Amanohara

die Welt liegt in Trümmern, wer wird sich um sie kümmern? Wer wird sie beherrschen? - deutschsprachiges Fantasy-RPG
 
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Wetter und Zeit

Es ist Morgen, 7.00 Uhr

Nach einer klaren Nacht ziehen nun von Osten her Wolken auf. Über dem nördlichen Meer braut sich eine Front zusammen, die auch bereits von der Küste aus zu sehen ist. Es herrscht ein feuchter Ostwind.
In Tinae geht etwas verspätet die Sonne auf, noch wird der Himmel lediglich von einzelnen Schäfchenwolken bedeckt.
In der Höhe liegt Raureif bei spätwinterlichen Temperaturen, auf tieferen Ebenen ist es trocken und etwas wärmer bei leichtem Südostwind.
Im Südenwesten ist es vorläufig noch klar und es ist ein schöner Sonnenaufgang zu geniessen.
Was gerade los ist
Ereignisse & Plots

Ereignisse:
Die Gildenkämpfe haben sich gelegt, doch die unmittelbaren Folgen sind deutlich sichtbar: verbarrikadierte, beschädigte oder sogar abgebrannte Häuser und unzählige Verletzte. Die Säle der Heilergilde sind zum Bersten voll und es fehlt an fast allem: Material, Platz und Helfer. Jede helfende Hand ist sofort willkommen.
Die Aufräumarbeiten sind schneller angelaufen, aber auch hier könnten zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht werden.
Zudem wollen manche Gilden ihre Position verstärken und sind nun auf der Suche nach neuen Mitgliedern.

Plots:
- Eine Elfe in Amanohara?
- Wir waren es nicht!
- Mirars Vermächtnis
- Rekruten gesucht
- Gelehrte verschollen

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 Daewyn Eilvain Orlemitore'al

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AutorNachricht
Daewyn
Gildenmitglied der Diebesgilde
Gildenmitglied der Diebesgilde
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Anzahl der Beiträge : 202
Anmeldedatum : 12.10.10

Charakterinfos
Beruf: Diebin
Waffen: Katana
Weitere Accounts: Safnir, NSC

BeitragThema: Daewyn Eilvain Orlemitore'al   Mi Nov 10, 2010 1:03 am

Vorname: Daewyn Eilvain (Spitzname: Dwyn)
Nachname: Olremitore'al
Alter: 27
Geschlecht: weiblich

Rasse: Mensch
Aussehen: Eine sportliche, elegante und weibliche Figur würde den Körperbau von Daewyn wohl am besten beschreiben. Sie ist mit einer stattlichen Körpergrösse gesegnet und angenehm anzusehen. Ihre blauen Augen, die mit dünnen, grauen blitzähnlichen Mustern durchzogen sind, und ihre helle Haut sind ein grosser Kontrast zu ihren rabenschwarzen Haaren... In Wahrheit hat Daewyn jedoch blonde Haare. Da sie jedoch immer, wenn sie in den Spiegel sah, ihre Mutter darin erkannte (sie sieht ihrer Mutter sehr ähnlich und das mag sie überhaupt nicht), suchte sie nach einem Weg, sich so zu verändern, dass sie diesen Anblick nicht mehr ertragen musste (denn sie mag ihre Mutter nicht, milde gesagt).Schliesslich schaffte es ein Alchemist nach mehreren Fehlversuchen an Haarproben (die eine war sogar zu einer stinkenen, blauen Masse geschmolzen), ihren Haaren eine schwarze Farbe zu verpassen. Seither erträgt sie ihr Spiegelbild wieder einigermassen.
Sie trägt meist eher körperbetonte Kleidung, die jedoch bequem ist und das Kämpfen mit dem Schwert nicht behindert. Ihr favorisiertes Outfit besteht aus ihren schwarzen Stiefeln, einer ledernen Hose ebenfalls schwarz), einem feinmaschigen, roten Oberteil ohne Ärmel und grosszügigem Ausschnitt und einer Lederjacke mit sehr weitem Kragen. Folglich ist auch bei der Kleidung Schwarz ihre bevorzugte Farbe. Sie ist ausserdem eine absolute Hosenträgerin (ebenfalls wegen ihrer Mutter, die ein sehr grosser Fan von Spitzenkleidchen war).
Untermalt wird ihr eher dunkles Aussehen durch einen silbernen Ring mit einem eingelassenen schwarzen Obsidian. Den Ring hatte sie bei einem von ihren Streifzügen mitgehen lassen. Ursprünglich wollte sie ihn verkaufen, doch irgendwie gefiel ihr der Stein und sie behielt ihn. Ausserdem sieht man an ihrem Hals eine längliche, vertikale dünne Narbe, die von einem Kampf stammt. Weitere Narben hat sie an ihren Handgelenken, die sie allerdings mit Handgelenksschützern bedeckt. Diese Narben stammen von ihrem zweiten Selbstmordversuch.

Ausrüstung: Daewyn trägt auf ihren Reisen einen schwarzen Lederrucksack mit sich, in der sie all ihre überlebenswichtigen Gegenstände verwahrt. Dazu gehört ein kleiner Sack mit Münzen, allfälliger Proviant, ein Umhang (wenn sie ihn nicht gerade trägt), eine Zunderbüchse, Material um ihre Aufträge auszuführen und die Silbermünzen der Diebesgilde, die sie bei jedem erfolgreichen Auftrag am 'Tatort' hinterließ. Außerdem verstaut sie auch ihre Flöte in dem Rucksack. Die Flöte ist aus schwarzem (man, schon wieder...) Bambus geschnitzt und sorgfältig mit Seilen zusammengebunden worden. Die Flöte ist eine Art Panflöte mit verschieden langen Röhrchen. Die Röhrchen sind ihrerseits noch mit weißen Gravuren dekoriert. Was die Zeichen bedeutete, weiß Daewyn nicht. Daewyn besitzt außerdem lederne Schulterpolster und lederne Handgelenksschützer. (Welche Farbe die wohl haben? ...) An ihrem Gürtel befindet sich ihr bisher wertvollstes Diebesgut: Ein Katana. Das Katana ist eigentlich ziemlich normal: Es ist durchschnittlich lang, hat eine ziemlich scharfe Klinge und einen schwarzen Griff (wie überraschend). Sie hatte einen reichen Adeligen darum erleichtert. Ausserdem besitzt sie noch einen kleinen, silbernen Dolch. Er war ihre erste Waffe in der Diebesgilde.

