlich bei weitem größer ist. Ich bin vielleicht ein klein wenig eingerostet, aber ja ich kann Jonglieren. Warum die Frage?“ erwiderte Leda.


Zuletzt von Leda am So Feb 05, 2012 3:06 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Feb 04, 2012 9:06 am

Die beiden dachten an ihren ersten Besuch in einem Zirkus. Das Zelt war nicht sonderlich gross gewesen und es traten nur gut 8 Leute darin auf, doch bei einem Zirkus von gut 30 Personen würde das Zelt wahrlich anders aussehen. Die Beiden stellten sich das riesige Zelt gerade vor und erahnten so schon ein wenig, wieviele Wagen nötig gewesen waren, um von A nach B zu kommen, wie Leda es so schön sagte.
Interessiert hörten sie Leda zu, als sie erzählte, wie sie mit ihren Kunsstücken angefangen hatte und horchten auf, als sie ihnen erklärte, dass sie Bühnenmagierin war. Die Tricks der Magier hatten sie schon immer fasziniert, schafften es jedoch nur selten, dahinter zu schauen. Sie hatten sich schon mal darin versucht, einen Trick selbst zu erfinden, waren daran jedoch gescheitert. Deshalb beliessen sie es beim Jonglieren.

Als Leda sagte, dass sie ebenfalls Jonglieren konnte, fiel den beiden Mädchen ein Stein vom Herzen. "Nun ja... wenn... du Lust und Zeit hättest... und da Aniki nun verletzt ist und nicht mitmachen kann... Wir hätten heute eigentlich noch eine Aufführung auf einer privaten Feier bei der schon einiges Rausspringen würde, aber wie du ja sehen kannst, gestaltet sich das mit Anikis Knöchel relativ schwierig. Sie braucht zwar ihre Hände zum Jonglieren und wir könnten auch was machen, wo sie sitzt, aber vieles geht nun mal nicht, wenn man nicht richtig stehen kann. Würdest du... mit mir dort auftreten? Es wäre mir eine grosse Ehre!" sagte Esmeralda und blickte sie flehend an. Aniki jedoch blickte ein wenig beschämt zu Boden. Noch nie mussten sie eine fremde Person darum bitten, ihnen auszuhelfen.

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Leda
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Feb 05, 2012 3:05 am

Für einen Moment blieb Leda stehen. Das Angebot klang verlockend, keine Frage. Da sie für den Rest des Tages sowie nichts geplant hatte, erwies sich die Gelegenheit ja als Glücklicher Zufall. Private Vorstellungen waren immer vielversprechend, selbst wenn sie sich den Gewinn würden Teilen müssen, denn der wahre Lohn war in der Regel das Ansehen das man bei den etwas exklusiveren Gastgebern gewann. Blieb nur die Frage wann Vayshan wieder auftauchen würde, allerdings schob Leda den Drachen aus ihren Gedanken zur Seite. Er hatte zwar angekündigt bald wieder zurückzukommen, allerdings vermutete sie das bald für Drachen eine andere Bedeutung hatte. So nickte sie den Zwillingen schließlich zu. „Große Ehre? Bitte wir sind unter uns, lass die Förmlichkeiten doch mal beiseite ja?“ erwiderte Leda und lachte kurz auf. „Aber ja ganz zufällig würde das Recht gut in meine eigenen Pläne passen. Natürlich müsstet ihr mir zuerst mal eure Nummern erklären und das ganze ein wenig einüben, was ein wenig Zeit kosten würde aber …“ Sie brach ab und verfiel für einen Moment in Gedanken. Je nachdem was die Mädchen geplant hatten vorzuführen würde sie vielleicht ein zwei eigene Tricks mit einbauen können. In jedem Falle war eine gute Vorbereitung das wichtigste. „Vor wen oder was wollt ihr Auftreten?“ fragte Leda ein wenig geistesabwesend. Der Gedanke zur Abwechslung mal wieder einen Partner auf der Bühne zu haben war angenehm. „Zuallererst aber sollten wir uns vielleicht um Aniki hier kümmern oder?“ fügte sie hinzu. Solche Dinge ließen sich woanders besser besprechen als mitten auf der Straße, vor allem da sie sich immer noch um die verletzte der beiden Schwestern kümmern sollten.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Di Feb 07, 2012 1:16 am

Je länger die beiden zuhörten, desto mehr grinsten sie vor Freude. Der Auftritt würde doch nicht ganz platzen! Wär Aniki nicht gerade auf Esemeraldas Rücken, so hätten beide wohl ein Freudentänzchen gewagt. "Die Aufführung können wir ja in unserem Gasthaus besprechen, sie haben auch einen grossen Hinterhof, auf dem wir üben können. Manchmal schauen uns die Gäste zu oder fragen nach, wie wir etwas machen. Vor allem die beiden Kinder der Gastwirtin sind sehr am Jonglieren interessiert, sie sind schon recht gut für ihr Alter..." Esmeralda verfiel wieder in den Plauderton und erhielt dadurch eine Kopfnuss von Aniki. "Du brabbelst schon wieder." Esmeralda verzog kurz ihr Gesicht. "Wenn du nicht aufpasst, fällst du runter kannst den Weg alleine entlang kriechen." sagte sie leicht sauer, wobei sie zugeben musste, dass Aniki recht hatte. Sie holte kurz Luft. "Wie dem auch sei, wir haben dort genügend Platz, um uns etwas auszudenken. Aber ja, du hast Recht, erst müssen wir noch Aniki heil dort hin bringen. Es ist aber nicht mehr weit."
Während die drei die Strasse entlang schlurften, erklärten die beiden Schwestern, wo sie heute noch auftreten würden. Um 18.00 Uhr seien sie bei einem Festmahl zur Feier der Geburt einer Tochter als Unterhaltung gebucht worden. Der Vater war ein gut betuchter Händler und hatte die Schwestern vor ein paar Tagen auf der Strasse gesehen. Es war geplant, dass sie zwischen den Gängen auftraten. Bei 6 Gängen entstanden somit 5 Auftritte. 4 davon sollten nur kurz sein und der Auftritt vor dem Dessert durfte auch etwas länger sein. Insgesammt waren nebst der Familie aus nun 5 Personen ca. 20 Gäste anwesend, darunter waren die meisten Erwachsene. Die Gage konnte sich sehen lassen, wenn man bedachte, dass die beiden ebenfalls vom Festmahl essen konnten, wenn auch in der Küche und nicht bei den Gästen.

Während die beiden erzählt hatten, erreichten sie ein kleines, einladendes Gasthaus, das sie nun betraten.

tbc: Gasthaus Feentau

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Akiko Yoe
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Jan 27, 2013 9:10 am

<- Stadttor| Hauptstraße Kirena

Das bunte Treiben der Hauptstraße ließ Akiko einfach nur staunen. Alles was sie mit ihren Augen erfassen konnte, übertrumpfte ihre Vorstellungen bei weitem. Diese Stadt war so lebendig und versprühte in jedem Moment so viel Leben. Es war unbeschreiblich. Endlich hatte sie das Gefühl, dass die unsichtbaren Ketten an ihren Füßen zersprangen. Sie war niemanden verpflichtet, konnte sich nach Herzenslust die Zeit inmitten dieses aufregenden Volkes vertreiben. Hinzu kam die Gewissheit, dass sie hier wahrscheinlich niemand von der Räuberbande vermuten würde. Diese Hitzköpfe hatten den Yosei-Wald noch niemals verlassen. Und da sie alle glaubten Akiko wären in den Strommengen des Flusses ertrunken, gab es auch keinen Anlass nach ihr zu suchen.
Das war also ihr Neuanfang. Ihre zweite Chance. Sie blickte gen Himmel. Ob es wirklich so etwas wie eine höhere Macht gab? In einigen ausländischen Sagen spielten Götter oft eine Rolle. Doch wie konnte man herausfinden, ob in den Geschichten der Vorfahren wirklich ein Stück Wahrheit existierte? Nun... Sie war am Leben. Ob es Glück war, das Schicksal, eine höhere Macht oder etwa wirklich eine Gottheit spielte am Ende keine bedeutende Rolle. Entscheidend war nur, dass es so war.
„Ja gehen wir. Ich bleibe dicht bei euch.“, versprach sie und folgte dem Jäger.
Sie war so unsagbar aufgeregt. Wie lebten die Menschen in dieser Stadt? Welche Geschichten kannten sie? Welches Wissen ruhte in ihren Köpfen? Am liebsten hätte sie sich an jede einzelne Person geklammert und sie auf Schritt und Tritt verfolgt, um heraus zu finden, wie so ein „ganz normaler Tag“ ablief. Es schien als würde jetzt ein anderes Ich an ihre Oberfläche treten, das jahrelang in ihr geschlummert hatte.
Sie liefen die Straße entlang, während die Blicke der beiden ständig hin und her wanderten. Es waren gemütliche kleine Häuser, in denen die Menschen wohnten. Einige der Unterkünfte schien sogar mehrere Etagen zu haben. In einigen der Bauten war auf Straßenebene ein Ladengeschäft und darüber schien die entsprechende Familie zu wohnen. „Ist Tinae ähnlich wie die Dörfer, durch die ihr gereist seit? War das Leben dort genauso fremd und aufregend? Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst schauen soll!“
Die Aufregung in ihrer Stimme war deutlich zu merken.