Soziales Umfeld:
Eltern:Daewyn hatte bereits mit 10 Jahren einen Weg gefunden, um sich von ihren Eltern loszusagen und war selbstständig geworden. Sie hatte keine gute Beziehung zu ihren Eltern, die sie immerzu gezwungen hatten, das zu tun, was sie verlangten.Ihr Vater war äußerst streng und nie mit ihr zufrieden gewesen. Er selbst kam aus einer Händlerfamilie und hatte seine bestimmende Art bereits in die Wiege gelegt bekommen. Als sein Vater bei einem Überfall seiner Karawane getötet wurde, ging das Familiengeschäft an ihn. Er war der perfekte Mann dafür: ein äußerst großer Sturkopf und er konnte selbst einem Bären einen Menschen aufbinden. Ihre Mutter war eher von der passiven Sorte: Sie kümmerte sich nicht viel darum, was ihre Kinder taten, sondern eher für sich selbst und ihren Schmuck. Vielleicht auch noch um die Frau eines Bekannten, die sich gerade ein neues Kleid zugelegt hatte. Es ist Daewyn immer noch ein Rätsel, wie zum Teufel sich die beiden kennen gelernt hatten, oder wohl eher noch, warum sie geheiratet hatten. Heutzutage kann man das, was zwischen ihnen war, wirklich nicht mehr als 'Liebe' bezeichnen.

Bruder Tresnar: Der größere Bruder von Daewyn, Tresnar genannt, wurde in ihrer Familie stets bevorzugt. Als männlicher Nachfolger dieser Familie wurde er in das Familiengeschäft eingeweiht und von Tag zu Tag dem Vater ähnlicher. Schließlich, als er 15 und Daewyn 10 Jahre alt war, war er bereits so weit, dass er Daewyn ebenfalls herumkommandierte: Daewyn hatte keine Chance, da er ihr körperlich überlegen war und musste tun, was man von ihr verlangte. Zu ihrem Bruder hat sie folglich auch keine sonderlich gute Beziehung.

Aeltas: Aeltas, Daewyn nannte ihn stets nur Ael, war der einzige Grund, weshalb sie es so lange in ihrer Familie ausgehalten hatte. Er war gut 3 Jahre älter als sie.Wie sie auf ihn traf, kann man in der Biographie nachlesen. Ael war für Daewyn eine sehr wichtige Person. Er half ihr, ihr Leben neu zu ordnen und gab ihr den Mut, von ihrer Familie loszulassen. Leider starb er jedoch mit 21 Jahren. Die Flöte, die Daewyn bei sich trägt, stammt von ihm. Er schwor ihr bereits mehrere Male, dass er die Flöte selbst geschnitzt habe. Damals war Daewyn nicht in der Lage, seinen Tod zu akzeptieren und tat so, als sei er noch immer am Leben.

Saenes Maernzea: San ist ihr Schwertkampflehrer und väterliche Ersatzfigur. Er ist gutmütig, sanft und sehr fürsorglich. San und Aeltas gaben Daewyn das, was sie bisher inihrer Familie niemals erlebt hatte: Geborgenheit, Liebe und Ruhe.
San ist ein Meister in seiner Schwertkunst und trainiert regelmäßig mit Daewyn. Als junger Mann hatte er lange in einer alten Gilde als Krieger gearbeitet, der andere Gilden überfiel und deren Schätze stahl. Diese Überfälle endeten jedoch meist blutig. Eines Tages hatte er die Nase voll von dem andauernden Eisengeruch und den damit verbundenen Blutflecken auf seinen Kleidern und er wechselte in eine Gilde, die im Grunde etwas ähnliches veranstaltete. Heute ist er ein verehrtes Mitglied der Diebesgilde, die bei ihren Aktionen nie einen Tropfen Blut vergossen... Ausser in Notfällen, und genau für diese Notfälle sollte er die Mitglieder ausbilden. Er ist momentan der Einzige, der Daewyns emotionale Seite mitbekommt.

Wohnort: Daewyn wohnt in Lenadur, die Stadt an der südlichen Küste. Sie hat sich ein Zimmer im Gildenhaus gekrallt. Zwar ist es dort meist bis spät in der Nacht laut, aber da sie ein Nachtmensch ist (schon weil ihre Hauptaktivitäten in der Nacht stattfinden), stört sie das nicht im Geringsten.
Charakter: Daewyn ist eine höfliche junge Dame, die sich sowohl verbal als auch körperlich zu wehren weiss. Sie wird erst beleidigend, wenn die Person es auch wirklich verdient hat. Sie ist sehr selbstsicher und setzt sich bewusst hohe Ziele, um sich selbst herauszufordern. Manchmal ging das allerdings auch schon daneben.In Unterhaltungen/ Auseinandersetzungen mit anderen Personen bleibt sie jedoch ziemlich oberflächlich und gibt nicht viel von sich preis. Vor allem über emotionale Dinge kann sie nicht gut sprechen. Der Einzige, der ihr bisher noch etwas über ihren Gemütszustand entlocken kann, ist San, ihr Schwertkampflehrer. Über ihre Vergangenheit spricht sie nur selten.

Daewyn ist eine eher praktisch veranlagte Denkerin, keine theoretische. Sie kann sich zum Beispiel nur schlecht Namen merken und brauchte auch einige Zeit,bis sie lesen und schreiben konnte. Bei strategischen Fragestellungen allerdings, mit denen San sie immerzu prüft, glänzt sie mit sehr guten Leistungen.

Im Grunde genommen ist Daewyn wie eine Elster: Sie interessiert sich für alles,was glänzt (oder zumindest wertvoll ist). Deshalb ist sie der Meinung, dass sie genau am richtigen Ort ist: In der Diebesgilde. Daewyn liebt den Nervenkitzel und das Adrenalin, das durch ihre Adern pumpt, jedes Mal, wenn sie einen ihrer Pläne ausführt, aber auch dann, wenn alles absolut schief läuft.

Daewyn durchlief in ihrer Vergangenheit eine psychisch sehr kritische Phase. Als ihr bester Freund Ael starb, konnte sie seinen Tod nicht akzeptieren. Es kam sogar so weit, dass sie sich Ael immer an ihrer Seite vorstellte. Man sagt dem auch: Imaginärer Freund. Sie hielt diesen Ael für real, sprach mit ihm, plante mit ihm... Schliesslich wurde er ihr zum Verhängnis, als sie ihm die Rückendeckung überlassen hatte. Ausserdem hat Daewyn bereits zwei Selbstmordversuche hinter sich, über die sie eigentlich nie spricht. Durch den Sturz bei ihrem ersten Selbstmord hatte sie sich den Arm gebrochen. Der Bruch ist allerdings nicht ganz richtig verheilt, somit ist sie in ihren Bewegungen beschränkt. Sie führt ihr Katana und den Dolch deshalb hauptsächlich mit der linken Hand. Sie hat ausserdem Angst vor Hunden – Vor allem vor Grossen. Sie hatte bei einem ihrer Streifzüge mal einen Wachhund angetroffen –Beide haben ihre Spuren beim anderen hinterlassen. Daewyn geht den Hunden jedoch so gut es geht aus dem Weg.

Ausbildung: In ihrer Kindheit hatte Daewyn sehr viele Hausarbeiten erledigen müssen - Sie ist also durchaus fähig, Essbares zu kochen und sogar zu nähen. Nachdem sie sich von ihrer Familie losgesagt hatte, wurde sie durch ihr Strassenleben zu einer gewitzten Diebin, lernte das Flötenspiel von Ael und wurde auch zu einer guten Sängerin. Als sie das Schwert, das sie auch heute noch trägt, gestohlen hatte, begann sie ausserdem mit Schwertkampftraining. Dies liegt nun schon einige Jahre zurück und Daewyn würde sich selbst durchaus als Könnerin beschreiben. Nicht unbedingt als Profi, aber ihre Technik hat sich bereits weitentwickelt. Das tägliche Training mit San bringt sie ausserdem immer weiter.

Ziele und Intentionen:
Das Ziel von Daewyn ist es, den Schatz der Schätze zu finden - und zu stehlen. In diesem Falle ist es das königliche Siegel Amanoharas. Es ist wohl der wertvollste Gegenstand in diesem Land, und auf genau diesen hatte sie es abgesehen. Doch da sie nicht die Einzige sein würde, die sich darum streiten wird, versucht sie sich erst an kleineren Gegenständen, um Erfahrungen zu sammeln, und, ganz einfach, Geld durch Aufträge zu verdienen. Die Aufträge erhält sie entweder von ihrer Gilde oder von Privatpersonen. Sie hat jedoch nicht die Absicht, auf den Trohn Amanoharas zu steigen, falls sie das Siegel wirklich finden würde. Sie würde es aber auch niemand anderem überlassen.

Biographie:

I. Ein Leben als Aschenputtel

Daewyn wurde als zweites Kind in eine gutbetuchte Händlersfamilie geboren. Sie verbrachte ihren Alltag in einem grossen Haus in Taneyd, der Stadt im Majora-Wald, zusammen mit ihren Eltern und ihrem grossen Bruder Tresnar. Bereits als kleines Kind jedoch wurden ihr amüsante Beschäftigungen wie Spielen untersagt und sie wurde dazu gezwungen, im Haushalt mitzuhelfen. Da sie noch sehr klein war, konnte sie sich nicht gegen ihre Eltern durchsetzten und hatte keine Wahl, als sich ihnen unterzuordnen und zu tun, was von ihr verlangt wurde. Ihr Vater war besonders streng zu ihr: Verhielt sie sich nicht angemessen,so folgte darauf eine Strafe. Hatte sie auch nur einen Fleck übersehen, so erhielt sie dafür eine Ohrfeige. Sie wurde eher wie eine gewöhnliche Dienstmagd behandelt als ihre Tochter - Nein, selbst der Dienstmagd ging es besser - Sie erhielt wenigstens noch Lohn.
Ihr wurde somit ihre Kindheit genommen und es wurde ihr verwehrt, sich wie die Kinder in ihrem Alter zu entwickeln. Das Gefühl der Geborgenheit wurde ihr in den ersten 8 Jahren ihres Lebens nie entgegengebracht. Stattdessen wurde ihr Hass auf ihre Familie täglich geschürt.

Daewyn war allerdings kein dummes Kind. Sie wusste mit der Zeit sehr wohl, wie sie die Regeln ihrer Eltern umgehen konnte, wie sie hinter ihrem Rücken Spass haben und vor allem wie sie ihnen Streiche spielen konnte. Die Meisten von ihnen wären eigentlich gut gegangen, wäre da nicht ihr älterer Bruder gewesen, der sie bei ihren Eltern andauernd verpetzte. Im Gegensatz zu ihr genoss ihr Bruder die Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Sie weihten ihn in das Familiengeschäft ein und nahmen ihn auf Handelsreisen mit. (Die Handelsreisen waren übrigens die einzigen Zeitfenster, in denen Daewyn mal Kind sein konnte, denn die restlichen Anwesenden waren weitaus netter zu ihr).
Ihr Bruder konnte auch tun und lassen, was er wollte, solange es niemand aus dem öffentlichen Leben ihrer Eltern mitbekam. Er wurde von den Beiden andauernd in Schutz genommen, konnte sich alles erlauben, und wenn etwas falsch lief,dann gab man Daewyn die Schuld. Ausserdem sah er Daewyn mit zunehmenden Alter nicht mehr als Schwester, sondern eher als Dienstmädchen an und behandelte sie wie ihr Vater es tat. Sie hatte selbst gegen ihren Bruder körperlich keine Chance, aber sie liess es sich nicht nehmen, ihm andauernd mit Streichen auf die Nerven zu gehen.
Wie man daraus schliessen kann, hatte Daewyn nicht gerade eine starke emotionale Beziehung zu ihrer Familie, oder wenn, dann eine negative. Sogar mit Hausstaub fühlte sie sich mehr verbunden.