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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Jan 27, 2013 11:42 am

Akiko folgte ihm und war sichtlich überfordert von all den Eindrücken die auf sie hernieder prasselten. Kha selbst ging es nicht anders, dennoch lief er aufrecht und mit festen Schritten, als wäre er diese Straße schon hunderte Male auf und ab gelaufen. Sein Blick ging mehr unscheinbar umher und betrachtete all die Neuerungen. Ihm fiel auch auf das einige der Leute zu ihnen sahen und dann die Köpfe zusammen steckten. Sein rotes Hemd konnte nun nicht mehr schuld sein, hier gab es einige Händler die solch farbige Kleidung trugen. In einer so großen Stadt gab es sicher einige Stoffverkäufer die ihre Stoffe auch färbten. Es gab sogar wunderschön blaue Hemden. Viel mehr war es wohl ihr Auftreten. Akiko mit ihrem hellen, langen Haar und dem Schwert und wohlmöglich auch sein langer Zopf und die dicke Bärenfelljacke? Sahen die Leute ihnen an das sie Fremde waren?
Doch noch hatten ihre Blicke nichts bedrohliches. Vielmehr waren es Frauen die gerne etwas zum Reden hatten. Die Wachmänner die auch in der Stadt sich aufhielten schienen kein Interesse an ihnen zu haben. Neben ihnen rollten die Karren vorbei. Entweder von Lasttieren gezogen oder von Menschenhand geschoben. Gefüllt mit Gemüse, Obst, Stroh oder anderen Gütern. Solche Mengen an Lebensmitteln hatte er noch nie auf einem Haufen gesehen. Viele der Früchte und Pflanzen kannte er nicht einmal.
Als Akiko ihn fragte ob die Dörfer ähnlich gewesen waren, schüttelte er den Kopf. "Nein nicht im Geringsten. Die Dörfer waren winzig im Vergleich zu dieser Stadt. Zwar blühte auch dort das Leben. Ich habe Märkte dort bereits gesehen. Doch diese waren nicht annähernd so.... gewaltig wie dieser hier." Damals war ihm auch das eben in den kleinen Dörfern fremd gewesen. So fern von Eis und Schnee. Doch das war nicht mit diesem Ort zu vergleichen. Sie erreichten den Marktplatz und der Jäger blieb unvermittelt stehen. Staunend sah er über den Riesigen Platz. In der Mitte gab es einen Pranger und einen Galgen, unweit davon sah man einen großen Brunnen. Wie bei einem Spinnennetz liefen die schmaler werdenden Gänge im Zentrum zusammen. Man konnte gradewegs darauf zu laufen oder seine Kreise darum ziehen. Nutztiere liefen frei umher. Dicke, schmutzige Schweine, Federvieh und auch Hunde. Nahe der Hauptstraße war ein Gatter errichtet in dem man einige Pferde aufgestellt hatte. Die Gerüche und Geräusche waren überall. Dann wanderte sein Blick zu einer Gruppe die mit ihren Instrumenten die Leute unterhielten und sangen. Wie wunderbar!
Sein Leben lang hatte er nur sein kleines Dorf gekannt. Hatte wie wohl alle Kinder davon geträumt die Welt zu bereisen und nun war er hier. Gerne hätte er seine Vergangenheit nun ganz hinter sich gelassen, doch sein Stolz verbat es ihm. Er konnte nicht einfach hier bleiben und eine neue Existenz aufbauen. Er hatte noch etwas zu erledigen.
Und doch war da das Kind in ihm, das ihn wie von einem Seil gezogen zum Gatter führte. Schweigend bestaunte er die wunderschönen Tiere. Schwarz und imposant, gefleckt und wild, braun und grazil. Jedes schien seine Eigenart zu haben. Wenn er den Tieren in die Augen sah, glaubte er darin die Charakterzüge erkennen zu können. Ihre Augen waren wahre Seelenspiegel. Tiere waren etwas wunderbares und Pferde waren so erhaben und doch sanftmütig. Zu gerne hätte er eines dieser Pferde besessen. Doch war das möglich? Konnte man diese schönen Wesen besitzen? Sie waren keine Gegenstände sondern lebende Wesen. Neben ihm hörte er wie ein Mann mit dem Händler um eines der Tiere feilschte.
Sich von dem Treiben wieder lösend drehte er sich zu Akiko um. Was für sie wohl das interessanteste auf diesem Markt war?
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Akiko Yoe
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Mi Jan 30, 2013 9:00 am

Als sie den Marktplatz erreichten, fiel Akikos Blick zunächst auf Pranger und Galgen. Sie waren der Mittelpunkt des so belebten Plätzchens. Sie musste unwillkürlich schlucken. Sie hatte keine Ahnung, welche Strafen es für Diebstahl gab…und schon nagte wieder das schlechte Gewissen der Vergangenheit an ihr. Aber bisher war doch alles, auch wenn mit Kha’s Hilfe, relativ glatt verlaufen. Sie machte sich bestimmt unnötige Sorgen. Trotzdem blickte sie sich nun ein bisschen gehemmter umher als vorher. Es gab wirklich so viel zu sehen. Doch so langsam wusste sie gar nicht mehr so recht, was sie am interessantesten oder am erstaunlichsten finden sollte. Vermutlich brauchte sie einfach etwas mehr Zeit, um alle Eindrücke an sich heran zu lassen und wirklich zu verstehen.
Kha war inzwischen bei einigen Pferden hängen geblieben. Sie trat neben ihn. Tiere waren wirklich etwas Wunderbares. Akiko hatte schon immer ein Herz für Tiere gehabt, nahezu egal von welcher Gattung es war.
„Seit ich den Menschen kenne, liebe ich die Tiere…das ist ein altes Sprichwort, dass ich mal in einem Buch gelesen habe. Das ist schon was dran. Tiere sind eben einfach ehrlich. Und wenn man ihnen sein Herz schenkt, dann schenken sie dir ihres. Und selbst die Tiere, die wir töten müssen, schenken uns Nahrung und sichern damit sogar unser Überleben...Was schenkt einem der Mensch?“
Sie lehnte einen Arm auf das Gatter und strich vorsichtig über die Nüstern des Pferdes, das zu ihr gekommen war. Es war ein Schimmel.
„Na du? Dein Haar sieht genauso weiß aus wie das meine!“ Sie musste leicht kichern. Es war das erste Pferd, was sie jemals in ihrem Leben streichelte. Und es war ein großartiges Gefühl. Diese stolzen Tiere waren stark und schnell, aber gleichzeitig sanftmütig und friedlich.
„Ach Kha, auch wenn ihr ein Jäger seit, sollte ihr den Pferde nicht zu sehr in die Augen sehen.
Pferde sind Fluchttiere, genauso wie die meisten Tiere im Wald. Und der Augenkontakt des Gegners ist stets der Vorbote von Gefahr oder einem Angriff. Das konnte die Pferde verunsichern. Ähm…das denke ich jedenfalls“, fügte sie schließlich an.
„Aber ihr scheint diese Tiere ja sehr zu mögen. Ich kann ja nahezu die verliebten Blicke durch die Luft fliegen sehen“, neckte sie ihn ein wenig, meinte es aber nicht böse. Der Jäger hatte eben einfach zwei Seiten und je nach Situation gewann die eine oder andere Persönlichkeitshälfte die Oberhand.
„Man muss sicher lange arbeiten um so ein Pferd kaufen zu können…hm…“ Sie blickte zu dem Pferdehändler hinüber, der sich gerade mit seinem Kunden einig geworden war und den Kauf per Handschlag besiegelt hatte.
„Verzeihen Sie bitte. Wie viel kosten denn ihre Pferde?“, fragte sie einfach aus dem Bauch hinaus. Das sie sich definitiv keines leisten konnte war ihr natürlich klar, aber es interessierte sie einfach.
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NSC
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Feb 02, 2013 9:16 am

Eben hatte der Pferdehändler ein weiteres seiner Tiere verkauft, da sprach ihn bereits schon wieder jemand an. Seit den offenen Gildenkämpfen vor drei Tagen wollten nicht wenige Familien die Stadt verlassen. Ihn interessierten natürlich nur die reichen Familien – jene, die sich ein Pferd leisten konnten und es in dieser Situation auch taten. Inmitten der geschwärzten Häuser lief sein Geschäft also gerade sehr gut.
Der Händler setzte ein freundliches Lächeln auf und drehte sich zu dem neuen Kunden um. Doch anstelle eines gut gekleideten Bürgers erblickte er zwei junge Menschen mit zerrissener und verschmutzter Kleidung. Er wollte sie schon zum Teufel jagen, als sein Blick auf den Schmuck der Frau fiel. Auch wenn ihm die beiden seltsam erschienen, besonders die junge Frau mit ihrem schneeweissen Haar, das Diadem und die Armringe sahen wertvoll aus.
Berechnend schaute er die Frau an, registrierte ihre bewundernde Blicke für seine Pferde und bemerkte ihre Unwissenheit. Das roch nach einem sehr guten Geschäft – für ihn.
„Den Schimmel wollt Ihr kaufen, edle Frau?“, fragte er in seinem besten Verkaufston und wog theatralisch seinen Kopf einige Male hin und her. „Ein wirklich aussergewöhnliches Pferd, müsst Ihr wissen. Mit ruhigen, angenehmen Gängen, einem weiten Schritt und hervorragendem Charakter. Dazu bei bester Gesundheit, der trägt Euch stundenlang sicher und schnell“, pries er den alten Gaul an. Die ersten Punkte entsprachen noch der Wahrheit und die weiteren hatten vor Jahren einmal zugetroffen, aber der Schimmel hatte seinen Zenit längst überschritten und für lange Reisen einfach nicht mehr genug Kraft. Doch das würde die junge Frau wohl kaum erkennen. „Eigentlich habe ich ihn Fürstin Adelaide von Kerena versprochen“, erzählte er weiter und tat, als geriete er gerade in einen ernsthaften Gewissenskonflikt, bis er mit einem Seufzen scheinbar nachbar und ergänzte: „Aber für 20 Goldtaler könnte ich ihn Euch wohl übergeben."

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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Feb 02, 2013 9:34 am