II. Schicksalshafte Begegnung

Als Daewyn mit 8 Jahren mal wieder ausgebüchst war, hielt sie sich auf dem vollen Marktplatz auf. Hier gab es 1. viele Leute, unter denen sie nicht sonderlich auffiel, 2. vieles zu entdecken und 3. Essbares. Als sie zwischen den vertrauten Ständen herumlief, entdeckte sie in einer Ecke einen Jungen. Er war etwas älter als sie, hatte kurze, leicht verfilzte braune Haare, trug eine einfache, braune Leinenhose und ein weisses Leinenhemd. In seinen Händen hielt er eine Flöte, auf der er eine faszinierende Melodie spielte. Daewyn blieb stehen, lauschte gebannt und schaute dem schnellen Fingerspiel und dem Füllen des Hutes mit Geld zu. Nach einiger Überwindung ging sie zu ihm hin, setzte sich, sprach aber kein Wort. Auch der Junge sagte nichts und spielte einfach weiter. Die beiden genossen einfach die gemeinsame Zeit und den Zauber der Musik. Hätte Daewyn keine saubere Kleidung getragen, so hätte man sie für Geschwister halten können, da sie in solch einer Harmonie dort sassen. Etwa eine halbe Stunde verbrachten sie an Ort und Stelle, ehe sich der Junge erhob, das Geld in seine Tasche gleiten liess und ihr mit einem Kopfnicken deutlich machte, ihm zu folgen. Gemeinsam schlenderten sie wortkarg durch die Gassen und kletterten anschliessend auf einen Baum, der sich auf einem etwas grösseren Platz befand. "Spielst du mir nochmal etwas vor?" frage Daewyn scheu. Der Junge, der sich noch am selben Tag als Ael vorstellte, nickte nur und setzte seine Lippen wieder an die Öffnungen der Panflöte.
Daewyn blieb bis tief in die Nacht bei ihm auf dem Baum. Ihr Fehlen war allerdings in ihrem 'zu Hause' schon längstens entdeckt worden und so erwischte ihr Vater sie, als sie sich gerade das Gesicht an einem Brunnen wusch. Sie wurde wieder nach Hause geschleppt und ihrem Verhalten entsprechend behandelt.
Sie stahl sich jedoch trotz Hausarest (der ihr so oder so nichts ausmachte) immer wieder zu Ael hinaus, oder aber er kam zu ihr. Bei ihm fühlte sie sich wohl und geborgen. Er war der grosse Bruder, den sie sich immer gewünscht hatte - Ael sorgte sich um sie, nahm sie in Schutz und war für sie da, wenn es ihr schlecht ging.


III. Nicht mit ihr!


2 Jahre später hatte Daewyn ihre Familie endgültig satt. Nicht, dass sie sich nicht schon seit klein auf über sie aufgeregt hätte, doch mittlerweile schrie sie die wüstesten Schimpfwörter nicht mehr nur in ihr Kissen. Naja, eigentlich war es eine Ansammlung von Stoffresten, umhüllt mit noch mehr Stoff. Sie war ja nur die Tochter des Hauses.
Wie auch immer, je älter sie wurde, desto unerträglicher wurde es. Mittlerweile konnte selbst Ael ihr ihre nicht mehr Lebensfreude zurückgeben und Suizidgedanken machten sich in ihr breit. Es ist eine Schande, dass sie schon mit 10 Jahren soweit war. Ael machte sich von Tag zu Tag mehr Sorgen, und als sie eine ganze Woche lang nicht mehr bei ihm erschienen war, hielt er es nicht mehr aus. Mitten in der Nacht verschaffte er sich Zugang zum grossen Anwesen. Natürlich war dies nicht so einfach gewesen, da eine wohlhabende Familie nicht unbedingt Opfer von Dieben werden wollte. Ael war jedoch schon mehrere Male auf geheimen Pfaden hierher gekommen, und so war es auch dieses Mal kein allzu grosses Problem. Als er an dem Seil, das Daewyn eines Tages an ihrem Fenster für Ael angebracht hatte und glücklicherweise noch nicht entdeckt worden war,hochkletterte und durch das trübe Glas in den spärlich beleuchteten Raum blickte, hätte er aus Schreck das Seil beinahe losgelassen. Daewyn sass mit ausdruckslosen Augen auf einem Stuhl, starrte an die Wand und ihr rechter Arm und die Schulter waren sauber verbunden. Noch nie war ihm so elend geworden,als er Daewyn ansah. Ihm war klar, dass Daewyn hier weg musste. Und zwar so schnell wie möglich.

Doch dann kamen ihm Bedenken. Sehr egoistische Bedenken. Er hatte sich langsam ein Leben in dieser Stadt aufgebaut. Er hatte mit nichts begonnen, doch allmählich hatte er gute Chancen, bei einem Händler eine Lehre anfangen zu können. Er hatte sehr gute Kontakte auf dem Marktplatz geknüpft, man kannte und mochte ihn. Wenn er von hier weggehen würde, dann müsste er seine Zukunftsaussichten sausen lassen und in einer neuen Stadt wieder anfangen müssten... War sie das wirklich wert?
Ja, sie war es. Denn er hatte sich in sie verliebt. Dies war ihm erst jetzt wirklich klar geworden. Er würde nicht zulassen, dass ihr erneut etwas angetan wurde.

IV. Flucht

Am nächsten Tag bereitete er alles vor. Sie würden nicht in Saneyd bleiben können, soviel war klar. Wenn sie hier bleiben würden, kämen ihre Eltern und steckten sie wieder in ihr Zimmer. Solch ein Leben würde er nicht zulassen. Doch wo sollten sie sonst hin? Auf dem Markt begann er herumzufragen. Ein Gewürzhändler gab ihm den Tipp, dass er gerade eben einige Säcke Gewürze an einen Kaufmann verkauft habe, der damit nach Lenadur reisen wollte. Der Kaufmann war kein Unbekannter unter dem Marktvolk: Er kaufte hier regelmässig in grossen Mengen ein um die Ware in Lenadur zu verkaufen. Folglich war er hier ein beliebter Kunde, da er sein Portemonnaie um eine grosse Summe erleichterte. Er reise angeblich immer mit einem kleinen Karren. Wenn Ael Glück hätte, dann würde er ihn und Daewyn mit sich reisen lassen. Ael verabschiedete sich mit einem grossen Dankeschön und machte sich auf zum Stadttor, wo er den besagten Händler anscheinend finden würde. Tatsächlich befand sich dieser gerade beim Wächterhaus und liess sich die Erlaubnis zum Export seiner Waren von dem diensthabenden Wachmann unterzeichnen. Gegen eine kleine Summe konnte er sich bei ihm die Mitfahrt nach Lenadur erkaufen. Er hatte ihm erzählt, dass er mit seiner kleinen Schwester auf der Strasse lebe und dass sie sich erhofften, in Lenadur bei ihren letzten Verwandten ein neues Leben aufbauen zu können. Der Händler glaubte ihm zwar nicht ganz, war aber einverstanden. Zu Fuss hätten es die beiden Kinder nie geschafft.
Als letzte Massnahme ging er erneut zum Anwesen der Familie. Es war ein stetes Kommen und Gehen von Geschäftspartnern von Daewyns Eltern und allerlei anderer Leute. So viel Ael gar nicht so gross auf, als er ebenfalls das Haus betrat.Himmel, es war ja so viel einfacher, am Tag ins Haus zu kommen als nachts. Er war auf der Suche nach der einzigen Gehilfin, von der Daewyn je positiv gesprochen hatte. Sie war gut 43, hiess Claean und hielt das Haus in Ordnung.
Als eine ältere Frau mit schwarzen, gelockten Haaren und einem Muttermal auf der Nase vor ihm auftauchte, wusste er, dass sie es war. Sie war die einzige Person in diesem Raum, die eine sympathische Ausstrahlung besass. Tatsächlich war es Claean, die da vor ihm stand. Als er sich vorstellte und den Grund nannte, weshalb er hier war, verschleppte Claean den Jungen in die Küche und dort heckten sie zusammen einen Plan aus, um Daewyn wegzubringen. Auch sie war der Meinung, dass dies kein Leben für sie war und dass Daewyn so schnell wie möglich von hier verschwinden sollte.
Ael erfuhr ausserdem auch den Grund für Daewyns Verletzung: Sie hatte sich aus dem Fenster von ihrem Zimmer gestürzt. Es war jedoch nicht sehr hoch gewesen und sie hatte sich durch ihren einseitigen Aufprall nur den Arm und eine Rippe gebrochen.

In dieser Nacht war Ael nicht in der Lage zu schlafen. Schliesslich kam endlich die Zeit, in der ihr Vorhaben in die Tat umgesetzt werden sollte. Eine geschätzte Stunde vor Morgengrauen öffnete Claean das Tor zum Anwesen, eine etwas verschlafen und verwirrt wirkende Daewyn an der Hand. Ael kam herbei, legte ihr den Umhang um und versprach Claean, sich gut um sie zu kümmern. Zusammen verliessen sie das Anwesen. Keiner der beiden blickte zurück. Daewyn war noch immer das ausdruckslose Mädchen, das er vor gut 2 Tagen im Zimmer gesehen hatte. Er drückte sie fest an sich, als sie durch die leeren Strassen zogen, und hoffte, dass sich das in Lenadur ändern würde und er ihr ihre Lebensfreude wieder geben konnte.
Schliesslich waren sie am Stadttor angekommen, wo auch schon der Händler auf sie wartete. Sie waren bereits ein paar wenige Kilometer von der Menschenstadt entfernt, als Daewyns Fehlen bemerkt wurde. Sie hatten sie nicht wiedergefunden. Nun ja, sie hatten sich auch nicht allzu viel Mühe dabei gegeben...

V. Das Leben auf der Strasse

In Lenadur angekommen wurden Ael und Daewyn nicht gerade mit offenen Armen empfangen - Naja, etwas anderes hatten sie als Niemande auch nicht erwartet. Ihr Leben war um einiges schwieriger als in ihrer alten Stadt, wo Ael als Flötenspieler genügend Geld verdient hatte. Hier waren sie um einiges gieriger und behielten ihr Geld bei sich. Ausserdem war er damals nur auf sich selbst gestellt gewesen- Jetzt mussten sie zu zweit mit dem wenigen Geld klar kommen. Folglich reichte ihr ehrlich erbetteltes Geld nicht mehr. In den ersten beiden Wochen in ihrer neuen Heimat war Aels Erspartes (und das war wirklich wenig) bereits für Nahrungsmittel und 2 Decken drauf gegangen. Wenigstens war Daewyn jetzt wieder ansprechbar und nicht der leblose Zombie, den er von Claean erhallten hatte - Der Abstand zu ihrer Familie tat ihr wirklich gut, doch das behob die Geldprobleme nicht. Auch brauchten sie noch ein wenig Geld, um den Arzt zu bezahlen, der sich bereits 3 Mal um Daewyns gebrochene Knochen gekümmert hatte. Er war jedoch höflicherweise bereit, noch ein wenig auf die Auszahlung zu warten. Leider hatte Daewyns Bruch nicht ganz heilen können, da sich auf ihrer Reise niemand um ihre Verletzung kümmern konnte. So begannen die beiden zu stehlen. Anfangs war es Daewyn, die die Opfer ablenkte, während Ael sie von ihrem Ersparten trennte, da ihre Verletzung sie behindern würde - Anfangs ging es ziemlich oft in die Hose, aber von Zeit zu Zeit wurden sie besser. Als Daewyns Arm schliesslich mehr oder weniger geheilt war (sie warin ihren Bewegungen immernoch eingeschränkt und ist es heute noch), wagte auch sie sich daran, die Geldbeutel zu leeren. Sie erlernte das Flötenspiel von Ael und übte sich im Singen, um den Zuschauern mehr bieten zu können. 2 Jahre später waren die beiden jedoch bekannte Taschendiebe und sie konnten fast keine Beute mehr machen, da sich jeder, der sich ihnen näherte, auf seinen Geldbeutel konzentrierte. Dieses Schicksal hatten fast alle Diebe, die sich auf diese Weise bereicherten. Sie mussten sich also etwas anderes einfallen lassen.

VI. Die Diebesgilde

Ael und Daewyn begannen mit dem Stehlen von Gegenständen und deren Verkauf an Händler, die gerne dafür zahlten. Anfangs waren es kleinere Gegenstände wie Broschen und Schmuck, aber von Zeit zu Zeit suchten sie nach grösseren Objekten. Sie suchten geradezu die Herausforderung und liebten den Nervenkitzel, den sie jedes Mal hatten. Schliesslich sprach es sich herum, dass die beiden Diebe waren. Glücklicherweise waren sie von Wächtern und ähnlichem Gesindel bisher nie erwischt worden. Eine passende Gilde meldete sich bei ihnen, trotz ihres relativ jungen Alters von 12 und 15 Jahren: Die Diebesgilde. Um ihr jedoch beitreten zu können, mussten sie einen Auftrag ausführen, in diesem Fall war es das Stehlen einer Kristallrose, die sich im Besitz eines Sammlers befand. Daewyn und Ael waren gut für die Aufgabe geeignet: Ael hatte noch keinen Wachstumsschub durchlaufen und war für sein Alter noch immer relativ klein. Daewyn war 3 Jahre jünger, somit kleiner und zierlicher. Die beiden passten perfekt durch den Rauchabzug der Feuerstelle des Hauses.
So kletterten sie auf das Dach der privaten Residenz des Sammlers und rutschten den Kamin hinunter - Eine Erfahrung, die Daewyn niemals mehr machen wollte. Der Staub verursachte einen starken Hustenanfall bei beiden Beteiligten, der glücklicherweise jedoch unbemerkt blieb. Der alleinige Bewohner schlief seelenruhig. Der Inhaber der Kristallrose war zwar ein grosser Sammler, aber er war nicht so wohlhabend, als dass er sich auch noch Wachpersonal für seine Sammlung leisten konnte - Folglich befand er sich Nichts ahnend in seinem Bett und die beiden hatten freie Bahn.