Das Sprichwort das Akiko ihm nannte klang wirklich stimmig, was er gedankenversunken mit einem Nicken quittierte. Tiere waren wirklich besser als Menschen. Das wusste auch er. Doch ihre Worte lösten auch etwas anderes in ihm aus. Neugier. Fragend sah er zu ihr. "Ihr könnt lesen? Ich meine...ihr lest richtige Bücher?" ,fragte er. Es sollte nicht so wirken das er es ihr nicht zugetraut hätte, viel mehr gehörte er zu jenen die das Lesen nie erlernt hatten. In seinem Dorf gab es dafür keine Verwendung. Was man lernen musste, wurde einem beigebracht. Welche Zutaten man brauchte musste man sich merken. Es gab keine Bücher oder Aufzeichnungen. Selbst die eigenen Namen wurden nicht aufgeschrieben. Man kannte sie ja. Nur die wenigen Händler hatten Schriftstücke besessen. Neugierig hatte man als Kind sie beäugt, hin und wieder nachgefragt was dort stand und sogar einige, wenige Wörter gelernt. Doch das war schon alles.
Wo Akiko ihm so von den Pferden erzählte, wirkte sie wirklich sehr belesen und schlau. Warum war sie mit solch einem Wissen eine Diebin geworden? Kha glaubte, das man aus Büchern vermutlich alles lernen konnte was man wollte. Sie waren für ihn wie unerreichbare, tiefe Geheimnisse. "Ihr scheint ein großes Wissen zu besitzen. Habt ihr all das nur gelesen oder kennt ihr Pferde aus Erfahrung?" ,hakte er interessiert nach.
Das sie ihm angeblich verliebte Blicke ansah, konnte er nicht abstreiten. Diese Tiere faszinierten ihn sehr. Doch wo sie auf den Preis zu sprechen kam, verdunkelten sich seine Augen merklich. Für ihn war der Besitz eines Pferdes nicht das Ergebnis eines Kaufs. Beide mussten sich finden. Das man ein solch stolzes Tier zähmen musste war ihm durchaus klar. Es hatte einige, wenige Dorfbewohner gegeben, die es geschafft hatten einen der edlen Geweihträger zu zähmen. Von diesen Tieren hatte es nie viele gegeben, so hoch in den Bergen und es war äußerst schwer gewesen eines zu fangen und noch schwerer es zu zähmen. Doch hatte man es geschafft, waren Halter und Tier eine tolle Einheit gewesen. Kha wollte nicht irgend ein Pferd von jemandem kaufen. Sicher gab es in Amanohara auch noch wild lebende Pferde. Vielleicht würde sich dort eines finden.
Wieder sah er zu den Tieren im Gatter. Ob es stimmte? Würde sein Blick die Pferde verängstigen? Kha blieb ruhig vor einer braunen Stute stehen und sah sie an. Und das eine geraume Zeit. Das Tier bewegte anfangs den Kopf noch hektisch oder gab ein Schnauben von sich, doch dann wirkte es ganz ruhig. Auch die Haltung des Pferdes wirkte auf ihn nicht angespannt. Ob sie die Stimmung auch aus seinem Blick heraus deuten konnte? Er wollte dem Wesen nichts böses, es nicht bedrängen oder gar gefährden. Die Stute schien dies zu spüren und blieb ganz ruhig. Man hätte meinen können, sein intensiver Blickkontakt beruhigte das Pferd.
Schließlich wand er sich wieder ab und verfolgte das Gespräch zwischen Akiko und dem Verkäufer. Er zählte dem Mädchen auf welche Vorzüge der Schimmel habe. Angeblich wäre er sogar schon einer anderen Person versprochen. Schweigend hörte der Jäger nur zu. Er hatte nicht vor etwas zu kaufen. Wie viel von ihrer Beute Akiko noch besaß wusste er auch nicht, doch er würde ihr von einem Kauf abraten. Ihn hatten nur die Tiere selbst interessiert. Nicht ihr Wert, den ein Verkäufer für sie festlegte. Dennoch war er gespannt wie Akiko reagieren würde.
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Akiko Yoe
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Feb 03, 2013 7:40 am

Der Händler verwickelte Akiko sogleich in ein Verkaufsgespräch. Sie war ein wenig verwundert, da er sofort von Kauf sprach und sie lediglich nach dem Preis gefragt hatte. Das eine musste doch nicht zwangsläufig das andere bedeuten, …oder?
„20 Goldstücke also?“, fragte sie noch einmal nach und versuchte weder überrascht noch erstaunt zu klingen. Das sie gerade Gefahr lief mächtig über den Tisch gezogen zu werden, wusste sie nicht. Und der Händler würde sein Glück bei der nächsten Dummen versuchen müssen, da Akiko nicht daran gedacht hatte das Pferd zu kaufen. Sie hatte das Geld nicht und hätte auch gar nicht die nötigen Mittel gehabt um dieses Tier liebvoll zu versorgen. Futter und Wasser, ein Stall oder zumindest eine Box für das Tier und weitere Dinge waren vollkommen ausgeschlossen. Aber das konnte der Pferdehändler ja nicht ahnen.
„Nein nein, schon gut. Versprochen ist schließlich versprochen. Diese Adelheit von Küren…äh…ich“, sie räusperte sich verlegen, da ihr der komplizierte Name dieser geheimnisvollen Dame einfach nicht mehr einfallen wollte.
„Ich meine die Fürstin wäre sicherlich enttäuscht, wenn das ihr versprochene Pferd nicht mehr da wäre. Trotzdem danke!“, sprach sie, zog Kha möglichst unauffällig mit sich mit und entfernte sich eilig ein paar Meter von dem Pferdegatter, bevor dem Händler eine Chance zulief sie erneut anzusprechen. Er war ihr doch ein wenig zu aufdringlich. Und ein Mann. So sehr sie sich auch bemühte, man konnte einfach keine Abneigung von einen Tag auf den anderen ablegen, die man jahrelang aufgebaut hatte.
„Tut mir leid, dass ich euch einfach mit weggezogen habe. Aber es gibt bestimmt noch mehr Pferdehändler in der Stadt, wo wir etwas Zeit verbringen können. Ich dachte nur es wäre klug sich mit den handelsüblichen Preisen dieser Stadt vertraut zu machen.“, erklärte sie ihr Verhalten.
Seine anfänglich gefragte Stelle war schon wieder in den Hintergrund gerückt, fiel ihr aber glücklicherweise wieder ein und ergriff das Thema so noch einmal.
„Ihr wartet noch auf eine Antwort. Es ist wahr, ich kann lesen. Richtige Bücher. Und auch alle andere, sofern es in unserer Sprache geschrieben ist. Meine Mutter hat es mir beigebracht. Und es war nicht schwer an neuen Lesestoff zu kommen. Die feinen Herren und Damen haben sehr oft Romane, Geschichtsbücher oder andere Lektüre bei sich“, begann sie zu berichten und fühlte sich nicht mal mehr halb so schlecht wie am Anfang, wo sie ihm ihr diebisches Wesen offenbart hatte. Sie hatte ihm einen Teil ihrer Last gegeben. Aber sie schweifte schon wieder ab. Das musste sie sich abgewöhnen!
„Ich habe sehr viel gelesen. Meine…Wahl an anderen Aktivitäten und Beschäftigungen war nicht sehr ausgiebig. Und so war ich meiner Mutter nicht nur einmal dankbar, dass sie mir das Lesen beibrachte. Aber das Lesen hat auch seinen Nachteil. Man schwelgt so oft vor sich hin, träumt sich die Welt und vergisst nur allzu oft, wie die Realität abläuft. Ich habe viel Zeit in meiner Traumwelt aus Papier verbracht – aber wer nur träumt und nur das tut, was er kann, wird immer bleiben was er schon ist. Mir sind leider noch keine Flügel gewachsen“, sprach sie leise und sacht lächeln. Er war nicht dumm, er verstand schon, was sie ihm sagen wollte, ohne weiter auszuschweifen.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Feb 09, 2013 9:39 am

„Dann schert euch weg, ihr Landstreicher!“, brummte der Pferdehändler, verärgert über das verpasste Geschäft. Grimmig starrte er den zwei jungen Leuten hinterher, bevor er begann, der Menge seine Pferde anzupreisen und nach neuen Kunden zu schreien. Ebenso wie alle anderen Händler versuchte er dabei, seine Stimme über das Geschrei der anderen zu erheben.
Plötzlich wurde das Geschrei am Rand leiser, einige Stimmen fielen aus und allmählich versiegten auch die restlichen. Während in der Mitte des Markplatzes weiter herumgeschrien wurde, verstummte das Getrubel gegen die Hauptstrasse hin. Die Leute drehten sich neugierig zur Strasse hin und wichen rasch zur Seite aus, sobald sie den Grund für die plötzliche Stille erblickten. Kinder wurden zur Seite gezerrt und die Menschen huschten von der Strasse, um einer Truppe von etwa 10 Kriegern Platz zu machen.
Die meisten von ihnen waren gross und breit, alle jedoch mit gut trainierten Muskeln bestückt. Aufmerksam durchschweiften ihre Augen die Umgebung, wobei sie ihre Formation nicht einen Augenblick verloren. Die vorderen Krieger trugen Helme mit Backen- und Nackenschützen, die restlichen einfache Topfhelme. Der Brustpanzer des Truppenführers war aus glänzendem Stahl gefertigt, derjenige der zwei nächsten aus gehärtetem Leder, die übrigen trugen lediglich einen schwarzen Wappenrock über ihrem Kettenhemd, das bis zu den Oberschenkeln reichte. Ihre schweren Stiefeln knirschten und stampften auf dem Kopfsteinpflaster.
Alle trugen sie einen Waffengürtel mit Kurzschwert und Dolch, aber daneben trugen sie zusätzlich unterschiedliche Waffen: vier von ihnen lange Speere, drei ein Langschwert in einer Lederscheide auf dem Rücken, zwei ein zusätzliches Schwert, einige hatten Schilder und einer sogar eine Armbrust auf dem Rücken. Ein jeder von ihnen trug einen schwarzen Umhang, auf dem zwei gekreuzte, rote Schwerter prangten. Bei genauerem Hinsehen war zu erkennen, dass es sich bei einem der Krieger in der Mitte des Trupps um eine Frau handelte, die ihre Haare allerdings kurz geschnitten hatte und sich in genau demselben militärischen Schritt fortbewegte wie ihre Kollegen.
Aufmerksam aber zackig marschierte die Patrouille die Hauptstrasse entlang. Vor ihnen wichen die Menschen zur Seite und verharrten schweigend, bis sie in sicherer Entfernung hinter ihnen wieder langsam auftauten. So erstarrte auch der äussere Teil des Markplatzes in Schweigen, bis die Truppe vorübermarschiert und die Strasse hinauf ausser Sicht war. Erst dann begannen sich die Menschen wieder zu regen und zu sprechen, erst als Flüstern, dann in normaler Lautstärke, die sich bald wieder zum typischen Marktgeschrei steigerte.

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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So Feb 17, 2013 11:15 am

Akiko packte ihn unvermittelt am Arm und zog ihn mit sich. Perplex aber ohne Gegenwehr, folgte Kha ihr das Stück vom Händler weg, bis sie ihn wieder los ließ. Auf ihre Erklärung hin schwieg der Jäger. Er hatte sowieso nicht bleiben wollen. Nur die Tiere hatten ihn interessiert. Ruhig wie immer, stand er neben dem hellhaarigen Mädchen und hörte ihr zu. Ein wenig belustigte es ihn, was sie erzählte. Er konnte zwar nicht lesen, doch man hatte sich damals in seinem Dorf gerne Geschichten erzählt. Die Älteren gaben die Geschichten weiter, in denen oft sogar etwas Wahrheit steckte. Die Kinder veränderten sie oder dachten sich ganz neue aus. Auch solche Geschichten hatten ihn hin und wieder in den Bann gezogen. Man sponn sie weiter oder versuchte sich vorzustellen wie es war, selbst der Held zu sein. In der Fantasie war alles möglich. Man konnte völlig anders aussehen, Dinge können die man nie vorher gemacht hatte. Somit konnte er Akiko sehr gut verstehen und nachvollziehen wie es ihr ging. Solch ein Buch, er hatte einige gesehen, schien meist dick zu sein. Dort mussten unendlich lange Geschichten drin stehen.
"Ein wenig Fantasie und Träumerei soll dem Menschen ruhig erlaubt sein. So wie er auch des nachts träumt. Aber eure Worte stimmen. Um weiter zu kommen bedarf es keiner Bücher oder irgendwelcher Geschichten." Sie waren nur ein schöner Zeitvertreib. Gut für kalte, dunkle Stunden, sitzend am Lagerfeuer oder im Schatten eines Baumes wenn die Sonne am höchsten Stand. Es war sicher sehr hilfreich das Akiko lesen konnte. In einer Stadt wie Tinae gab es unzählige Schilder und Tafeln. Kha konnte mit den Worten darauf meist nichts anfangen. Wenn er sich anstrengte konnte er sie höchstens wieder erkennen.
Kurz blickte Kha zum Pferdehändler zurück, bevor seine Aufmerksamkeit vom hinteren Teil des Marktes in Anspruch genommen wurde. Das Geschrei dort versiegte und man konnte erkennen, die die Menschen auseinander stoben. Irgend etwas gefiel dem Jäger nicht an dieser Situation. Seine dunklen Augen verengten sich leicht und er fokussierte das Geschehen dort an der Hauptstraße. Genau wie bei der Jagt, schien er alles andere völlig aus zu blenden. Aber warum spürte er dieses Besorgnis erregende Kribbeln im Bauch?
Endlich konnte er erkennen, was dort vor sich ging. Es war ein Trupp von etwa 10 Männern, der sich seinen Weg durch die Menge bannte. Es schienen Krieger zu sein. Helme, Brustpanzer, Waffen... Das Auftreten dieser Leute war eindeutig. Ihr fester Schritt, die ernsten Blicke. Alle waren aufeinander eingestellt. Da war es kein Wunder, das viele der Menschen besorgt ihre Kinder zur Seite zogen, als befürchteten sie, die Männer würden sie einfach umrennen. Je näher sie ihnen kamen, um so mehr Details konnte Kha erkennen. Die Vielfalt der Waffen die sie bei sich trugen, die imposanten Rüstungen und Schilde. Er erkennte nun auch, das eine Frau mit sehr breiten Schultern und kurzem Haar unter ihnen war. Aber was war es nun, was ihn so besorgte?
Sie hatten nichts verbrochen, weshalb sie hätten Angst haben müssen. Dieser Trupp hatte es nicht auf sie abgesehen. Viel mehr sahen sie nicht einmal zu ihnen.
In Kha schien es zu toben. Er fühlte sich wie ein geprügelter Hund, der beim Anblick eines Holzprügels wieder in Panik geriet. Wie groß war schon die Wahrscheinlichkeit, dass eben diese Krieger etwas mit jenen zu tun hatten, die sein Dorf angegriffen hatten?
Inzwischen war der Trupp bei ihnen angelangt. Wie aus einem Reflex heraus, streckte Kha den Arm zur Seite aus und hielt Akiko somit schräg hinter sich zurück. Sein Blick blieb dabei auf den Gesichtern der Männer geheftet. Man konnte förmlich spüren, wie angespannt er war. Sein Herz raste, jeder Muskel war angespannt. Reglos stand er am Straßenrand und folgte mit ernsten, fast bedrohlichen Blicken den Bewaffneten.
Insgeheim hoffte er, das dieser für ihn nicht zu kontrollierende Zustand nachließ, wenn der Trupp vorbei war. Doch weit gefehlt.
Kaum waren die ersten Männer mit den prunkvollen Helmen an ihm vorbei, erhaschte er einen Blick auf ihre schwarzen Umhänge. Und was er dort sah, ließ ihm das Blut in den Adern gefieren.
Die gekreuzten, roten Schwerter! Nie im Leben würde er dieses Zeichen je wieder vergessen. Es war das selbe, wie die Männer es getragen hatten, als sie ihn damals niederstachen. Wie erstarrt blieb Kha stehen, seine freie Hand legte sich unbewusst auf den Griff seines Dolches. Diesen umklammerte er so fest, das seine Fingerknöchel weiß hervor traten. Alles kam wieder hoch. Wieder sah er die Bilder die er all die Jahre zu verdrängen versuchte. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr. Wut, Hass und die Chance sich endlich rächen zu können sprudelten in ihm hoch wie Säure und er wäre am Liebsten gleich auf die Männer losgestürmt. Und wenn er nur 1 oder 2 von ihnen mitgenommen hätte, das war ihm egal!
Doch etwas versperrte ihm den Weg. War es wirklich die Angst? Hatte ihn das imposante Auftreten der Krieger so eingeschüchtert? War es die Erinnerung an den Stich mit dem Dolch, der ihn fast umgebracht hatte? War er wirklich so feige!?
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Di Feb 19, 2013 8:37 am

Akiko hatte schon befürchtet, dass der Pferdehändler weniger begeistert über ihren Rückzug war. Sie zog den Kopf ein wenig ein, als er Ihnen hinterher rief, zwang sich aber sich nicht noch einmal umzudrehen. In der Vergangenheit musste sie sich oft Beschimpfungen wie diese oder ähnliche anhören. Aber die hatte sie verdient. Schlagartig verstummten die lauten Stimmen des Marktplatzes. Neugierig, was die Menge zu diesem plötzlichen Schweigen veranlasst hatte, schaute Akiko sich um.
Ihr Blick fiel auf die Truppen, die sich ihren Weg durch die Menge bahnten. Dies war nicht sonderlich schwierig, da die Bürger die Strecke freiwillig räumten. Akiko musste zugeben, dass sie eine dunkle, fast schon unheimliche Aura hatten.
Ein Hauch der Angst lag in der Luft und verbreite sich in Windeseile über das Zentrum der Stadt. Ein ungutes Gefühl kroch der jungen Frau die Beine entlang. Von den Zehenspitzen, über die Knöchel hinauf zu den Oberschenkeln bis ins Rückenmark. Der Trupp war fast auf Augenhöhe bei den beiden, als Kha Akiko schützend hinter sich ließ, seinen Arm augestreckt um ihr zu verdeutlichen, dass sie hinten bleiben sollte. Manchmal glaubte sie, dass er ihr gar nichts zutraute.
Diese Geste war zwar führsorglich, doch wohl etwas übertrieben. Kha hatte sich wohl kaum mit dieser Armee angelegt und auch Akiko wusste ganz genau, dass sie sich niemals mit solchen Leuten angelegt hatte. Man machte sich die Arbeit nicht schwerer als unbedingt notwendig. In der Räuberbande war nicht das Töten oder Kämpfen das Ziel, gut vielleicht ein Zeitvertreib, doch wirklich wichtig für die Yosei - Räuberbande war nur die Beute.
Trotzdem, irgendetwas stimmte hier nicht. Was war in Kha gefahren?
Die Typen sahen aus, als könnte man reichlich Ärger mit ihnen bekommen, was durch die Reaktionen der Stadtbewohner auf dem Marktplatz bestätigt wurde.
Und dennoch verfolgte Kha sie mit finsteren Blicken. Da sie ein wenig seitlich hinter ihm stand konnte sie dennoch sehen, wie aus dem liebevollen und gutherzigen Jäger nun wieder dieses kalte Wesen ohne Gefühl und ohne Rücksicht an seine Oberfläche kroch. Es war nicht das erste Mal, dass er diese
‚andere’ Seite von sich ans Tageslicht ließ. Es war offensichtlich. Kha forderte diese Männer heraus. Die Frau, die inmitten der Männer marschierte, verunsicherte Akiko noch mehr. Man konnte beinahe spüren, wie ein unsichtbares Gewitter über ihren Köpfen aufzog und die Krieger anvisierte.
Die junge Frau hatte plötzlich ein ganz schlechtes Gefühl. Ihre Magengegend zog sich schmerzlich zusammen und ihr Puls steigerte sich Sekunde für Sekunde.
Er würde doch nicht…?! Oder doch?! Wenn sie ihn jetzt ansprach, würden es die anderen zweifelsfrei hören und vielleicht den Marsch unterbrechen. Und wenn sie flüsterte lief sie Gefahr, dass sie Kha nicht registrieren würde. Er schien ohnehin geistlich an einem anderen Ort zu sein. Keine der Varianten erschien ihr sinnvoll in diesem Moment, aber nichts zu tun und abzuwarten, war wohl die fatalste Möglichkeit. Wenn die Krieger seinen drohenden Blick registrierten, würden sie nicht tatenlos zusehen. Dessen war sich Akiko sicher. Gerade eben schwätzen die beiden noch über Romane und Geschichtsbücher und beim nächsten Atemzug befanden sie sich in dieser brenzlichen Situation.
Die Gedanken überschlugen sich in ihrem Kopf.
Sie holte unauffällig aus und verpasste Kha einen Ellenbogen in seinen seitlichen Rücken. Aber ob das ausreichen würde um ihn aus seiner Trance zu holen?!
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   So März 03, 2013 8:43 am

Der Jäger war in einem gefährlichen Zustand. Man konnte es wirklich gut mit den Instinkten eines Tieres vergleichen. Seine Sinne waren geschärft, seine Muskeln gespannt. Was ihn zurück hielt konnte er nicht sagen. Doch vielleicht hätte es nur eine Kleinigkeit gebraucht und er wäre wirklich wie ein Raubtier auf die Krieger los gegangen. Noch immer umklammerte seine Hand den Griff des alten, verwitterten Dolches. Er würde ihm als Reißzahn dienen. Sich tief in den Rücken seiner Feinde schlagen.
Plötzlich bekam er einen Stoß in die Seite. Der dunkelhaarige Mann schreckte sichtlich zusammen und reagierte aus einem Reflex heraus. Noch immer war er angespannt und voller Wut und Aggressivität. Blitzartig zog er den Dolch und drehte sich zum vermeidlichen Angreifer um, der ihm in den Rücken gefallen war.
Seine Augen hatten wieder jegliche Menschlichkeit verloren. Die verwitterte aber dennoch scharfe Klinge des Dolches erreichte ihr Ziel. Ohne dieses wirklich zu erkennen, drückte er sie gegen die ungeschützte Haut von Akikos Hals.
Dabei hatte er seinen Körper etwas gedreht und war in einen festen Stand über gegangen. Doch er führte die Bewegung nicht zuende. Endlich flackerte Erkennen in seinen Augen auf. Hielt er die Waffe wirklich an Akikos Kehle? Ungläubig starrte er sie an, bevor er langsam den Dolch wieder sinken ließ. Kha war völlig sprachlos. Was war mit ihm los gewesen? Zwar war ihm bewusst, das er einen Trupp jener Krieger gesehen hatte, die sein Dorf ausgelöscht hatten, doch seine Reaktionen, seine Starre und diese Hilflosigkeit hatten ihn wie in eine Trance versetzt. Er hatte keine Gewalt mehr über sich gehabt. "Was...?" ,brachte er verstört hervor. Kha blickte auf die Waffe in seiner Hand und ließ sie fallen.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Mo März 04, 2013 7:49 am