Das Zimmer mit den Kristallen fanden sie ziemlich schnell und das Schloss war ohne Probleme geöffnet, doch das Auffinden der Kristallrose stellte sich als schwieriger heraus. Sie gingen bei ihrer Suche jedoch strategisch vor: Die Kristallrose war der wertvollste Kristall, der sich in seiner Sammlung befand, folglich würde er ihn auch dementsprechend ausgestellt haben. Ihre Aufmerksamkeit galt dem grössten Regal des Raumes, das sich gleich gegenüber der Tür befand und das man als Erstes ansah, wenn man herein kam. Tatsächlich fanden sie den Stein in diesem Regal und packten ihn ein.
Jetzt kam das Problem mit dem Fliehen. Den Kamin hinauf konnten sie nicht - Zum Klettern war er einfach zu eng. Die beiden blickten zum Fenster. Es befand sich zwar im Erdgeschoss, aber es waren Gitterfenster angebracht. Der Kerl wollte wohl, dass niemand durchs Fenster herein, respektive herauskam. Mist verdammter.
Dann eben die Türe. Die beiden mussten hier ja nur raus. Sobald sie draussen waren, wäre das Ding gelaufen, denn in den Strassen konnten sie den Sammler abhängen, falls er sie tatsächlich noch bemerken würde. Sie schlichen sich zum Eingang und schoben vorsichtig die Riegel beiseite. Sie traten aus der Türe uuuund - trauten ihren Augen nicht, als 5 vermummte Gestalten mit erhobenen Fäusten bereits auf sie warteten. Wie es schien waren ihre Informationen über Wächter nicht ganz richtig gewesen. Wie beschissen war das denn!

VII. San

Die Beiden hoben ihre Fäuste. Wenn sie die Rose nicht abliefern konnten, würden sie nicht in der Diebesgilde aufgenommen werden! Ael und Daewyn blickten sich an. Sie würden zusammen kämpfen - Beide hätten es jedoch vorgezogen, sich alleine den Kämpfern stellen um dem Anderen die Flucht zu ermöglichen. Doch da dies zu einer längeren Diskussion führen würde, wer denn jetzt gehen würde, liessen sie es bleiben. Der erste Angriff in der Dunkelheit startete auf der gegnerischen Seite und die linke Faust zielte auf Daewyns Brustkorb. Die trat jedoch geschmeidig auf die rechte Seite und rammte ihrem Gegner im Gegenzug ihre eigene geballte linke Hand in seine Magengrube. Natürlich hatte der Typ nicht nur einen Arm und so kam ihr doch noch seine Rechte entgegengeflogen und traf sie seitlich in der Hüfte. Der Schlag von vorhin schien ihm nichts ausgemacht zu haben – Aufgrund der Bauchhärte schloss Daewyn, dass er ganz ansehnliche Bauchmuskeln unter seiner Kleidung verbarg. Von der Wucht des Schlages verlor sie ihr Gleichgewicht und viel seitlich auf den gepflasterten Weg, dummerweise auf ihre rechte Seite, wo sie sich ja schon mal den Arm gebrochen hatte. Sie zog zischend die Luft ein, als sie die Bruchstelle spürte, die sich mit Schmerzsignalen meldete. Sie war noch immer ziemlich sensibel. Ael hatte sich währenddessen mit 2 anderen Kerlen angelegt und steckte gerade einen Schlag ins Gesicht ein. Das würde noch ein ordentliches Veilchen abgeben. Er teilte jedoch ein, zwei gut platzierte Fusstritte aus. Daewyn war nicht gerade in einer vorteilhaften Position, doch sie machte sie sich doch noch zu Nutze, in dem sie dem einen Kämpfer den Boden unter den Füssen wegzog und er auf die Nase fiel. Daewyn war zwar erst 12, doch auch sie hatte bereits ein paar Kräfte gesammelt. Sie brachte sich wieder auf die Füsse und blickte um sich. Sie wusste, dass sie keine Chance hätten. Die Kämpfer waren den beiden weitaus überlegen – Sowohl in der Kraft, der Geschicklichkeit, der Grösse, der Erfahrung… ach, einfach in praktisch Allem, das momentan wichtig gewesen wäre! Die Situation war aussichtslos, doch das hiess noch lange nicht, dass sie einfach aufgeben würden. Die beiden taten, was sie konnten, doch als Daewyn in die Mangel genommen und ihr ein Dolch an die Kehle gehalten wurde, erstarrte auch Ael und senkte die Fäuste. Mit einem hasserfüllten Blick wandte er sich dem Kämpfer zu, der den Dolch in der Hand hielt. „Wenn du ihr auch nur ein Haar krümmst, ich schwöre dir, das letzte Gesicht, das du in deinem Leben sehen wirst, wird Meines sein.“ Daewyn weitete vor Schreck die Augen. So wütend hatte sie Ael noch nie erlebt. „Ael…“ begann Daewyn, doch sie wurde von einem Kämpfer unterbrochen, der als Einziger ein Schwert trug. Seltsamerweise… applaudierte er. „Ich muss schon sagen, euer Durchhaltevermögen ist bewundernswert, aber nur der Wille allein bringt euch nicht weiter, wenn ihr euch nicht mal anständig verteidigen könnt.“ Er entledigte sich seiner Maske und hervor kam das Gesicht eines in die Jahre gekommenen Herrn mit 3-Tage-Bart. Ein freundliches und zufriedenes Lächeln befand sich zwischen seinem Kinn und der etwas zu grossen Nase. „Mit ausreichendem Training werdet ihr zu hervorragenden Dieben heranwachsen.“ Auf ein Schnippen seinerseits wurde Daewyns Kehle von der bedrohenden Klinge befreit und losgelassen. Sofort rannte sie zu Ael, der sie schützend in die Arme nahm. „Ich verstehe nicht… wer seid Ihr?“ fragte Ael den alten Mann, der die beiden väterlich angrinste. „Man nennt mich San. Willkommen in der Diebesgilde“ Verwundert wechselten Daewyn und Ael einen bedeutungsvollen Blick…