Manchmal geschah es, dass man glaubte das eigene Herz bliebe stehen und es versagte seinen Dienst, bis es schließlich doch wieder zu schlagen begann. Akiko stand starr wie eine Statur vor dem Jäger, kaum begreifend, was hier gerade geschehen war. Auch sie hatte in diesem Augenblick das Gefühl, dass ihr Herz seine Arbeit unterbrach.
Was hatte sie getan?! Ihre Augen waren weit aufgerissen, als sie den ruckartigen Druck gegen ihre Kehle spürte. Sie konnte kaum glauben, dass er nun den Dolch gegen sie richtete.
War das seine Antwort, weil sie versuchte ihn wieder wachzurütteln? Weil sie ihn aus diesem tranceartigen Zustand holen wollte? Weil sie ihn vor einer großen Dummheit bewahren wollte?! Und blitzartig war sie zu seinem Ziel geworden! Ihre Umgebung verdunkelte sich und färbte sich schwarz. Das Einzige, was sie noch erblicken konnte, war Kha. Der erste Fremde, den sie vertraut hatte. Der erste Fremde, den sie ein wenig in sich hinein blicken ließ. Der erste Fremde, von dem sie glaubte, ihn vielleicht kennen lernen zu können…
Die junge Frau stand noch genauso reglos da, mit großen, leeren Augen, als der Druck an ihrem Hals verschwand und der Dolch den Boden fiel. Plötzlich haschte ihr Körper nach Luft, da sie für einige Momente das Atmen vergessen hatte. Reflexartig fuhr sie sich mit der rechten Hand an ihren Hals. Ihr ausdrucksloser Blick wanderte zu ihrer Hand.
Rot. Blut. Sie taumelte zwei Schritte zurück. Obwohl die Schnittwunde keinesfalls gefährlich war, war Akiko doch fassungslos. Wie konnte sie versuchen jemanden zu vertrauen, der sie bei der nächst besten Gelegenheit vielleicht töten würde? Verstört starrte sie ihre Hand an und schluckte. Sie war so naiv. So dumm. Ihr langes Haar fiel in ihr Gesicht, verdeckte ihre Augen. Und dann begann sie zu lachen. Zwar leise, aber dennoch hörbar für Kha. Wie konnte sie nur auf den Gedanken kommen, dass sich irgendetwas ändern würde?! Und dabei hatte sie gerade angefangen es ein wenig zu genießen…nicht mehr so allein zu sein. Sie biss sich auf die Lippe um ihre Tränen zu unterdrücken. Er sollte sie nicht weinen sehen. Und irgendjemand anderes auch nicht. Die Truppe war inzwischen weiter marschiert und die Leute hatten sich langsam wieder in Bewegung gesetzt, um ihre Aufgaben zu erledigen. Akiko wand sich von Kha ab, den Blick noch immer gesenkt. Dann rannte sie los. Sie drängelte sich an zwei Männern vorbei und rempelte eine ältere Dame an, der daraufhin ihr Einkaufskorb aus der Hand fiel. Die Waren rollten über die Straße, doch Akiko kümmerte sich nicht darum. Wozu auch? Hatten sich denn jemals jemand um sie gekümmert? …Ja. Ihre Mutter. Aber letztendlich hatte sie sich für Ryo und nicht für Ihr Kind entschieden. Akiko rannte nur kurz auf der Hauptstraße, dann bog sie schnell in eine der engen Gassen ab.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Do Apr 11, 2013 8:05 am

Fassungslos sah er das Blut an ihrem Hals, ihre leeren, vor Schrecken geweiteten Augen...und er regte sich immer noch nicht als sie den Kopf senkte und plötzlich begann zu lachen. Dieses Lachen erschütterte ihn bis ins Mark. Es war nur leise, doch so unpassend es auch wirkte, er wusste sofort was es für Akiko zu bedeuten hatte. Kha konnte ihr wegen des gesenkten Kopfes nicht mehr in die Augen sehen, als sie sich dann umwand und davon lief.
Jetzt endlich löste sich der Jäger aus seiner Starre. "Akiko!? Wartet!!" Er wollte nach ihrem Handgelenk greifen, doch sie war schneller. Schon verschwand sie zwischen zwei Männern.
Sofort ging er in die Knie und hob den Dolch auf. Dann wollte er ihr folgen. Doch genau die beiden Männer, an denen sich das weißhaarige Mädchen eben vorbei gezwängt hatte, verstellten ihm nun absichtlich den Weg. Irritiert sah er sie an.
Mit verschränkten Armen und ernsten Mienen bauten sie sich vor ihm auf. Wütend klangen ihre Worte, als sie ihn fragten warum er eine junge Frau mit einem Dolch verletzte. Und das mitten auf dem Marktplatz. Der Jäger fand so schnell keine Worte um die Situation zu erklären. Er wollte nur schnell an ihnen vorbei um Akiko nicht aus den Augen zu verlieren. Als er an einem der Männer vorbei sehen wollte, packte ihn dieser am Kragen. Noch immer hielt Kha den blutigen Dolch in der Hand. Sollte er...?
Nein! Diese Männer handelten nicht unrecht. Er hatte die junge Frau attackiert. Sie sogar verletzt und das grundlos! So wehrte sich der Schuldige nicht, als ihm der Mann einen Fausthieb in die Magengrube verpasste. Als er mit einem Keuchen in die Knie ging, folgte ein Schlag ins Gesicht der ihn nieder streckte. Der andere Mann verpasste ihn noch einen Tritt in die Seite, als sie mit drohenden Worten ihm rieten von dem Mädchen fern zu bleiben. Dann waren auch sie in der Menge verschwunden. Die Leute die anfangs noch Interesse an diesem Geschehen gezeigt hatten, gingen wieder ihren Absichten nach. Kha blieb am Boden liegen. Zusammengekrümmt und schweigend. Das geschah ihm recht und es reichte immer noch nicht aus um ungeschehen zu machen, was zuvor passiert war. Akiko hatte sich sein Vertrauen gewünscht und er hatte ihres nun sicher für immer verloren...
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Do Apr 11, 2013 9:45 pm

Die junge Frau warf keinen Blick zurück. Ziellos eilte sie durch mehrere Gassen hindurch, während sie ein paar einzelne Tränen verlor, die sie jedoch schnell wegwischte. Sie fühlte sich hundeelend. Sie hatte sich ein reichlich Stückchen vom Markt entfernt, als sie ihren Schritt verlangsamte und tief durchatmete. Die kleinen Häuschen standen hier nicht mehr ganz so eng beieinander wie im Zentrum der Stadt und es liefen auch bedeutend weniger Menschen umher. Das war Akiko recht. Sie brauchte etwas Raum um sich wieder selbst zu finden. Ihr fiel eine kleine, morsche Holzbank ins Auge, die vor einem alten, fast zerfallenem Häuschen stand. Schweigsam lief sie zu dieser und setzte sich vorsichtig auf die Bank. Sie knirschte, aber war dennoch stabil genug um Akikos Gewicht zu halten.
Sie fuhr sich mit ihrer Hand erneut über ihren Hals. Das Blut war getrocknet und klebte nun wahrscheinlich an ihrem Hals, denn auf ihrer Hand konnte sie kein neues Blut entdecken.
„Ich muss meinen Hals und meine Hände waschen…“, murmelte sich leise vor sich hin.
Was war nur in Kha gefahren? Wer waren diese Männer gewesen, die ihn so aus der Fassung gebracht hatten? Akiko konnte nicht so recht sagen warum, aber sie wünschte sich, dass es einen triftigen Grund für Kha’s Handeln gab. Je länger sie auf der Bank saß und nachdachte, desto mehr kam ihr der Gedanke, dass sie vielleicht zu voreilig gehandelt hatte. Es war unlogisch, das musste sie zugeben. Aber Kha war doch eigentlich kein…schlechter Mensch. Insgeheim war sie froh, dass niemand ihre Gedanken hören konnte, denn was sich hier abspielte war wirklich absurd und gegensätzlich.
Obwohl er sie verletzt hatte, begann sie zu glauben, dass keine boshafte Handlung dahinter steckte. Sie schloss die Augen und schüttelte den Kopf. Das war doch nicht normal. Verlor sie nun auch noch den Verstand?!
„Verdammt! Gib mir ein Zeichen! Oder einen Hinweis. Irgendwas!“, rief sie nun plötzlich und blickte gen Himmel. Zwei ältere Damen, die kurz vorher an ihr vorbei gelaufen waren, blickten nur verständlich zurück zu ihr und liefen dann schnell weiter. Vielleicht war sie von bösen Geistern befallen oder verrückt geworden – damit wollte hier niemand etwas zu tun haben. So lief eben das Leben in der Stadt ab. Niemand kümmerte sich um einen Fremden, wenn er ihn nicht zufällig kannte.
Akiko starrte hartnäckig weiter in den Himmel, aber nicht passierte. War ja klar. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und schloss die Augen. Wie würde sie jetzt weitermachen? Hier bleiben? Die Stadt verlassen?
Plötzlich fuhr sie fürchterlich zusammen, als sie etwas Weiches an ihrem Bein spürte.
Sie riss die Augen auf und zog reflexartig ihre Beine nach oben. Doch sogleich musste sie schmunzeln und entspannte ihren Körper. Unter ihr saß ein kleines, braun-weiß geflecktes Kätzchen, das sie mit großen Augen anschaute und miaute.
„Du hast mich erschreckt.“, sprach sie gespielt beleidigt und streichelte ihr liebevoll über den Kopf. Sogleich begann die Katze zu schnurren und schmiegte sich immer wieder an Akikos Beine. Es dauerte nicht lange, bis die Katze auf die Bank sprang und sich neben Akiko niederließ. Sie genoss die Krauleinheit sichtlich.
„Na, das gefällt dir, hm? Du bist wohl auch auf der Suche nach Gesellschaft?“, murmelte sie leise und betrachtete das Kätzchen. Es wirkte so zufrieden und glücklich. Und sie war so zutraulich. Obwohl die Katze nicht wusste, dass Akiko Tiere mochte, war sie einfach zu ihr gekommen und hatte wohl ihrem Instinkt und ihrem Gefühl vertraut.

…Ihrem Gefühl vertraut?!
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Fr Apr 19, 2013 11:10 am

Langsam erhob sich der Jäger wieder. Eine Hand lag dabei auf seinem Bauch und versuchte so den Schmerz des Schlages etwas ab zu dämpfen. Seine Lippe war aufgeplatzt. Nach der ganzen Unruhe kam ihm das rege Treiben auf dem Marktplatz nun wie ein Fluch vor. Hier interessierten sich nur sehr wenige für andere. Die beiden Männer waren die einzigen denen sein Respekt sicher war. Sie hatten Akiko in Schutz genommen ohne sie wirklich zu kennen, einfach weil sie in ihren Augen Schutz brauchte. Kha war sich aber sicher das die junge Frau sehr gut ohne die Hilfe von anderen zurecht kam. Wo sie ihm ja deutlich gemacht hatte das sie nicht viel von Männern hielt. Wobei... Er erinnerte sich an die Umarmung. An ihre tröstenden Worte. Sie kannte seine Vergangenheit. Ihr hatte er sich offenbart. Gerne hätte er auch mehr von ihr erfahren. Doch nun... hatte er alles kaputt gemacht. Mit einem Seufzen setzte er sich in Bewegung und überquerte den Marktplatz. Unbewusst folgte er genau dem Weg, den auch die Krieger genommen hatten. Bald hatte er den belebten Teil der Stadt verlassen. Ziellos und in Gedanken versunken fand er sich schließlich zwischen zwei großen Gebäuden wieder. Rechts von ihm schien sich ein Wirtshaus zu befinden. Das Haus auf der anderen Seite konnte er jedoch nicht zuordnen. Es besaß einen hohen Spitzturm und wunderhübsche Buntglasfenster. Als er an der Mauer entlang lief fand er einen kleinen fast völlig von einer hüfthohen Steinmauer umfassten Hof mit Garten hinter dem Gebäude. Hier war es ruhig und irgendwie friedlich. Mit gepresstem Atemzug ließ sich der Jäger zwischen Kräutern und Gemüse auf einer einfachen Holzbank nieder. Wie sollte es jetzt weiter gehen? Sollte er Akiko suchen? Doch was würde das bringen? Sie würde ihn nicht weiter begleiten und er konnte sie verstehen. Sollte er die Krieger suchen? Ihr Hauptquartier? Würde er sich dann rächen können? Im Moment kam ihm alles so sinnlos und haltlos vor. Doch zurück konnte er auch nicht. Es gab niemanden der auf ihn wartete. Weder Eltern, Geschwister noch Freunde. Kha stützte beide Ellbogen auf den Knien ab und legte die Stirn in seine Handinnenflächen. Immer mehr Strähnen lösten sich aus seinem Zopf als wollten sie ihn verbergen. Verzweifelt blieb er sitzen und versuchte eine Lösung zu finden.


Zuletzt von Kha Temeh am Mo Mai 06, 2013 9:48 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Di Apr 30, 2013 1:57 am

Unzählige Minuten waren an Akiko vorbei gezogen, so wie ein stiller Windhauch einfach an ihr vorbei gestrichen. Sie wusste es nicht. Ihre wirren Gedanken brachten sie kein Stückchen vorwärts, sodass sie schließlich aufstand. Das süße Kätzchen war nicht mehr bei ihr. Ein älterer Herr, dessen Unterkunft am Ende der langen Gasse lag, hatte nach ihm gerufen. Entgegen Akikos Vermutung hatte die Katze also ein zu Hause.
Akiko zwang sich, ihre Beine in Bewegung zu setzen. Es brachte ihr nichts, Trübsal zu blasen. Sie war doch schon öfters alleine, das war sie doch gewohnt. Genau genommen hatte sich nichts geändert. Sie würde nach vorne sehen, so wie sie es schon immer tun musste. Auch wenn es ihr diesmal besonders schwer fiel. Ihre müden Beine trugen sie ziellos durch die Gassen der Stadt. Sie musste sich eine Unterkunft suchen, denn bei dem Gedanken daran in der fremden Stadt irgendwo draußen zu schlafen, lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Das wäre wirklich nur der letzte Ausweg, wenn sich keine andere Alternative auftun würde. Doch Akiko ahnte schon, dass es ohne Geld schwierig werden würde…und wo sollte sie bis heute Abend welches verdienen?
Früher hatte sie diese Probleme nicht. Eigentlich hatte sie sich geschworen, ihr altes ich abzulegen….aber wenn sie anders nicht an Geld kam, dann wusste sie, was sie tun würde.
„Ich muss Wasser finden“, murmelte sie zu sich selbst. Sie ging davon aus, dass ihr Hals noch voller getrocknetem Blut war und das würde die Kommunikation zu den Einwohnern von Tinae nicht gerade vereinfachen. Die Seitenstraßen füllten sich wieder mit Leben, einige Kinder spielten in den Hinterhöfen und der Geräuschpegel stieg merklich an. Vermutlich befand sie sich in der Nähe des Marktplatzes. Ob Kha noch dort war?...Nein. Wohl kaum. Dafür war sie zu lange weg gewesen. Außerdem war er ihr nicht gefolgt und vielleicht war das auch besser so. Akikos Ziel war gegenwärtig der Brunnen auf dem Marktplatz, um sich zu waschen. Im Wald gab es überall kleine Bäche und Pfützen, aber hier in der Stadt war selbst etwas so einfaches wie Wasser schwerer zu finden.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Mo Mai 06, 2013 9:50 am

Sein Zeitgefühl verloren, sah Kha in den Himmel und dachte nach. Was würde er tun wenn er erneut den Kriegern begegnete? Würde er wieder wie erstarrt stehen bleiben? Hilflos seiner Angst ausgeliefert? Oder wurde er gar zum Attentäter? So wie er auch auf Akiko los gegangen war? Schuldbewusst senkte der Jäger den Blick und zog seinen Dolch. An der Klinge war kaum noch Blut zu finden. Dennoch erinnerte er sich an den Anblick. An Akikos Gesicht. Das Entsetzen und Unverständnis in ihren Augen.
Er war ein Tier. Instinktgesteuert und unberechenbar. Gedankenverloren fuhr er mit dem Daumen über die verwitterte Klinge. Nie hatte er mit dieser Waffe einen Menschen verletzt. Der Dolch war für ihn ein liebgewonnenes Utensil geworden. Er hatte sich mit ihm Nahrung beschafft, in langen, kalten Nächten mit ihm Figuren am Lagerfeuer geschnitzt und....er hatte mit ihm verliebte Kritzeleien in Baumstämme geritzt, als Feh noch lebte.
Das er Akiko verletzt hatte war wie ein Verrat. An ihr, an sich und an diesem Dolch. Mit einem Seufzen nahm er die Klinge zwischen Zeige- und Mittelfinger, schwang sie ein paar mal vor und zurück, holte aus und warf. Einen Holzpfahl getroffen, blieb das Metall darin stecken. Nicht weit von ihm, hörte er leises Getuschel. Bei genauerem Hinsehen, erkannte er zwei Haarschöpfe hinter der hüfthohen Steinmauer im Hinterhof. Leise aufgestanden, näherte er sich diesen. So konnte er auch nach und nach mehr von dem Gespräch verstehen.
„Sei kein Feigling! Er wird dich bestimmt nicht verfluchen.“ ,flüsterte der Junge, dessen Haarschopf dunkelbraun war. „Mein Vater sagt aber das diese Wanderkünstler zaubern können. Du hast doch gesehen wie er das Messer geworfen hat!“ ,erwiderte der Bursche mit dem rotblonden Haar. Die beiden Kinder waren etwa um die 10 Jahre alt und knieten hinter der Mauer, sicher das man sie weder sehen noch hören konnte.
Kha drehte sich etwas seitlich und setzte sich auf die Mauer, unweit der beiden Spione. Diese hatten ihn noch nicht einmal bemerkt. „Das war kein Zauber. Er hat nur gut gezielt. Vielleicht ist er ein Mörder?“ ,schlussfolgerte der Dunkelhaarige und beide erschauderten bei dem Gedanken.
Er? Ein Mörder? Vielleicht war das gar nicht mehr so abwegig? Doch er wollte den beiden Jungen keine Angst machen. „Mir wäre Zauberer schon lieber.“ ,sagte er unvermittelt und die beiden Knaben fielen vor Schreck fast übereinander. Auf dem Hosenboden von ihm weg gerutscht starrten sie den Jäger verstört an. „Du sprichst unsere Sprache!?“ ,gab der Dunkelhaarige erstaunt von sich. Kha lächelte leicht. „Ich kann jede Sprach die es gibt.“ ,sagte er und erhob sich wieder. Neugierig geworden, krabbelten die Jungen bis zur Mauer und sahen hinüber um ihn beobachten zu können. Er trat an den kleinen Brunnen heran und ließ den Holzeimer an seiner Kette ins Dunkel hinab. „Soll ich euch einen meiner Zauber zeigen?“ ,fragte er die Lausbuben und winkte sie zu sich. Unsicher und hin und her gerissen sahen die beiden sich an. Schließlich erhoben sie sich und kletterten über die Mauer zu ihm hinüber. Der Rotblonde blieb dicht hinter seinem Freund.
Kha drehte an der Kurbel um den nun vollen Eimer wieder hoch zu holen. Diesen auf den Brunnenrand gestellt, nahm er die Holzkelle die sich an den Brunnen gelehnt befand. Mit ihr schien man die Pflanzen des kleinen Gartens zu bewässern. Er brauchte nur ein wenig Wasser und schöpfte dieses mit der Kelle heraus. Die Jungen waren inzwischen vor lauter Neugierde nahe heran gekommen und verfolgten jede seiner Bewegungen. Die mit Wasser gefüllte Kelle legte er ebenfalls behutsam auf dem Brunnenrand ab.
„Wartet, ich muss zuerst noch meinen Zauber frei lassen.“ ,sagte der Jäger und öffnete das kleine Ledersäckchen das er am Gürtel trug. Kurz sah er hinab, als würde er in dem kleinen Behälter etwas suchen, flüsterte ein paar unverständliche Worte und ließ Zeige- und Mittelfinger kurz darin verschwinden. Dann band er das Säckchen wieder zu. Den Jungen seine leeren Hände gezeigt, nickte er zur Kelle. „Ich werde euch nun zeigen das ich dieses Wasser in blaues Blut verwandeln kann.“ ,verkündete er. Er hob die Kelle und hielt sie direkt vor die Gesichter der beiden Neugierigen. Diese starrten regelrecht auf das klare Wasser. Dann nahm Kha den Zeigefinger und berührte mit ihm nur ganz leicht die Wasseroberfläche. Sofort breitete sich das blaue 'Blut' aus. Den Jungen standen die Münder offen. Wenige Augenblicke später war das Wasser in der Kelle dunkelblau. „Nun, wer von euch traut sich denn dieses blaue Blut zu trinken?“ Sofort wichen die Burschen zurück. „Niemand?“ ,hakte er nach und führte die Kelle dann langsam zu seinem Mund. Noch immer klebten die Blicke der beiden Kinder regelrecht an ihm. Er zögerte kurz, trank dann aber das Wasser aus. Ihnen die leere Kelle gezeigt, legte er sie zurück. „Glaubt ihr mir nun das ich ein Zauberer bin?“ ,fragte er und erntete ein deutliches Nicken von beiden. Da er von seiner Mutter ein paar Grundladen des Stofffärbens gelernt hatte, war dieser Trick sehr einfach gewesen. In seinem Beutel hatte er noch Färbepulver das aus einer besonderen Pflanze gewonnen wurde. Nur ein kleines Körnchen dieses Pulvers am Finger reichte aus um das Wasser zu verfärben. Doch das Mittel selbst war ungiftig. Es hatte ausgereicht die Jungen in Staunen zu versetzen. Kha ging zum Holzpfahl und zog seinen Dolch heraus. Ihn wieder an seinem Gürtel befestigt, richtete er den Bô-Stab auf seinem Rücken, griff nach der dicken Bärenfelljacke und wollte den kleinen Garten Verlassen.
Der Junge mit dem rotblonden Haar lief ein paar Schritte in seine Richtung. „Wo wollt ihr jetzt hingehen Zauberer?“ ,fragte er mit dünner Stimme. Kurz hielt der Jäger noch einmal inne ohne sich um zu drehen. Ja wo wollte er jetzt hin? Er hatte seine Entscheidung getroffen. „Ich werde meine Begleiterin suchen. Eine schlaue, wunderhübsche Elbin.“ ,verkündete er. Ein leises 'Ohh!' war von den beiden zu hören. Dann kamen sie zu ihm gelaufen und sahen ihn bittend an. „Dürfen wir ihnen helfen Zauberer? Wir werden ihre Begleiterin finden!“ ,sagten sie entschlossen. Kha kam nicht umhin leicht zu schmunzeln. „Sehr gern. Ihr werdet sie schnell erkennen. Sie hat langes, weißes Haar, smaragdgrüne Augen und eine schlanke Statur.“ ,verriet er ihnen. Freudig strahlten die beiden sich an. „Ich werde auf den Marktplatz gehen um sie zu suchen. Solltet ihr sie finden, werde ich dort auf euch warten.“ Schon rannten die Burschen los. Fest entschlossen die Elbin zu finden. Der Jäger wollte Akiko nicht aufgeben. Er hatte einen Fehler gemacht der so nicht wieder gut zu machen war. Dennoch hoffte er auf ihre Vergebung. Nur gemeinsam würden sie sich in dieser Stadt zurecht finden. So machte er sich auf den Weg zurück auf den großen Marktplatz um dort nach ihr Ausschau zu halten.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Di Mai 07, 2013 7:28 am