VIII. Trainingsjahre

Der Besitzer der Kristallrose hatte den Kampf durchaus mitbekommen, doch als er aus dem Haus trat, ging er ganz schnell wieder hinein. Da war wohl eine Art Bandenkrieg im Gange? Da wollte er jedenfalls nicht hineingezogen werden. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch verkroch er sich wieder in seinem Bett. Das Fehlen der Rose bemerkte er erst, als die Sonne auf ging. Daewyn und Ael wurden währendessen in ihr neues Leben eingewiesen. Der Typ, der sie in die Gilde aufgenommen hatte, stellte sich als ein höflicher Mann heraus. San begleitete sie auf ihrem Rundgang und stellte sie den Personen vor, die ihnen entgegen kamen.Auch lernten sie das Gildenoberhaupt kennen, ein stämmiger Mann mit Namen Talas Kennyr. Als die beiden Greenhorns sein Büro betreten hatten, war er aufgestanden und hatte sie herzlich umarmt. Ael war nur ein bisschen verwirrt aufgrund dieser Geste, Jane jedoch geradezu erschrocken. Bisher war Ael der einzige Mann gewesen, der sie je umarmt hatte, und jetzt von einem Wildfremden so begrüsst zu werden, war zu ungewohnt für sie. Sie trat einen Schritt zurück und näherte sich Ael Schutz suchend. Dieser lachte nur und legte seinen Arm um ihre Hüfte. Nach einer ziemlich langen Unterhaltung mit Talas und San wurden ihnen Zimmer zugeteilt. Die erste Nacht im neuen Heim war für Jane doch noch nicht so angenehm und sie schlich sich deshalb zu Ael, wie ein kleines Kind. Ihnen war bewusst, dass ihr Leben sich nun verändern würde – und dass sie es endlich geschafft hatten, die Nächte nicht mehr auf dem Boden verbringen zu müssen. 3 Jahre intensives Training vergingen und die beiden wurden immer besser. Mittlerweile hatten sie sich gut in die Gilde integriert. Daewyn lachte wieder und hatte in San einen neuen Vater gefunden – Moment, sie hatte ja eigentlich niemals einen richtigen Vater, er war also ihr Erster. Mit ihren nun 15 Jahren war sie zu einer jungen Frau gewachsen. Ihr Körper wurde kurvenreicher und sie wusste bereits sehr gut, wie sie ihn einzusetzen hatte. Auch Ael hatte sich weiterentwickelt. Seit der Aufnahme war er um vieles gewachsen und zu einem stämmigen Mann geworden, an den sich Jane sehr gerne stützte. Aber etwas hatte sich nicht geändert: Die beiden waren noch immer unzertrennlich… Ausser an jenem Tag… Dwyn schlief noch, als Ael das Gildenhaus verlassen musste. Ihm wurde ein Auftrag gegeben, in den er Dwyn nicht hatte verwickeln wollen. Was er nicht wusste, war, dass er es bereuen würde, ihr nicht noch auf Wiedersehen gesagt zu haben, sie noch ein letztes Mal anzusehen… Denn er würde ihr Gesicht erst wieder erblicken, wenn auch sie über den Jordan ging. Der Auftrag, den Ael erhalten hatte, endete tödlich. Er war, als er auf dem Dach flüchtete, von einem Pfeil in den rechten Oberschenkel getroffen worden. Infolge des Schusses knickte er kurz ein – Das war die Ursache seines Sturzes. Nachdem er auf dem Boden aufgeschlagen war, atmete er noch ein, zwei Mal, bevor ihn seine Kräfte verliessen. Seine Lippen formten ein lautloses „Dwyn…“ ehe sein Puls stehenblieb. Erst zwei Tage später erfuhr Daewyn von seinem tragischen Schicksal. In diesen beiden Tagen hatte sie ihn dafür gehasst, dass er ihr nichts von seinem Auftrag erzählt hatte, doch als sie von seinem Tod erfuhr bereute sie, jemals so über ihn gedacht zu haben. Sie verviel wieder der Leere, der sie auch schon im Kindesalter verfallen war, als sie ihren ersten Selbstmord versucht hatte. Auch nach Aels Tod hatte sie es mit einem Selbstmord versucht – San hatte sie jedoch früh genug gefunden. Anschliessend wurde sie unter steter Beobachtung gehalten.

IX. Ein imaginärer Schutzengel – Der seine Pflicht vergass

Es hatte lange gedauert, bis Daewyn über seinen Tod hinweg kam – Angeblich. Doch eigentlich hatte sie seinen Tod noch immer nicht verdaut, spielte gegen aussen jedoch die Starke. Sie hatte sich ihren eigenen Ael erschaffen, der immer an ihrer Seite war. Bei jedem Auftrag, Stunde um Stunde, Tag um Tag war er bei ihr und begleitete sie. Mit ihrem imaginären Ael ‚besprach‘ sie ihr Vorgehen bei ihrem nächsten Diebstahl, diskutierte mit ihm über ihre Probleme und beklagte sich über nervige Vorgesetzte. Wobei, eigentlich waren es nur Selbstgespräche ihrerseits, denn Ael hatte ihr nie geantwortet. Ihre Gefühle für ihn teilte sie ihm jedoch nie mit, sie traute sich einfach nicht. Schliesslich kam der Tag, an dem sie ihre Wahnvorstellung im Stich liess und sie endlich akzeptieren musste, dass Ael gestorben war. Als sie durch die Gassen von Lenadur streifte, erstarrte sie mitten auf der Strasse. Sie fühlte sich irgendwie beobachtet, und dies nicht erst seit diesem Moment. Irgendjemand war ihr schon seit langer Zeit gefolgt. Daewyns Puls stieg immens. „Ael… halt mir den Rücken frei. Ich habe irgendwie ein schlechtes Gefühl“ - „…“ Eine Gänsehaut machte sich in ihr breit. Sie zückte ihren Dolch. Leider war das etwas zu spät, denn sie sah genau in diesem Moment eine dünne Schnur vor ihrem Gesicht herabsinken. Sie riss sofort den Dolch hoch, doch es war zu spät. Der Mann, der hinter ihr stand, stiess ein kehliges Lachen aus, als er die Schnur hinter ihrem Hals überkreuzte und zog. Die Schnur, die sich als Draht herausstellte, erfasste den Dolch und presste ihn mit der flachen Seite gegen ihren Hals. Daewyn wand sich hin und her, als der Mann jedoch sein Knie in ihren Rücken drückte und ihren Kopf nach hinten zog. „A---Ael!“ In ihrer seltsamen Position fast unfähig, sich zu wehren, blickte sie mit entsetzten Augen in die menschenleere Gasse – starrte ihre Projektion von Ael an, der sie wie immer mit emotionslosem Gesicht anschaute und anschwieg. Hilf mir doch, ich bitte dich, Ael! Hilf mir doch! Hilf… mir!! In ihrem Kampf gegen den Unbekannten wurde ihr jedoch,als sie kaum Luft mehr bekam und sich die Schnur ihn ihre Haut frass, erst wirklich bewusst, dass er nicht mehr lebte… dass er nicht mehr da war, ihr nicht mehr helfen konnte… Sie begann zu schluchzen, schnappte nach Luft. Erstickte Weinkrämpfe schüttelten sie, als sie sah, dass sie keinen Ausweg mehr hatte… und da drehte sie in einer unbewussten, wohl reflexartigen Bewegung den Dolch, ritzte sich selber ein wenig in den Hals, aber durch die Drehung und den Druck, den sie danach gegen den Draht ausübte, wurde dieser zerschnitten. Daewyn schnellte nach vorne, schlug mit den Knien und ihren Händen auf dem Boden auf und schnappte keuchend nach Luft. Der Mann fiel überrascht nach hinten und stiess an die Wand. Verdutzt blickte er auf den durchtrennten Draht und danach auf Daewyn, die ihn mitlerweile hasserfüllt anblickte. Jetzt war es der Mann, dem ein kalter Schauer über den Rücken lief. Daewyn erhob sich, ihren Dolch drohend in der Hand. Der Mann hatte in dieser Nacht sein Leben verloren.