Glücklicherweise hatte es nicht all zu lange gedauert, bis Akiko den Brunnen wieder gefunden hatte. Viele Händler und Kaufleute, sowie Bäuerinnen und Kinder überquerten den Marktplatz. Obwohl niemand Akiko ansprach, empfand sie doch das Geschehen um sich herum hektisch und unnatürlich.
Es war sehr ungewohnt für sie so viele Menschen auf diesem engen Raum zu sehen. Aber keiner von Ihnen schien sich ähnlich gestört zu fühlen wie Akiko. Sie seufzte leise und begann ein wenig zu zweifeln, ob sie sich irgendwann an einem Platz genauso heimisch fühlen konnte, wie es scheinbar die Bewohner von Tinae taten. Zaghaft lehnte sie sich über die Mauer des alten Brunnens und betrachtete ihr Spiegelbild. Im Gegensatz zu den Frauen die hier mehr oder weniger bewusst ihren Weg gekreuzt hatten, war Akikos Haut viel dunkler. Und ihr weißes Haar war auch alles andere als gewöhnlich. Der jungen Frau waren bislang nie solche Gedanken aufgekommen, doch jetzt viel ihr auf, dass sie wirklich etwas befremdlich aussah. Doch das Rätsel um ihre Herkunft, ihre wahren Eltern und ihren Geburtsort würde man wohl kaum lüften können. Akiko streckte ihre Hände in das kühle Nass, während ihr Spiegelbild verschwamm. Ein angenehmes Gefühl. Sie wusch sich zunächst ihre Hände und befreite dann ihren Hals von den letzten Blutresten. Sie glaubte nicht, dass es irgendjemandem aufgefallen war, denn dafür hätte man genauer hinsehen müssen. Trotzdem fühlte sie sich um einiges befreiter. Ihr Zeigefinger fuhr über die Schnittwunde. Sie war zu spüren, aber nicht groß und kein Grund sich ernsthaftere Gedanken darüber zu machen. Schlimmstenfalls würde vielleicht eine Narbe zurückbleiben. Und was war schon eine weitere Narbe? Akiko hatte schon unzählige an ihrem Körper, wenn auch die meisten aufgrund ihrer Kleidung nicht sichtbar waren. Das Leben im Wald war nicht ganz ungefährlich und kleinere Verletzungen durch Stöcke, abgebrochene Äste, Felsen und ähnliches waren kaum vermeidbar.
Nur eine Narbe quälte sie ernsthaft. Die Narbe neben ihrem linken Auge, die Ryo ihr damals zugefügt hatte, als Akiko ihrer Mutter helfen wollte. Es war das erste mal, dass sie sich ihm in den Weg gestellt hatte. Und obwohl auch diese Wunde geheilt war, glaubte Akiko hin und wieder einen Schmerz zu spüren. Für einen winzigen Moment genoss sie noch das kalte Wasser an ihren Händen, dann stand sie auf und blickte über den Marktplatz. Insgeheim war sie sehr froh, dass ihre Mutter ihr das Lesen gelernt hatte. Das sollte sich jetzt als sehr hilfreich herausstellen. Bestimmt lief sie los und begann zunächst die Häuser direkt am Markt zu begutachten. Es gab eine Bäckerei, einen Gemüsehändler, Verschiedene Lädchen mit Stoffen und Kleidern, sowie auch das eine oder andere Wirtshaus. Noch waren die Gasthäuser nahezu leer, doch Akiko war sich sicher, dass sich dies mit dem Untergang der Sonne schlagartig ändern würde. An einigen Kneipen stand der Preis für die Übernachtung an einem hölzernen Schild oberhalb der Eingangstür. Der jungen Frau verging der Gedanke nach einer Arbeit schnell. Die Übernachtungskosten waren in ihren Augen so hoch, dass man Tage dafür hätte arbeiten müssen. Und dieser Tag zählte nur noch wenige Stunden. Also würde sie tun, was sie schon immer getan hatte. Aber war das richtig? Sie hielt inne und zögerte. Schließlich verdrängte sie aber ihr schlechtes Gewissen und hielt Ausschau nach einem wohlhabenden Mann, der ihr Ziel werden sollte. Anhand der Kleidung war leicht zu filtern, welche Personen etwas wohlhabender waren und welche nicht. Es dauerte nicht lange, bis die Diebin eine geeignete Person gefunden hatte. Er unterhielt sich gegenwärtig mit zwei Kaufleuten, die einen ähnlich hohen Rang wie er zu haben schienen. Akiko hielt Abstand, behielt ihn aber unauffällig im Auge. Sie hatte Glück, denn das Gespräch dauerte nicht mehr lange an, bis sich die Herren mit einem kräftigen Handschlag voneinander verabschiedeten und jeder seines Weges ging. Und so folgte auch Akiko dem Kaufmann in eine der vielen Seitenstraßen. Noch waren viele Leute unterwegs, sodass es nicht auffallen würde, wenn sie den gleichen Weg ging wie er.
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Kha Temeh
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Do Mai 09, 2013 7:51 am

Trotz der verworrenen Wege fand Kha recht schnell zurück zum großen Marktplatz. Die Lieder der Straßenmusikanten waren wie ein unsichtbarer Faden der ihn durch die Straßen leitete. Am Rande des Platzes blieb der Jäger noch mal stehen und sah sich um. So auf Anhieb konnte er den hellen Haarschopf von Akiko nicht erkennen. Aber das wäre auch zu einfach gewesen. Sie war ja vom Marktplatz fort gelaufen. Prüfend blickte Kha sich noch einmal zu allen Seiten um und trat dann in die Menschenmenge. Auch er war solche Ansammlungen nicht gewohnt. Schon die größeren Dörfer am Fuße des Gebirges hatten ihm imponiert. Aber diese Ausmaße waren gewaltig.
Im Gesicht des Jägers konnte man noch die Spuren des Schlages sehen, den ihm der Mann verpasst hatte. Doch er spürte sie kaum. Er hatte schon schlimmeres überstanden und war immer noch der Meinung es verdient zu haben. Dennoch hoffte er den Kerlen nicht noch einmal über den Weg zu laufen.
Nachdem er ein paar enger werdende Kreise um das Zentrum des Marktplatzes gelaufen war, lehnte er sich gegen die große Holzbühne auf der sich der Galgen befand. Es wurde bald Mittag und sein Magen verriet ihm, das er wieder etwas zu ich nehmen sollte. In Tinae sollte alles anders werden. Man konnte überall etwas zu essen bekommen, es gab unzählige Gaststätten und viele Menschen die seine Fragen vielleicht beantworten konnten. Doch was ihm fehlte war das, was in dieser Stadt enorm wichtig war. Geld. Sein Blick fiel auf die dicke Felljacke die er wegen der für ihn hohen Temperaturen nicht mehr brauchte. Vielleicht konnte er mit ihr etwas verdienen. Er hatte oft die Händler in seinem Dorf beobachtet und glaubte zu wissen wie er verhandeln musste. So ließ Kha den Blick schweifen bis er einen Stand gefunden hatte. Ein Ehepaar verkaufte Stoffe und fertige Kleidungsstücke. Darunter auch ein paar Jacken. Er ging auf den Stand zu und sprach die Frau direkt an. Ihr seine Jacke angepriesen, sah sie sich das Stück prüfend an. Sie bemängelte natürlich sogleich die Naht an der Brust die noch vom Dolchstoß sichtbar war. Doch Kha konnte sie überzeugen das die Naht sehr gut und dicht war. Er musste wirklich regelrecht kämpfen um den Preis nicht drücken zu lassen. Er gab sogar vor den Verkauf zurück zu ziehen, als die Frau endlich einlenkte und den von ihm geforderten Preis zahlte. Dankend verbeugte er sich und steckte die Münzen ein. Die Frau schien ebenfalls zufrieden. Bärenfell war selten und welches dieser Art gab es im Tal kaum. Dafür würde sie sicher viel bekommen. Kha fühlte sich mit dem für seine Verhältnisse vielen Geld etwas unwohl. Den Ledersack etwas fester an seinen Gürtel gebunden, schob er den dunkelbraunen Überwurf über diesen.
Inzwischen waren die beiden Jungen wie gejagt durch die Straßen gerannt. Sie mussten diese Elbin finden und waren fest entschlossen. Es war für sie wie ein Spiel. Sie lachten und redeten während sie rannten. Plötzlich blieb der Junge mit den rotblonden Haaren schlagartig stehen und zog seinen Freund am Arm zurück. "Sieh dort!" ,rief er triumphierend und deutete die Straße hinab. Dort war es, das weiße Haar! Das musste sie sein! Tatsächlich sahen sie nur das Haupt von Akiko, da sie grade hinter einem Mann lief. Kurz warfen die Jungen sich einen vielsagenden Blick zu bevor sie auch schon auf sie zu stürmten. Wie um einen Maibaum tänzelten sie aufgeregt um die junge Frau herum. "Wir haben sie gefunden!" ,riefen sie wie im Chor. Von Angst keine Spur. Das sie grade das Vorhaben der Diebin vereitelt hatten wussten sie nicht. Der Junge mit den dunkelbraunen Haaren baute sich vor Akiko auf. "Bitte kommen sie mit uns. Ihr Begleiter, der Zauberer sucht sie überall." ,sprudelte es atemlos aus ihm heraus. Der andere Knabe nickte eifrig. "Und wir haben sie gefunden. Da wird er sich bestimmt freuen!" Schon ergriffen beide je eine Hand der Überrumpelten und ließen ihr gar keine andere Wahl.
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Akiko Yoe
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Do Mai 09, 2013 10:13 am

Akiko entschied sich den Mann noch etwas zu verfolgen und überlegte sich gerade, wie sie ihn am besten um seinen Geldbeutel erleichtern konnte. Sie kannte viele Tricks, doch musste man immer abschätzen, wie die Person reagieren könnte und welche Variante am besten war. Natürlich liefen diese Aktionen nicht immer reibungslos ab, aber Akiko hatte so viel Übung, dass sie kein Problem in ihrer bevorstehenden Aufgabe sah. Sie entschied sich ihn noch auszurauben, bevor sie alleine mit ihm auf der Straße war. Bei den Überfallen im Wald waren sie und ihre Opfer meistens alleine, doch hier konnte sie den Vorteil der Menschenmassen nutzen. Es würde viel einfacher sein sich unbemerkt aus dem Staub zu machen. Seelisch bereits voll auf die Aktion eingestellt, wurde die junge Frau plötzlich von zwei Jungen überrascht, die sie wild und freudig umkreisten und dabei völlig aufgeregt schienen. Sie blieb zunächst irritiert stehen und wusste – mal wieder – nicht so recht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollte. Der braunhaarige Bursche flehte sie geradezu an ihn zu begleiten. Der zweite Junge, ein Rotschopf, starrte sie mit riesengroßen Augen und einem erwartungsvollen Lächeln an.
Woher die beiden kamen und was sie von Akiko wollten war ihr schlichtweg unbegreiflich.
„Wie bitte?“, fragte sie sichtlich verwirrt und blickte erst den braunhaarigen Jungen, danach den Rotschopf an. Die Jungs waren ja ganz niedlich, aber Akiko hatte dennoch kein Interesse daran mit Ihnen zu spielen. Ihr Blick ging dem Mann hinterher, der nun schon ein gutes Stück von ihr entfernt war. Sie durfte ihn nicht aus den Augen verlieren.
„Es tut mir sehr leid….“, begann sie etwas unsicher, da sie nicht so recht wusste, wie sie mit den Kindern umgehen sollte. Diesen Anfang hielt sie jedoch für recht höflich.
„Ich habe kein Zeit für euch. Und ich kenne auch keinen Zauberer. Ihr müsst alleine weiterspielen“, versuchte sie zu erklären und warf dem Kaufmann erneut einen hektischen Blick hinterher.
Sie wollte ihn nicht verlieren. Ihr Plan wurde schließlich gänzlich zerstört, als die beiden Jungen ihre Hände packten und plötzlich losrannten. Überrumpelt und irritiert wurde sie einfach mitgezogen.
Was war denn bloß in diese Jungs gefahren?! Das waren Kinder. Akiko konnte nicht so grob oder böse sein, wie sie es mit einem Erwachsenen gewesen wäre. Also begann sie auf die zwei Knaben einzureden, während sie ziemlich unfreiwillig mit ihnen lief. Den Kaufmann konnte sie abhacken.
Sie redete und redete – und zweifelte schlussendlich, dass die Jungs ihr überhaupt richtig zuhörten!
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Fr Mai 10, 2013 8:15 am

Die Knaben warfen sich nur freudestrahlende Blicke zu. Sie hatten die Elbin mit den weißen Haaren gefunden! Erst ein Zauberer und nun eines dieser sagenumwobenen Waldwesen. Dabei hatten ihre Eltern ihnen immer versucht weiß zu machen das es solche Fabelwesen wie Elfen und Zauberer gar nicht mehr gab! triumphierend schlängelten sich die Jungs wieder durch die Menge auf dem Marktplatz. Noch immer wurde Akiko wie ein Anhängsel mit gezogen. Der Zauberer hatte ihnen gesagt das er auf dem Marktplatz warten würde. Doch für die beiden 10jährigen war es gar nicht so leicht einen Überblick zu bekommen. So hielten sie erst als sie die Bühne mit dem Galgen und dem Pranger erreichten. Während der Junge mit den rotblonden Haaren unten stehen blieb und ihre 'Beute' nicht los ließ, kletterte der andere Knabe auf die hölzerne Bühne und versuchte sich einen Überblick zu verschaffen.
Kha befand sich noch nicht sehr weit weg. Der Stand war nur knapp 10 Schritte von der Bühne entfernt gewesen, so begann der Bursche auch gleich freudig zu hüpfen und winkte ihm zu. "Da ist er!" ,rief er seinem Freund und Akiko zu und kletterte wieder runter, als er sich sicher war, das Kha ihn gesehen hatte.
Dieser staunte nicht schlecht, wie schnell seine kleine Helfer Akiko scheinbar gefunden hatten. Und je näher er kam, um so sicherer war er sich. Ja sie war es! Der Jäger wurde nervös. Was sollte er sagen? Wie sich entschuldigen? Würde sie überhaupt bleiben? Kha erreichte die kleine Gruppe und versuchte seine Unsicherheit hinter einem Lächeln zu verbergen. Dabei war dieses nicht nur eine Fassade. Er war ehrlich erfreut die junge Frau wieder zu sehen. Um ungestört allein mit ihr reden zu können, musste er aber die Jungen abwimmeln. So wand er sich zuerst an diese. "Das habt ihr wirklich sehr gut gemacht! Als Dank für eure Hilfe werde ich euch etwas von meinem Zauber schenken." ,sagte er und die Augen der Kinder glänzten. Sie folgten jeder seiner Bewegungen, als der Jäger wieder den kleinen Beutel öffnete. "Streckt eure Hände aus." ,verlangte er, was beide ohne zu zögern taten. So streute er in jede Kinderhand eine kleine Priese des Färbepulvers. Kaum so viel wie in einen Fingerhut passte. "Seit sehr vorsichtig damit. Wenn ihr Wasser in blaues Blut verwandeln wollt, dann nehmt nur ganz kleine Mengen. Ihr wollt ja nicht das nachher die ganze Stadt nur noch blaues Blut trinken muss." ,erklärte er sanftmütig. Staunend besahen die Jungen den vermeidlichen Zauber in ihren Händen und schlossen diese behutsam. Wieder sahen sie einander an. "Und nun geht. Zeigt euren Freunden wie gut ihr zaubern könnt. Denkt dran, nur eine ganz kleine Priese des Zaubers reicht aus!" ,rief er ihnen noch nach, als sie auch schon davon rannten. Den Beutel geschlossen richtete sich Kha wieder auf und war nun mit Akiko mehr oder weniger allein. Doch die Leute um sie herum nahmen keine Notiz von ihnen, solang nichts geschah. Nur zögerlich hob der Jäger den Blick und sah Akiko schließlich ins Gesicht. Einige Atemzüge schwieg er, als suche er nach Worten und müsse diese erst aus sich heraus holen. Er öffnete den Mund, doch es war kein Laut zu hören. Dann legte er die Lippen wieder aufeinander und wollte einen neuen Versuch starten. Kurz sah er zur Wunde an ihrem Hals.
"Akiko bitte verzeiht mir. Der Angriff galt ganz sicher nicht euch! Ich wusste nicht was ich tat.", brachte er schließlich hervor und senkte schuldbewusst das Haupt vor ihr.
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BeitragThema: Re: Hauptstraße Kirena   Sa Mai 11, 2013 3:05 am

Das Rätsel um den geheimnisvollen Zauberer war gelöst. Kha war derjenige, der sich dahinter verbarg. Akiko begann zu verstehen, obwohl sie nicht wusste, wie Kha die Kinder motiviert hatte sie zu suchen. Schweigend betrachtete sie die drei, während Kha jedem der Jungen etwas von dem „Zauberpulver“ gab und diese schließlich davonrannten. Dann wand er sich zu ihr. Akiko blieb unsicher stehen. Im ersten Moment wollte sie geradewegs an ihm vorbei laufen, doch dann entschied sie sich ihm wenigstens zuzuhören, nachdem er nach ihr gesucht hatte. Doch er schwieg, genauso wie Akiko. Sie versuchte die Proteste ihrer Beine zu ignorieren, die ihr befahlen sich auf dem schnellsten Weg aus dem Staub zu machen. Schließlich begann er sich zu entschuldigen, doch Akiko nahm seine Worte nur halbherzig war. Die Erinnerung an ihre Verfolgung trat ihr in den Sinn. Ryo’s Befehl sie zu töten und die anschließende Jagd der beiden Räuber. Eine Jagd, die beinahe ihr Ende bedeutet hätte. Diesen Wettlauf hatte sie gewonnen und die Räuber waren weit weg von ihr, doch sicher schien sie auch hier nicht zu sein. Als nächstes schoss ihr das Bild vor Augen, wie Kha ihr die Klinge seines Dolches an die Kehle drückte. Alles war so schnell gegangen. Zu schnell, um irgendwie zu reagieren. Bei Ryo und den Räubern war sie stets auf der Hut, doch Kha hatte sie angefangen zu vertrauen. Und das machte sie unachtsam. Mit etwas mehr Schwung hätte er sie lebensgefährlich verletzten können. Das war ihr bewusst. Sie durfte es nie wieder so weit kommen lassen. Irgendwann würde sie ihr `Glück` verlassen. Ihre Hand bildete eine Faust und sie atmete tief durch.
Kha`s Worte hatte sie nur oberflächlich wahrgenommen. Nun stand er gesenkt vor ihr und bat um Verzeihung. Ihr Herz rebellierte. Sie würde diesen Vorfall nicht einfach vergessen können, ganz gleich wie oft er sich entschuldigte. Sie blickte zur Seite. Wut und Trauer spiegelten sich in ihren Augen wieder.
„Warum?“ Das war das einzige Worte, dass sie mit verbitterter Stimme an ihn richtete.
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