X. Alltag

Nach diesem Abend hatte sich Daewyn für gut eine Woche in die Gassen zurückgezogen und sich mal so richtig ausgeheult. Sie wollte nicht, dass San sie sah und so hütete sie sich davor, jemandem aus der Diebesgilde über den Weg zu laufen, der es ihm noch erzählen könnte. Erst danach war sie ins Gildenhaus zurückgekehrt und musste sich San erklären. Heute ist Daewyn wahrhaftig über Aels Tod hinweg und hat ein alltägliches Leben begonnen. Wenn sie nicht gerade trainiert oder einen nächsten Diebstahl ausheckt, so schläft sie oder streift in den Gassen herum. Sie kennt Lenadur mittlerweile in-und auswendig.

Schreibprobe: Es war einfacher gewesen, als sie erwartet hatte. Daewyn befand sich gerade in dem grossen Vorhof eines Adelhauses, in dem sich ihr heutiges Ziel befunden hatte: Ein ausgesprochen schönes Katana mit schwarzer Scheide. Ihr war das Schwert vor etwa 7 Sonnen aufgefallen, als ein bärtiger Mann damit in einem Gasthof prahlte. Er habe das Schwert von einem bekannten Schmied aus Tinae machen lassen, sein Name sei ihm jedoch entfallen. Das aufmerksamkeitserregende Tötungswerkzeug war zu diesem Zeitpunkt zu ihrem neuen Ziel geworden und so heckte sie einen Plan aus, um den Besitzter darum zu erleichtern. Das Eindringen in sein Haus war ziemlich einfach – Der Dienstboteneingang war einsam und offen gewesen. Das Auffinden des Katanas hatte sich jedoch als schwieriger herausgestellt und sie wäre beinahe entdeckt worden, wenn es bei den Fenstern nicht lange Vorhänge gehabt hätte – Ja ich weiss, ein verdammtes Klischee, aber so war es nun mal. Als sie es schliesslich in der Schlafkammer des träumenden Adligen entdeckt hatte, vollführte ihr Herz einen kleinen Salto. Auf leisen Sohlen schlich sie sich durch den Raum und hinterlegte dort, wo das Katana gelegen hatte, eine Münze mit dem Symbol der Diebesgilde – Wie immer. Sie hatte sich wieder herausgeschlichen und war wieder aus dem Vorhof geklettert – Denn die Mauer war nicht gerade hoch. Als sie auf der anderen Seite der Mauer stand, blickte sie stolz auf ihr Diebesgut. „Guten Abend, Kleiner. Jetzt gehörst du mir.“ Mit einem riesigen Grinsen setzte sie ihren Weg fort. Mal sehen, was San zu dir sagen wird.
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BeitragThema: Re: Daewyn Eilvain Orlemitore'al   Mi Nov 24, 2010 12:15 am

Bislang sieht das schon sehr gut aus. Die wenigen Kleinigkeiten von zuvor hatten wir ja bereits besprochen (und scheinen auch berets korrigiert worden zu sein) und das einzige , was mich jetzt so spontan stört sind die Rauchbomben. Wie genau stellst du dir die vor? In der Epoche in der sich Amanohara momentan befinden würde ich allerhöchstens den Assassinen ein soclhes Wekzeug gönnen (In Anbetracht der Tatsache , dass sie recht nah an Ninjas sind die die ersten primitiven "Rauchbomben" entwickelt haben) Das solltest du also entweder gut erklären können , oder streichen , bzw ersetzen.

Die Geschichte werde ich mir morgen genauer anschauen , bislang habe ich kaum etwas gewichtiges entdecken können.
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BeitragThema: Re: Daewyn Eilvain Orlemitore'al   Mi Nov 24, 2010 10:58 am

Hmmm... Naja, aber die Chinesen hatten ja auch schon sehr früh Feuerwerk und ähnliches. Aber die Frage ist dann, wie ich das so schnell zum Zünden bringe... Ich streich es mal weg^^

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BeitragThema: Re: Daewyn Eilvain Orlemitore'al   Mi Nov 24, 2010 11:30 am

Feuerwerk und Rauchbomben sind aber etwas unterschiedlich ,D
Stattdessen könntet du ja...auch wenn der Effekt ungleich geringer ausfällt , Mehl Säckchen mit dir tragen (musste nur aufpassen auf die^^). Wenn du so ein kleines Mehlsäckchen fest auf den Boden wirfst , dann gibt das auch ne kleine "Rauch"wolke (So von der Größe eines normalen Schreibtisches etwa.) Wenn du davon 3 Stück in einen Raum wirfst dürfte das zumindest dafür sorgen , das allen darin die Augen tränen ,D
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BeitragThema: Re: Daewyn Eilvain Orlemitore'al   Mi Nov 24, 2010 11:55 am

Und husten. Ne, ich glaub von Mehl ist sie nicht gerade sonderlich begeistert - Er ist so weiss... und verrät sie in der Nacht, falls sie doch noch was davon abkriegt. Ne, das mit dem Mehl lass ich weg^^

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